Umlage Bahnen sollen für Energiewende zahlen

Auch Verkehrsbetriebe und die Deutsche Bahn sollen nach Plänen der Bundesregierung für die Energiewende zahlen. Auf die Unternehmen kämen Kosten in Milliardenhöhe zu und die Ticketpreise könnten steigen.
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In diesem Jahr zahlt der Konzern nach eigenen Angaben rund 55 Millionen Euro Umlage für den Ökostrom. Quelle: obs

In diesem Jahr zahlt der Konzern nach eigenen Angaben rund 55 Millionen Euro Umlage für den Ökostrom.

(Foto: obs)

BerlinDie Bundesregierung will auch die Bahnen für die Kosten der Energiewende zur Kasse bitte. Auf die Deutsche Bahn aber auch die Betreiber von U- und S-Bahnen kämen damit Lasten in Milliardenhöhe zu, die höhere Ticketpreise nach sich ziehen könnten.

Nach Auffassung aller Beteiligten seien Ausnahmen von der Umlage für die Ökostrom-Förderung nur zu rechtfertigen, wenn sie im internationalen Wettbewerb stünden, sagte Umweltminister Peter Altmaier (CDU) am Mittwoch in Berlin. „Deshalb habe ich mich gefreut, dass die Grünen in ihrem Papier zur Strompreisbremse selbst diese Ausnahmeregelung im Bereich der Bahn und der Schiene infrage gestellt haben.“ Dies spiegele sich auch in seinem eigenen Vorschlag wider, sagte Altmaier. „Wenn wir uns darauf einigen können, dann werde ich diesen Vorschlag mittragen und er wird dann von allen Parteien gemeinsam umgesetzt.“

Zur Dämpfung der Strompreise will Altmaier zum einen Einschnitte bei der Ökostromförderung, zum anderen will er aber auch mehr große Stromverbraucher zahlen lassen, die bislang von der Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien nahezu befreit sind. Für die Umsetzung des Konzepts sucht er die Unterstützung von SPD und Grünen im Bundesrat.

Größter Stromverbraucher ist die Deutsche Bahn, deren Personenverkehr nicht im internationalen Wettbewerb steht. In diesem Jahr zahlt der Konzern nach eigenen Angaben rund 55 Millionen Euro Umlage für den Ökostrom. Würde der Konzern voll herangezogen, träfe dies das Unternehmen hart: „Dies würde dann ein hoher, dreistelliger Millionen-Euro-Betrag sein“, sagte ein Sprecher. Belastet würden aber auch kommunale Verkehrsbetriebe mit Straßen- und U-Bahnen. Ursprünglich war die Befreiung der Bahnen auf Initiative der Grünen unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) verankert worden. Fraktionschef Jürgen Trittin hatte aber deutlich gemacht, dass er sie für nicht mehr gerechtfertigt hält.

Die SPD hingegen war auf Distanz gegangen: „Es macht keinen Sinn, die Bürger als Stromkunden auf der einen Seite zu entlasten, auf der anderen Seite aber bei den Ticketpreisen zu belasten“, hatte Fraktionsvize Hubertus Heil gesagt. Die SPD werde daher in den Gespräche mit Bund und Ländern keine Forderung erheben, die Ausnahmen für die Bahnen bei der Umlage für den Ökostrom zu beschneiden.

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11 Kommentare zu "Umlage: Bahnen sollen für Energiewende zahlen"

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  • Fast alles am Öko-Strom läuft am Ende immer wieder auf mehr Öl- und Gasverbrauch hinaus. Wind/Solar benötigen Schattenkraftwerke, dafür sind Öl(Diesel-) und Erdgasturbinen besser geeignet als Kohle-/Kernkraft mit hohen Investitionskosten. Öko-Strom vernichtet den Traum von E-Autos, denn zusammen mit den hohen Kosten für den Akku wird sich das dann bei uns niemals rechnen, also bleibt der Verkehr bei Benzin und Diesel. Heizung mit Strom wird auch finanziell vom Staat boykottiert, und man empfiehlt Erdgas...

    Die Öl-/Gaslobby hätte es nicht besser hinbekommen können, und kann den Herren Trittin, Schröder und Frau Merkel mehr als dankbar sein.

  • Strom wurde früher einmal als die Energieform der Zukunft gesehen, mit Elektrifizierung sollten Züge, Autos, Heizungen betrieben werden. Erzeugt werden konnter der Strom billig mit Kohle- und Kernkraft. Das war vor dem EEG.

    Inzwischen muß sich die Bahn wohl überlegen, ob sie nicht Dieselmotoren installieren sollte (es gibt einen mit Diesel betriebenen ICE), denn Strom für den Transport zu verwenden wird in Deutschland bald so utopisch sein wie Champagner als Badewasser.

  • Das diese Umlage von den Bahnen bezahlt wird, ist wieder so ein Etikettenschwindel der üblichen Sorte. Am Ende zahlt der Bürger über die Umlage auf die Ticketpreise

  • Wenn die Bahn mit ihren Fahrpreisen zukünftig nicht mehr konkurrenzfähig ist, dann werden die Fernbus-Betriebe mit ihren günstigen Fahrpreisen gerne diese Lücke ausfüllen.

