Uber in Frankreich Gericht spricht nach Demonstrationen Millionenstrafe aus

1,2 Millionen Euro muss Uber zahlen – und zwar direkt an die Konkurrenz: Ein französisches Gericht verurteilt den Fahrdienstleister dazu, einen Taxi-Verband zu entschädigen. Die Taxifahrer hatten heftig demonstriert.
Bei ihren Protesten warfen die Taxifahrer auch Fahrzeuge des Uber-Netzwerks um. Quelle: dpa
Taxifahrer in Paris

Bei ihren Protesten warfen die Taxifahrer auch Fahrzeuge des Uber-Netzwerks um.

(Foto: dpa)

ParisDie französische Justiz hat am Mittwoch den Fahrdienstanbieter Uber in Frankreich zur Zahlung von 1,2 Millionen Euro an einen Taxi-Verbund verurteilt. Ein Gericht in Paris gab damit einer Klage gegen Uber-Fahrer statt, das Geld soll an die Nationale Taxi Union (UNT) fließen. Sie gruppiert mehrere Arbeitnehmervertretungen der Branche.

Den Uber-Fahrern war vorgeworfen worden, dass sie sich in den Straßen wie reguläre Taxifahrer verhalten und in der Stadt auf der Suche nach Kunden umherfahren. Uber funktioniert eigentlich über Bestellungen per Smartphone-App oder über reguläre Browser. Uber Frankreich sah sich vor Gericht mit dem Vorwurf konfrontiert, an dieser Stelle nicht klar mit seinen Fahrern kommuniziert zu haben.

Taxifahrer kämpfen gegen „Uberisierung“
Taxistreik in Paris
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Französische Taxifahrer haben erneut gegen die aus ihrer Sicht unfaire Konkurrenz von Chauffeur-Diensten protestiert, wie sie beispielsweise vom Anbieter Uber vermittelt werden.

Nein zur „Uberisierung“
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„Ich bin Taxi“ und „Macron und Uber sind Komplizen“, riefen die Taxifahrer mit Verweis auf Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und den US-Fahrdienstanbieter Uber. Rund 1.500 Taxifahrer hatten sich im Großraum Paris unter anderem an den Flughäfen und an der westlichen Porte Maillot zu Protesten eingefunden.

Existenz bedroht
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Sie beklagen, angesichts der Konkurrenz durch andere Fahrdienste, die nicht lizensierte Fahrer beschäftigen, nicht mehr von ihrem Beruf leben zu können, und fordern Ausgleichszahlungen.

Ausschreitungen
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An der Porte Maillot blockierten hunderte Taxis eine Zufahrtstraße in die Stadt. 19 Demonstranten wurden festgenommen. Die Streikenden warfen mit Steinen und Eiern auf Sicherheitskräfte und blockierten die Straße mit brennenden Reifen.

Verletzte und Festnahmen
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Am Flughafen Orly wurde ein Mensch am Bein verletzt, als sich der Fahrer eines Pendelbusses einen Weg durch die Menge bahnte. Der Busfahrer wurde ebenfalls festgenommen. Auch in Marseille, Lille und Grenoble gab es Blockaden.

Manuel Valls meldet sich zu Wort
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Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor, wie ein Sprecher bestätigte. Premierminister Manuel Valls verurteilte die Ausschreitungen. Jeder habe ein Demonstrationsrecht und das werde auch während des Ausnahmezustands respektiert. Derlei Gewalt sei aber „indiskutabel“ und durch nichts zu rechtfertigen. Schon in der Vergangenheit war es bei Streikaktionen der Taxifahrer zu Ausschreitungen gekommen.

Taxifahrer kommen nicht zur Ruhe
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Der Konflikt schwelt schon lange. Taxis brauchen in Frankreich Lizenzen, die knapp sind und deshalb unter den Fahrern teils für sechsstellige Beträge weiterverkauft werden. Sie sehen ihre Existenz in Gefahr, seit Anbieter wie Uber, Chauffeur-Privé und Allocab Fahrten als Chauffeur-Dienste über Handy-Apps vermitteln, für die sie keine Taxi-Lizenz benötigen.

Das Unternehmen hingegen wies das zurück. Die Fahrer seien darüber informiert, dass sie nach einer Fahrt mit ihren Privatautos wieder direkt zurückfahren müssten. Das Gerichtsurteil vom Mittwoch wurde nun einen Tag nach massiven Streiks und Protesten der Taxifahrer gegen die zunehmende Konkurrenz durch private Fahrdienstanbieter gefällt. Sie setzten ihre Aktionen auch am Mittwoch fort.

  • afp
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