Übernahme durch Ryanair Niki Lauda und Ryanair-Chef O'Leary wollen Europas größten Billigflieger formen

Laudamotion gibt sich ambitioniert: Nach der Übernahme durch Ryanair soll die Fluglinie Germanwings, Easyjet und Co. abhängen.
Update: 28.03.2018 - 11:17 Uhr Kommentieren

„Niki kommt zurück zu Niki“ – Und wie geht es weiter?

WienDie neue österreichische Fluglinie Laudamotion setzt sich kurz nach dem Start ehrgeizige Expansionsziele. Laudamotion solle eine der größten Billigfluglinien Europas werden, kündigte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Mittwoch in Wien an.

Der irische Billigflieger Ryanair ist mit 24,9 Prozent an der Nachfolgegesellschaft der insolventen Air-Berlin-Tochter Niki beteiligt. In zwei bis drei Jahren solle die Flotte auf 40 Maschinen wachsen. Damit werde der Wettbewerb nicht zuletzt am Standort Österreich im Interesse der Fluggäste deutlich belebt, hieß es.

Airline-Gründer Niki Lauda kündigte an, dass das Personal im Cockpit und in der Kabine so gut bezahlt werden solle, wie bei keiner anderen gleichartigen Fluglinie – wenn die Produktivität stimme. Es sei wichtig, dass Stabilität und Motivation im Unternehmen herrschten, so Lauda. „Jetzt beginnen wir, volle Pulle zu fliegen.“ Lauda hatte die insolvente Airline Niki in einem zweiten Bieterverfahren erst im Januar für rund 50 Millionen Euro erworben und dann umbenannt.

Welche Airlines es mit Ryanair aufnehmen könnten
Platz 10: Flybe
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Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt informiert im „Low Cost Monitor“ zweimal jährlich über die aktuellen Entwicklungen im Billig-Segment der Flugbranche. Das ist insofern wichtig, als die Billigflieger inzwischen monatlich Hunderttausende, manche sogar eine siebenstellige Anzahl an Passagieren befördern. So bot die britische Fluggesellschaft Flybe allein im vergangenen Juli 315.113 Sitze an. Im Vergleich mit den sonstigen Angeboten in Europa reicht das aber gerade so für Rang 10.

Quelle: DLR Low Cost Monitor 2/2017

Platz 9: Aer Lingus
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Die Airline mit dem Kleeblatt ist die nationale Fluglinie Irlands und ist heute eine Tochtergesellschaft der International Airlines Group. Die Geschichte der Air Lingus reicht zurück bis ins Jahr 1936. Damals nahmen die irischen Unternehmer Sean O'Madhaigh und Thomas J. Flynn rund 100.000 Pfund Sterling in die Hand und gründete die „Aer Lingus Teoranta“. Der Flugbetrieb wurde mit einer de Havilland Dragon aufgenommen, die Platz für sechs Personen bot. 81 Jahre später stellen die Iren innerhalb eines Monats ein Sitzplatzkontingent von 328.946.

Platz 8: Jet2
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Erst seit 2003 sind Flieger der britischen Jet2 im Luftverkehr zu erspähen. Flugziele der Airline sind außerhalb der britischen Insel hauptsächlich Urlaubsdestinationen im Mittelmeer sowie einige europäische Städte. In Deutschland werden die Düsseldorf, München und Berlin angeflogen. Im Juli 2017 konnte die junge Airline ein Kontingent von 345.414 Sitze anbieten.

Platz 7: Transavia/Transavia France
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Die Transavia ist ein Billigflieger, der 1966 von einem Belgier und einem Schotten in den Niederlanden gegründet wurde. Die KLM Royal Dutch Airlines erwarb 1991 rund 80 Prozent der Anteile an der Fluglinie. Zwölf Jahre später erfolgte die vollständige Übernahme. Nur ein Jahr später kam dann allerdings der Zusammenschluss von KLM und Air France, weshalb Transavia heute eine Tochtergesellschaft der Air France-KLM ist. Im Jahr 2007 wurde mit der Transavia France eine weitere Tochter gegründet, die sich vom niederländischen Flieger aufgrund derselben Bemalung kaum unterscheiden lässt. Zusammengenommen kommen die beiden Töchter im vergangenen Juli auf 359.149 Sitze.

