Uber-Chef Kalanick Der Schatten-CEO

Seine Investoren jagten ihn wegen zahlreicher Skandale davon: Doch Uber-Gründer Travis Kalanick kämpft um seinen Einfluss im wertvollsten Start-up der Welt. Dem aktuellen Management macht er das Leben zur Hölle.
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Trotz seines erzwungenen Rücktritts als CEO kann der Uber-Gründer bei dem Fahrdienst nach wie vor schalten und walten, wie es ihm passt. Quelle: Reuters
Travis Kalanick

Trotz seines erzwungenen Rücktritts als CEO kann der Uber-Gründer bei dem Fahrdienst nach wie vor schalten und walten, wie es ihm passt.

(Foto: Reuters)

San FranciscoWenn von Travis Kalanick die Rede ist, dann stets in martialischem Ton. Der Ex-Chef von Uber wolle sich in seine alte Firma „zurückkämpfen”, heißt es etwa. Oder: Bei dem Fahrdienst sei ein „offener Machtkampf” ausgebrochen. Im aktuellen Fall hatte der 41-jährige zwei neue Köpfe in den Uber-Verwaltungsrat berufen, ohne sich zuvor mit Uber-Chef Dara Khosrowshahi oder den übrigen Mitgliedern des Gremiums abzustimmen: der früheren Xerox-Chefin Ursula Burns und dem ehemaligen Chef der Investmentbank Merrill Lynch, John Thain.

Die Frage ist nur, wen das jetzt wundert. Die jüngste Geschichte von Uber ist eine Geschichte des Geschachers. Von neuen Produkten, autonomen Fahrzeugen oder anderen aufregenden Technologien redet kaum einer mehr. Uber dominiert die Schlagzeilen mit Intrigen und dem Ex-Chef, der einfach nicht verschwinden will.

Angeblich haben die Investoren im Uber-Aufsichtsrat Kalanick Ende Juni zum Rücktritt vom CEO-Posten gezwungen. Angeblich schraube das Management seither an einem friedvollen Uber 2.0. Faktisch indes sieht es so aus, als habe sich überhaupt nichts geändert. Der Uber-Gründer schaltet und waltet, wie es ihm gefällt. 

Wo Taxifahren wenig kostet – und wo es besonders teuer ist
Taxipreise
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Wer in ein Taxi am Tokioter Flughafen steigt, ist – in der Innenstadt angekommen – schon mal um 170 Euro ärmer. Wo Taxifahren am teuersten, wo es am günstigsten ist, das hat das Online-Autohaus Carspring in einer Studie herausgefunden. Sie legt den Preis für Taxifahrten in 80 Städten weltweit offen. Sich über den ungefähren Fahrpreis zu informieren, kann Abzocke vorbeugen.

Die Rangliste beruht in erster Linie auf dem Preis für eine gewöhnliche Fahrt von drei Kilometern Länge. Die Bildergalerie zeigt die fünf preiswertesten – und die fünf teuersten Taxi-Städte. Auch die deutschen Vertreter tauchen im oberen Drittel auf.

Platz 5: Mexiko-Stadt
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Der Mann auf der Motorhaube mag etwas irritieren, aber der Kult-Käfer von Volkswagen war in der mexikanischen Hauptstadt lange das beliebteste Modell für Taxis. Mittlerweile soll das laut dem Carspring-Index der Nissan Tsuru sein. Mexiko-Stadt ist unter den 80 untersuchten Orten die günstigste Taxi-Stadt Lateinamerikas. 1,36 Euro kostet hier eine drei Kilometer lange Fahrt.

Platz 4: Bukarest
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Auf Uber können Kunden in 65 der 80 Städte zurückgreifen. Ende April protestierten Taxifahrer vor dem Regierungsgebäude in Bukarest gegen Online-Fahrdienstleister. Dabei sind normale Taxis schon erschwinglich. Drei Kilometer kosten 1,31 Euro.

Platz 3: Jakarta
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Indonesische Warteschlange: 1,31 Euro müssen Taxi-Kunden für drei Kilometer aufwenden. Toyota-Modelle sind nicht nur in Jakarta hoch im Kurs...

