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Übernahme Dänischer Logistikkonzern DSV schnappt sich Rivalen Panalpina

Lange kämpfte der Logistikkonzern DSV bei seiner Offerte um Panalpina mit Widerständen. Doch jetzt hat das Unternehmen Erfolg – mit einem Milliardenangebot.
Update: 01.04.2019 - 12:45 Uhr Kommentieren
DSV: Dänischer Logistikkonzern schnappt sich Rivale Panalpina Quelle: Reuters
Panalpina

Lange stritten sich die Aktionäre des Schweizer Logistikkonzerns.

(Foto: Reuters)

ZürichDer dänische Logistikkonzern DSV schnappt sich nach monatelangem Tauziehen den Schweizer Rivalen Panalpina. Ein zum zweiten mal nachgebessertes Übernahmeangebot überzeugte schlussendlich die Führungsspitze und den größten Aktionär des Unternehmens aus Basel. In der größten Transaktion der Firmengeschichte will DSV für Panalpina rund 4,6 Milliarden Franken (4,1 Milliarden Euro) auf den Tisch legen.

Der Deal soll mittels Aktientausch abgewickelt werden, wie die beiden Unternehmen am Montag mitteilten. DSV bietet den Panalpina-Aktionäre 2,375 eigene Aktien für einen Anteil.

Kommt der Zusammenschluss wie angepeilt im Schlussquartal zustande, entsteht der weltweit viertgrößte Logistikkonzern mit zusammen rund 60.000 Beschäftigten, umgerechnet etwa 16 Milliarden Euro Umsatz und einem Marktanteil von drei bis vier Prozent.

Gemessen am DSV-Schlusskurs entspricht das neue Angebot einem Wert von 195,80 Franken je Panalpina-Aktie. Eingestiegen sind die Dänen Mitte Januar mit 170 Franken je Panalpina-Aktie – und waren damit beim größte Anteilseigner Ernst Göhner Stiftung abgeblitzt.

Im Februar wurde das Interesse der Firma Agility bekannt und DSV besserte die Offerte nach – auf 180 Franken in bar. Zudem entbrannte ein Streit über die Stimmrechtsbeschränkung bei Panalpina zwischen der Stiftung und dem zweitgrößten Aktionär Cevian.

Die Auseinandersetzung rückt nun in den Hintergrund, eine für 5. April angesetzte außerordentliche Generalversammlung zu diesem Punkt wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. Sowohl die Ernst Göhner Stiftung, die rund 46 Prozent der Panalpina-Aktien besitzt, als auch der aktivistische Investor, dessen Anteil sich auf rund zwölf Prozent beläuft, stellten sich hinter die nachgebesserte DSV-Offerte.

Anleger bleiben skeptisch

„Wir sind davon überzeugt, dass der Zusammenschluss eine große industrielle Logik aufweist und eine der führenden Firmen der Logistikindustrie schaffen wird“, erklärte Cevian-Co-Gründer Lars Förberg. Laut Panalpina unterstützen Aktionäre, die knapp 70 Prozent der Anteile besitzen, das neue Angebot. Die Stiftung werde bei Abschluss der Transaktion mit einem Anteil von rund elf Prozent voraussichtlich der größte DSV-Aktionär.

Bei den Anlegern überwog eine gewisse Skepsis: Zwar schnellten die Panalpina-Aktien 14 Prozent nach oben, kosteten mit 189 Franken aber weniger als DSV offeriert. Die DSV-Anteile gaben in Kopenhagen 1,7 Prozent nach – womit das Tauschangebot an Wert verliert.

„DSV erkauft sich Panalpina zu einem stolzen Preis“, erklärte Analyst Marco Strittmatter von der Zürcher Kantonalbank. Einem anderen Experten zufolge bezahlte DSV gemessen am operativen Ergebnis deutlich mehr als bei vergleichbaren Deals.

DSV und Panalpina ergänzen sich gut. Während die Schweizer in der Luft- und Seefracht zu den führenden Anbietern gehören, ist DSV etwa im Straßentransport stark. Für DSV ist Panalpina der zweite Anlauf in der Schweiz.

Im Oktober hatten die Dänen erfolglos nach der inzwischen mehrheitlich vom französischen Schifffahrtskonzern CMA CGM übernommenen Ceva Logistics gegriffen. Das Unternehmen mit Sitz im dänischen Hedehusene hat bereits mehrere größere Übernahmen wie die kalifornische UTi erfolgreich integriert.

In der fragmentierten Logistikbranche – die 20 größten Anbieter kontrollieren rund ein Drittel des Marktes – sind DSV und Panalpina mittelgroße Anbieter. Als Marktführer gilt DHL gefolgt von Kühne+Nagel und DB Schenker.

Die Fusion soll DSV zufolge zwei Jahr nach Abschluss zu einem Anstieg des Gewinns je Aktie führen. Den Aktionären stellte DSV rund 15 Prozent des Nettogewinns als Dividende in Aussicht. Experten rechnen damit, dass die Konsolidierung vor allem unter den kleineren Anbietern weitergehen wird.

  • rtr
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