Übernahme GE zahlt Milliarden für Avio-Luftfahrt-Sparte

Der amerikanische Konzern will die Luftfahrt-Sparte des italienischen Triebwerkeherstellers Avio übernehmen. Für die Sparte zahlt GE achteinhalb mal so viel, wie die Sparte 2012 voraussichtlich überhaupt erwirtschaften wird.
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Jeff Immelt und sein Konzern General Electric wollen die Luftfahrt-Sparte des italienischen Konzerns Avio übernehmen. Quelle: Reuters

Jeff Immelt und sein Konzern General Electric wollen die Luftfahrt-Sparte des italienischen Konzerns Avio übernehmen.

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Mailand Der US-Mischkonzern General Electric stärkt seine Flugzeug-Triebwerkesparte mit dem Kauf des Luftfahrt-Geschäfts der italienischen Avio. GE werde die Luftfahrt-Sparte von Avio für 4,3 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) kaufen, teilte das US-Unternehmen am Freitag in Mailand mit. GE ist damit bereit, achteinhalb mal mehr zu zahlen, als die Avio-Sparte in diesem Jahr voraussichtlich vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen überhaupt erwirtschaften wird. Für den US-Konzern sollte sich der Kauf trotzdem rechnen: Seit Jahren ist Avio Zulieferer für einige der beliebtesten Produkte aus der GE-Luftfahrtsparte. Die Italiener beliefern mit 5300 Mitarbeitern derzeit neben GE, die für etwa die Hälfte der Erlöse stehen, auch Rolls Royce und stellen Motorenteile für den Eurofighter Typhoon her.

Damit will der Siemens-Rivale seine Lieferkette verbessern. Die Amerikaner bauen unter anderem Triebwerke für Airbus und Boeing und müssen eine stetig steigende Nachfrage bedienen.

An der Avio-Raumfahrtsparte, in der die Italiener seit fast 30 Jahren zu den bedeutendsten Zulieferbetrieben gehören, habe GE hingegen kein Interesse. Sie soll vorerst in Händen der aktuellen Aktionäre bleiben. Dem Kauf der Luftfahrtabteilung müssen nun noch die zuständigen Behörden zustimmen.

Der Finanzinvestor Cinven hatte die 1908 gegründete Avio mit Sitz in Turin 2006 mehrheitlich für etwa 2,6 Milliarden Euro übernommen. Der überschuldete italienische Rüstungskonzern Finmeccanica hielt bisher einen Minderheitsanteil von 14,3 Prozent. Das Unternehmen teilte mit, durch den Verkauf der Beteiligung 260 Millionen Euro einzunehmen. Dieser Betrag soll zum Abbau der Verbindlichkeiten genutzt werden.

 
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