Icelandair

Die isländische Airline übernimmt den heimischen Konkurrenten Wow Air, um im Preiskampf auf dem europäischen Luftfahrtmarkt bestehen zu können.

(Foto: AP)

Überraschender Deal Konsolidierung der europäischen Luftfahrt geht weiter – Icelandair kauft Rivalen Wow Air

Der harte Wettkampf um die Passagiere führt die beiden isländischen Rivalen zueinander. In starker Verfassung sind beide Airlines zurzeit nicht.
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FrankfurtNächste Runde in der Konsolidierung der europäischen Luftfahrt – dieses Mal allerdings ohne Insolvenz: Die isländische Icelandair übernimmt den heimischen Rivalen Wow Air. Das gaben beide Unternehmen am Montag bekannt.

Der Deal kommt etwas überraschend. Zuletzt hatte es geheißen, Wow Air arbeite an einem Börsengang. Doch der Handlungsdruck machte auf beiden Seiten angesichts schlechter Zahlen wohl eine schnelle Lösung notwendig. Wie es in der Pflichtmitteilung heißt, sollen beide Airlines weiter eigenständig unter ihrer Marke und mit jeweils getrennten Flugbetrieben – sogenannten AOC – fliegen. Doch man will sich künftig wohl besser abstimmen im harten Wettkampf um die Passagiere.

„Zwischen unseren Fluggesellschaften gibt es viele Möglichkeiten der Synergien“, wird Icelandair-CEO Bogi Nils Bogason in der Mitteilung zitiert. Sein Kollege Skúli Mogensen, Gründer und CEO von Wow Air, spricht von „einem neuen Kapitel“ und der Möglichkeit, mit einer starken Muttergesellschaften im Rücken noch kräftiger wachsen zu können.“

Doch in starker Verfassung sind beide Airlines zurzeit nicht. Wow Air schreibt tiefrote Zahlen und hoffte zuletzt, 2019 die Gewinnzone zu erreichen. Icelandair wiederum musste den Investoren in diesem Jahr bereits zweimal eine Revision der eigenen Prognose „verkaufen“. Nun erwartet das Management für 2018 ein Betriebsergebnis von umgerechnet 80 bis 100 Millionen US-Dollar, nur noch halb so viel wie einst geplant. CEO Björgólfur Johannsson trat Ende August zurück.

Beide Airlines kämpfen nicht nur um Island-Touristen. Sie haben Reykjavik zu einem europäischen Drehkreuz für Umsteigepassagiere nach Nordamerika und Asien gemacht, mit Zubringerverkehren etwa von Frankfurt oder Berlin. Wow Air versucht dabei wie auch Norwegian das Billigmodell auf die Langstrecke zu übertragen.

Die Übernahme durch Icelandair ist ein weiterer Beleg dafür, dass dieses Geschäftsmodell nach wie vor nicht nachhaltig belastbar ist. Wow Air-Chef Mogensen musste jüngst einräumen, dass der stark gestiegene Kerosinpreis gegen das Unternehmen gearbeitet habe. Auch Norwegian hat schwer zu kämpfen und leidet unter hohen Schulden.

Nach einer erfolgreichen Übernahme könnten beide Airlines ihr Streckennetz abstimmen und einen Preiskampf verhindern. Noch allerdings müssen die Aktionäre von Icelandair sowie die Kartellbehörden zustimmen. Der Deal soll auf Aktienbasis stattfinden. Die Anteilseigner von Wow Air – also Gründer Mogensen – sollen 5,4 Prozent der Aktien von Icelandair erhalten.

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