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Überraschender Zusammenschluss Tui-Aufsichtsratschef Mangold verteidigt Fusionspläne

Europas größter Reisekonzern wird umgebaut. Durch die Fusion mit der britischen Tochter wird auch die Führung von Tui neu besetzt. Im Handelsblatt-Interview stellt sich Aufsichtsratschef Mangold hinter die Pläne.
30.06.2014 - 16:57 Uhr Kommentieren
Da lächelt das Logo: Der Reisekonzern Tui aus Hannover will schon bald fusionieren. Quelle: dpa

Da lächelt das Logo: Der Reisekonzern Tui aus Hannover will schon bald fusionieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Tui-Aufsichtsratschef Klaus Mangold hat seine volle Rückendeckung für den geplanten Führungsumbau bei Europas größtem Reisekonzern gegeben. „Peter Long wird mit Fritz Joussen das gemeinsame Unternehmen vorübergehend im Team führen, mit klarer Aufgabenzuteilung“, sagte Mangold dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Danach rückt Peter in den Aufsichtsratsvorsitz auf. Das ist aus meiner Sicht eine überzeugende Lösung und sorgt für Kontinuität.“ Der 71-jährige Mangold widerspricht damit Branchengerüchten, dass er darüber verärgert sei, seinen Posten an den Briten Long abgeben zu müssen. „Meine Amtszeit läuft im Übrigen sowieso 2016 ab“, betonte Mangold.

Tui und seine widerspenstige britische Tochter hatten sich Freitag überraschend auf einen Zusammenschluss geeinigt. Die Fusion soll im Herbst über die Bühne gehen und Dutzende Millionen Euro einsparen helfen. Bei der Transaktion soll kein Bargeld fließen, sondern der Kaufpreis wird mit Aktien beglichen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung solle in den nächsten Monaten die Genehmigung für eine Kapitalerhöhung über Aktien eingeholt werden, sagte ein Tui-Sprecher.

Ein erster Übernahme-Versuch von Joussens Vorgänger Michael Frenzel war 2013 gescheitert - auch am Widerstand des selbstbewussten Tui-Travel-Chefs Long. Der Brite und Joussen sollen den neuen Gesamtkonzern nun bis Februar 2016 als Doppelspitze führen.

Mangold glaubt, dass Tui für seinen zweiten Anlauf nun einen perfekten Moment gefunden hat. „Man kann eine solche Transaktion nur dann durchziehen, wenn ideale Vorrausetzungen geschaffen sind“, sagte er dem Handelsblatt. „Wir mussten erst einige strukturelle Themen lösen. Diese Hausaufgaben haben wir gemacht, und jetzt nutzen wir die Gelegenheit und schaffen ein einheitliches, schlagkräftiges Unternehmen.“

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    Die Fusion soll den Tui-Konzern zu einem der Weltmarktführer aufsteigen lassen. Gemeinsam kommen die beiden Konzerne im Pauschalreisegeschäft auf einen Umsatz von 16,7 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 880 Millionen Euro.

    • hz
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