Umsatzsprung bei Windeln.de „Die Chinesen lieben das TÜV-Siegel“

Windeln.de ist ein deutsches Start-up – erzielt aber mehr als die Hälfte des Umsatzes in China. Gründer Alexander Brand erklärt, wieso der fallende Aktienkurs ihn nicht ängstigt – und wie er an genug Milchpulver kommt.
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Windeln.de erzielt die Hälfte seiner Umsätze in China. Quelle: Imago
Geschäft mit Babys

Windeln.de erzielt die Hälfte seiner Umsätze in China.

(Foto: Imago)

BerlinWindeln.de ist auf Erfolgskurs: Im ersten Halbjahr erzielte der Online-Babyausstatter ein Umsatzwachstum von 85 Prozent auf 75 Millionen Euro und konnte zugleich die Margen im operativen Geschäft maßgeblich verbessern. Gleichzeitig gewann das Start-up 117.000 aktive Kunden hinzu. Vor Steuern steht allerdings weiterhin bereinigt ein Verlust von 4 Millionen Euro, nur knapp weniger als im Vorjahrszeitraum.

Trotz der roten Zahlen war das junge Unternehmen Anfang Mai an die Frankfurter Börse gegangen. Schon beim Marktdebüt lag der Aktienkurs unter dem Ausgabepreis von 18,50 Euro und steht seither unter Druck. Die positiven Umsatzzahlen hievten den Anteilsschein am Donnerstag mehr als sieben Prozent ins Plus. Damit kostete das Papier aber immer noch nur knapp über zehn Euro.

Alexander Brand gründete das Unternehmen 2010 gemeinsam mit Konstantin Urban. Zuvor war der Vater von zwei Kindern sieben Jahre im Management von Siemens tätig. Über die Hälfte des Umsatzes macht Windeln.de in China.

Herr Brand, seit dem Börsengang vor vier Monaten sinkt der Wert der Windeln.de-Aktie kontinuierlich. Wie erklären Sie das?
Um ehrlich zu sein, kann ich es mir selbst nicht erklären. Mit unseren Zahlen sind wir jetzt genau da, wo wir hinwollten. Wir sind im ersten Halbjahr um 85 Prozent gewachsen und haben die Margen im operativen Geschäft maßgeblich verbessert. Mehr haben wir vor dem Börsengang nicht versprochen. Die Märkte sind insgesamt ziemlich nervös.

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Skeptisch scheinen die Märkte gerade vor allem bei Online-Unternehmen zu sein, die erstmal nur Wachstum versprechen, aber mit dem Gewinn auf sich warten lassen. Profitabel sind Sie noch nicht.
Das hatten wir für dieses Jahr auch noch gar nicht vor. Wobei Windeln.de für sich allein genommen profitabel wäre. Der Gesamtkonzern schreibt Verluste, weil wir in einigen Ländern noch am Anfang stehen. Der Online-Markt für Babyartikel steht insgesamt noch am Anfang. Erst ein einstelliger Prozentsatz wird im Internet verkauft. Wir investieren, um an diesem wachsenden Markt einen möglichst großen Anteil zu bekommen. Derzeit halte ich Wachstum für wichtiger als Profitabilität.

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1 Kommentar zu "Umsatzsprung bei Windeln.de: „Die Chinesen lieben das TÜV-Siegel“"

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  • Ich betselle sehr viel bei Windeln de, was mich aber wundert ist dass ich ofte eine Rechnung bekomme in der die MwSt falsch ausgewiesen wurde, ich frage mich wie das bei so einem großen Unternehmen sein kann?

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