    Allerdings kommt dann ein neues Problem auf Deutschland zu. Wir haben den Straßenbau jahrzehntelang vernachlässigt und diskutieren, von den Grünen in den Bundesländern veranlasst, noch immer über (Umwelt-)Beschränkungen im Straßenausbau.

    Deutschland hat mit seinem fehlenden Haushaltsgeld auf der einen Seite und anderseits mit seiner Öko-Umwelt-Politik eine nicht tragbare Last auf seine Schultern geladen.

    Wenn ich mir nur den vor ca. 15 Jahren eingeleiteten Straßenrückbau (4 Spuren auf 2 Spuren, Bushaltebuchten abgebaut und der Bus hält nun mitten auf der Straße) in verschiedenen Innenstädten betrachte, wird mir ganz schlecht dabei.

    Schade, dass damals viele Stadtväter für den Straßenrückbau Schulden angehäuft haben, die noch heute den Steuerzahler und die Haushaltskasse der Städte belasten.

    Das ist das Ergebnis von verfehlter Vorausschau in organisatorischen Angelegenheiten bezüglich dem Verkehrswegeausbau.

    Wie viele Menschen müssen auf überlasteten Straßen noch täglich sterben, bis sich unsere Umwelt-Apostel für mehr Straßenausbau einsetzen.

    Die Politiker/Landräte, die sich gegen den Autobahnausbau wie z.B. der „B 10 Landau/Pirmasens“ stemmen, gefährden Menschleben nur deshalb, um in ihrem abgegrenzten Heimat-Wahlkreis wieder gewählt zu werden.

    Diese Woche gab es wieder einen Toten durch einen Frontalunfall auf vorgenannter Strecke B10 Landau/Pirmasens, der bei einer Autobahn nicht vorgekommen wäre. Frontalunfälle kommen im Regelfall nur auf zwei bzw. dreispurigen Straßen vor.

  • Welcher Redakteur des HB ist denn dort in den 90ern hängen geblieben? "..., deren Personenverkehr nicht im internationalen Wettbewerb steht". Aus dem Stand könnte ich fast 10 internationale Wettbewerber (nur Bahnen, keine Fluggesellschaften) nennen, mit denen die Deutsche Bahn auf dem deutschen sowie auf internationalen Märkten konkurriert .

  • Typisch für "Die Grünen"! Um ihrem Klientel die Pfründe zu sichern, werden die Niedrigverdiener mal wieder zur Kasse gebeten. Herr Trittin, mit der Gande von fetten Pfründen und einem Freifahrtsschein für die Bundesbahn ausgestattet, hat sicherlich kein problem mit höheren Fahrpreisen oder mit immer weiter steigenden Stromkosten. Eine Familie mit 2000€ Netto im Monat hat diese Probleme. Die Grünen sind zutiefst unsozial, unsolidarisch und nur dem Wohl ihres Klientels verpflichtet.

  • Also zahlen wir auch an der Stelle für die niedrigen Stromkosten der Großunternehmen und die veralteten Netze der Energieversorger. Dafür zahlen wir schon seit Jahrzehnten, aber bisher wurden die Gelder an die Aktionäre weitergereicht. Deshalb ist nichts in die Netze investiert worden!
    Aber unter dem Deckmantel der EE lässt sich das gut verstecken.

  • Golfplätze stehen also im internationalen Wettbewerb?

    Aber ist schon klar, die Bahn hat keine Konkurrenz durch europaweite Ausschreibungen, durch Flugzeuge usw.

    Aber die Ursache sollte klar sein, der Eigentümer der Bahn ist der Staat, und der muss verschuldet werden sehr es geht, da ist jedes Mittel recht.

    Im Übrigen kann man hier wieder die Akzeptanz der Energiewende wirksam bekämpfen. Wäre die Bahn in Privathand, würde dies nicht gehen, da dann die Gewinne der Reichen gefährdet werden!

  • Ergänzung...die im Artikel genannten Kosten der Verbraucher für "Erneuerbare Energien" sind schlicht falsch.
    Wenn man die Gesamtsubventionen von 25 Mrd. € /40Mio Haushalte dividiert so erhält man einen Betrag on ca. 50€ im Monat.
    Wenn man noch Gemeinkosten, Margen und Steuern berückschtigt, sind dies ca. 100€/Monat und Haushalt.

    So beginnt die Intransparenz.

    Vandale

    PS:Dabei wurde angenommen, dass Gewerbe und Industrie die Kosten weitergeben.


  • Letztlich wird die Subventionierung durch diesen Schritt nicht geringer, sondern lediglich intransparenter.

    Natürlich kann man einen grösseren Teil der Kosten umweltschädlichen Oekostroms an die Industrie und das Gewerbe geben.
    Allerdings haben diese keine himmlischen Konten. So werden dann die Kosten mit Gemeinkostenaufschlägen, Marge und MwSt an die Kundschaft weiter gereicht.

    Propagandistisch hilft dies weil die enormen Kosten einer sehr suboptimalen Stromproduktion verdeckt werden.

    Vandale

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