Platz 2: Mumbai
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Der Toyota Innova ist das beliebteste Modell unter Mumbais Taxiunternehmern. Schon für 1,24 Euro legt man in der indischen Hafenstadt die Drei-Kilometer-Strecke zurück.

Platz 1: Kairo
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In der ägyptischen Hauptstadt kostet die Entfernung bloß 49 Cent. Kairo ist damit die mit Abstand günstigste Stadt für Taxi-Nutzer. Und in noch einer wichtigen Kategorie wird der Geldbeutel der Kunden geschont: Die Fahrt vom Flughafen beläuft sich auf 3,73 Euro. Beim Grundpreis ist Kairo (20 Cent) schlagbar: In Tunis liegt der gerade mal bei 17 Cent.

Platz 65: Köln
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Deutschland kommt da nicht mit. Für 9,41 Euro käme man in Kairo knapp 60 Kilometer weit, in Köln reicht das Geld nur für drei. Die Rheinländer bieten die Dienstleistung im Vergleich zu den drei anderen deutschen Millionenstädte am preiswertesten an. Die Taxi-Lobby ist stark im Mercedes-Land. Nur in zwei Metropolen ist Uber zugelassen: in Berlin und der teuersten Taxi-Stadt Deutschlands...

Das Problem hat sich das Management selbst eingebrockt. Es hing zu lange Silicon Valleys Mythos vom unfehlbaren Gründer nach, einer Art IT-Vaterfigur, die es in einem Geniestreich schon irgendwie richten wird. Eben nicht. Der Fall des Hauses Uber zeigt die Schattenseite vom Gründerkult der Tech-Branche und was passiert, wenn jede Kontrolle fehlt. Das Uber-Management kann Kalanick nicht so einfach loswerden.

Der Gründer besitzt große Anteile am Unternehmen, sicherte sich mit Aktientricks fortlaufend weitere Stimmrechte und stellt immer wieder seinen Einfluss unter Beweis. Der 41-Jährige streitet sich mit seinen mächtigen Investoren von Benchmark um Stimmrechte im Aufsichtsrat. Er attackiert den neuen Uber-Chef Khosrowshahi, um eine Entscheidung abwenden, die Khosrowshahi gemeinsam mit der Investmentbank Goldman Sachs ausgeheckt habe, wie die „New York Times“ berichtet. 

Der Fahrservice will den Tech-Konzern Softbank als Investor gewinnen. Doch die Japaner zögern, vor allem wegen der Macht des unberechenbaren Kalanick. So gehöre zu den Plänen, das zehnfache Stimmrecht bei einigen Aktien abzuschaffen, was den Einfluss von Kalanick drastisch schmälern würde. Am Dienstag trifft sich der Uber-Aufsichtsrat, um die Pläne zu diskutieren. Mit der aktuellen Kampfberufung zweier neuer Aufsichtsratsmitglieder will Kalanick die Strategie durchkreuzen. 

Travis gegen den Rest der Welt – so liebt es der 41-Jährige eben. Wenn Kalanick Streit suche, sehe sein Gesicht aus „wie eine Faust”, schrieb die berühmte Tech-Journalistin Kara Swisher einmal über ihn. Die aggressive Kampflust des Gründers trieb das Wachstum von Uber an, heute ist es mit einer Bewertung von knapp 70 Milliarden Dollar das wertvollste Start-up der Welt.

Kalanicks Strategie galt lange Zeit als Erfolgsmodell, intern bewunderten führende Manager, wie der Chef allen Hass auf sich nahm und weiter kämpfte, tat es doch um Ubers willen. Und jetzt? Die Attacken von Kalanick halten den dringend benötigten Wandel auf und schmälern das Vertrauen, das Nutzer weltweit der Firma entgegenbringen. Travis Kalanick sollte zeigen, dass es ihm tatsächlich um das Wohl seiner Firma geht und nicht nur um ihn selbst. Er sollte die Konsequenzen ziehen und sich endgültig aus dem Uber-Management zurückziehen. Sonst drohen weitere Intrigen.

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