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Umsatzverluste Coronavirus: Luftfahrt leidet immer heftiger unter den Ausfällen

Mit Flybe muss eine erste Fluggesellschaft Insolvenz anmelden. Der Welt-Airlineverband IATA rechnet mit branchenweiten Umsatzverlusten in Milliardenhöhe.
05.03.2020 - 16:15 Uhr Kommentieren

Britische Regionalfluggesellschaft Flybe meldet Insolvenz an

Frankfurt Das Coronavirus hat ein erstes Opfer in der Luftfahrt gefordert: Der britische Regionalflieger Flybe musste in der Nacht zu Donnerstag Insolvenz anmelden. Man habe „alles Mögliche versucht“, eine Pleite zu verhindern, versicherte Flybe-Geschäftsführer Mark Anderson den rund 2000 Mitarbeitern. Noch am Mittwoch hatte die Airline Gespräche mit der britischen Regierung geführt, um die Pleite abzuwenden – aber der Versuch scheiterte.

Flybe ist zwar nicht alleine an den Folgen der Lungenkrankheit gescheitert. Die Auswirkungen der Epidemie dürften dem Konsortium, das hinter Flybe gestanden habe, vielmehr die perfekte Ausrede gegeben haben, um nicht noch mehr Geld in ein Geschäft zu investieren, das keine Gewinne machte, sagt Analyst Ralph Hollister von Global-Data. Schon vor dem Ausbruch des Virus befand sich die Airline in Schieflage. Doch der Fall zeigt, dass schwache Fluggesellschaften die Zusatzbelastungen durch Corona kaum stemmen können.

Denn die werden immer heftiger. Die israelische Regierung hat zum Beispiel angeordnet, Reisende aus mehreren Ländern, darunter auch aus Deutschland, nicht mehr ins Land zu lassen. Daraufhin sagte Lufthansa am Donnerstagnachmittag alle Flüge nach Tel Aviv und Eilat für die kommenden drei Wochen ab. Insgesamt hat die Airline nun im März 7100 Flüge alleine in Europa gestrichen.

Hinzu kommt der Ausfall diverser Langstrecken-Verbindungen, die sich auf die Kapazität von 25 Langstreckenjets summieren. Unter dem Strich hat die nach Umsatz größte europäische Fluggesellschaft nun rechnerisch 150 ihrer 770 Flugzeuge wegen Corona vorübergehend aus dem Verkehr gezogen.

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    Noch heftiger trifft die Anordnung in Israel die dortige Airline El Al. Um die Ausfälle auf Kostenseite abzufedern, trennt sich das Unternehmen von 1000 Zeitarbeitskräften und Festangestellten. Besser bezahlte Mitarbeiter sollen auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichten. Die Geschäftsführung und der Verwaltungsrat gehen hier voran und verzichten ebenfalls auf 20 Prozent ihrer Einkünfte.

    Angesichts der enormen Dynamik hat der Welt-Airlineverband IATA nur zwei Wochen nach der letzten Revision seiner Prognose die Aussichten für die Branche noch einmal drastisch nach unten korrigiert. Statt eines Umsatzverlusts von 29,3 Milliarden US-Dollar erwartet der Verband nun mindestens Ausfälle in Höhe von 63 Milliarden Dollar.

    Diese Summe unterstellt aber, dass sich das Virus nicht noch in weiteren Ländern ausbreitet als bisher. Geschieht das, könnte der Umsatzverlust sogar bis zu 113 Milliarden Dollar betragen.

    Chinas Regierung hilft Airlines

    Im harmloseren Szenario geht die IATA etwa für Deutschland von einem Rückgang bei den Passagierzahlen von zehn Prozent aus. In Italien – das Land hat in Europa die meisten Corona-Erkrankten und auch Opfer des Virus zu beklagen – könnte der Rückgang sogar 24 Prozent betragen.

    Im schlimmsten Szenario – also dem einer Ausbreitung in weiteren Ländern – dürften die Passagierzahlen auch in Deutschland um bis zu 24 Prozent fallen. Damit würde Deutschland zusammen mit Italien, Österreich, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, Spanien, der Schweiz, Schweden und Großbritannien zu den am meisten betroffenen Regionen in Europa zählen.

    Handelsblatt Morning Briefing - Corona Spezial

    Angesichts dessen rief Alexandre de Juniac, der Generaldirektor der IATA, die Regierungen dazu auf, Pläne wie etwa eine höhere Luftverkehrssteuern neu zu überdenken und auszusetzen.

    In China, wo das Virus wohl seinen Ursprung hat, ist man schon weiter. Hier will der Staat den Airlines helfen. So hat die Zivilluftfahrtbehörde von China (CAAC) am Mittwoch verkündet, dass sowohl chinesische als auch ausländische Fluggesellschaften Subventionen bei der chinesischen Regierung beantragen können. Es handelt sich dabei um eine Zahlung, die Fluggesellschaften bekommen sollen, die während der Coronakrise noch innerhalb Chinas und von China zu internationalen Flügen gestartet oder gelandet sind.

    Demnach sollen die Unternehmen bei Code-Sharing-Flügen – also jenen, die mit anderen Airlines angeboten werden – 0,0176 chinesische Yuan (0,0023 Euro) pro Sitz und geflogenen Kilometer bekommen. Bei den anderen Flügen sind es 0,0528 Yuan. Das chinesische Wirtschaftsmagazin „Caixin“ hat ausgerechnet, dass manche Airlines so umgerechnet bis zu 23 Millionen Euro Finanzhilfe erhalten könnten.

    Mehr: Storno-Kosten wegen des Coronavirus – das ist die Lage für Reisende.

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