Platz 6: Wizz Air
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Die einzige osteuropäische Fluglinie in diesem Ranking hat ihren Sitz in Ungarn. Erst seit 2004 unterwegs, ist der Billigflieger mit derzeit 28 Basen die bedeutendste Billigfluggesellschaft in Mittel- und Osteuropa. Das gesetzte Ziel, wie Ryan vor allem Flughäfen in der Nähe von europäischen Großstädten anzufliegen, ging voll auf. Im Juli 2017 lag die Kapazität bei 661.080 Passagieren.

Platz 5: Eurowings/Germanwings
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Im Jahr 1993 entstand die „Eurowings Luftverkehrs AG“ ursprünglich aus dem Zusammenschluss der Nürnberger Flugdienst (NFD) und der Reise- und Industrieflug (RFG). Der Dortmunder Unternehmer Albrecht Knauf hielt zunächst 98,2 Prozent der Anteile. Im Frühjahr 2001 stieg die Lufthansa zunächst mit einem Anteil von 24,9 Prozent ein. Zehn Jahre später erfolgte die komplette Übernahme. Seit 2002 firmiert ein Billigflieger der damaligen Eurowings AG unter dem Namen Germanwings. Dieser wurde schon 2009 vollständig an die Kranich-Airline verkauft. Heute sind die beiden Wings-Flieger weiter eng miteinander verknüpft und kamen im vergangenen Juli zusammen 662.473 Sitzplätze.

Platz 4: Norwegian Air
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Auch in Skandinavien findet sich mit der Norwegian ein erfolgreicher Billigflieger. Im Jahr 1993 als norwegischer Regionalflieger gestartet, wurde die Gesellschaft neun Jahre später auf das Billigflug-Konzept umstrukturiert und hat seither das europäische Geschäft kontinuierlich ausgebaut. Vor drei Jahren wurde in Irland die Tochtergesellschaft Norwegian Air International gegründet. Durch die Standortwahl bekam die Linie Verkehrsrechte der EU, wodurch man Zugriff auf das Open-Skies-Abkommen erhielt, was wiederum die Durchführung von Flügen in die USA ermöglicht. Der Schritt war auch aufgrund eines Rekrutierungsbüros in Singapur, um thailändisches Bordpersonal anzuwerben, nicht unumstritten. Das Konzept der Norweger geht dennoch auf: Im Juli konnten sie ein Kontingent von 775.828 Sitzplätzen stellen.

Laudamotion startet im Sommer mit 21 Flugzeugen. Sie will ab Juni von sieben deutschen Flughäfen (Berlin/Tegel, Köln, Düsseldorf, Frankfurt, München, Nürnberg, Stuttgart) sowie von Zürich und Wien insgesamt 65 Strecken bedienen. Die Ziele liegen im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Inseln.

Für die ersten beiden Jahre rechne die Airline mit Verlusten, meinte O'Leary. 2018 werde Laudamotion voraussichtlich rund 50 Millionen Euro Verlust verbuchen. 2019 solle das Minus auf 10 bis 25 Millionen Euro schrumpfen. „Wir hoffen, im dritten Jahr Geld zu machen“, so O'Leary weiter.

Grund dafür seien unter anderem die hohen Kosten für das Leasing von Lufthansa-Flugzeugen sowie der Umstand, dass man voraussichtlich einen höheren Preis für Kerosin zahlen müsse.

Beide Manager wiesen erneut Vorwürfe zurück, dass es zwischen Laudamotion und Ryanair Absprachen vor oder während des Bieterverfahrens gegeben habe. „Wie kann man ein Strohmann sein, wenn man gegeneinander bietet?“, meinte der 69-jährige Lauda, der vor Laudamotion bereits zwei Mal eine Airline gegründet und mit Erfolg weiterverkauft hatte.

Der ehemalige Formel-1-Fahrer, der auch selbst eine Pilotenlizenz besitzt, ist Vorsitzender der Fluglinie. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die EU-Wettbewerbskommission soll der Anteil von Ryanair an Laudamotion auf 75 Prozent erhöht werden.

Zunächst hatte die Lufthansa die insolvente Niki übernehmen wollen, machte aber wegen Bedenken der EU-Wettbewerbshüter einen Rückzieher. Der Lufthansa-Konzern hat sich unterdessen Flugkapazitäten von Laudamotion im Sommerflugplan gesichert.

Laudamotion schickt ab Sonntag acht ihrer gerade erst angemieteten Airbus A320-Jets im Auftrag der Lufthansa-Tochter Eurowings in den Himmel. Die Vereinbarung gilt zunächst bis Ende Mai. Ob der Deal danach weitergehe, hänge von den Behörden ab, meinte Lauda.

  • dpa
  • rtr
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