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Umstellung auf Germanwings „Die Lufthansa wird sich noch wundern“

Die Lufthansa stellt weite Teile ihres Europageschäfts auf die Billigtochter Germanwings um. Vielflieger fürchten um ihre Privilegien. Auch die Belegschaft droht mit Widerstand gegen die Pläne.
01.07.2013 Update: 01.07.2013 - 12:42 Uhr 25 Kommentare

Lufthansa spart: Alles neu bei Germanwings

Düsseldorf Die Lufthansa will günstiger werden. Künftig soll darum die Billigtochter Germanwings die meisten Ziele in Deutschland und Europa anfliegen. Die Standorte Köln, Nürnberg und Stuttgart wurden bereits umgestellt, nun folgt Hamburg und ab dem Winterflugplan auch Berlin. Bis Ende 2014 sollen auch in Düsseldorf nur noch die Langstreckenflieger unter dem Kranich-Logo fliegen. Allein Frankfurt und München bleiben von den Plänen unberührt.

Die Umstellung ist einer der zentralen Bausteine im Sparprogramm Score, mit dem Lufthansa-Chef Christoph Franz Deutschlands größte Fluggesellschaft für die Zukunft rüsten und den operativen Gewinn jährlich um 1,5 Milliarden Euro steigern will. Allein Germanwings soll dazu 200 Millionen Euro pro Jahr beitragen.

Dafür fliegen die Kurzstreckenjets ab sofort in weiß-brombeer, den Farben von Germanwings. 38 Mittelstreckenjets vom Typ A319 wurden bereits umlackiert. Schritt für Schritt soll die Flotte um weitere 23 Bombardier-Regionaljets CRJ 900 und 30 Airbus A319 aufgestockt werden. Dann sind 90 Flieger für Germanwings unterwegs. Bis 2016 soll die Zahl der Passagiere pro Jahr auf 20 Millionen anwachsen.

Bei den Vielfliegern sorgt die Umstellung auf Germanwings für wenig Begeisterung. Als erste Details der Umstellung bekannt wurden, schickten einige ihre silbernen Miles&More-Karten geschreddert in die Lufthansa-Zentrale zurück. Die Lufthansa lenkte ein. Pläne, einen „Eintritt“ von 25 Euro für den Lounge-Zugang zu erheben, wurden aufgegeben. Doch bei der Stammkundschaft brodelt es immer noch.

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    Die wichtigsten Kunden fürchten um ihre Privilegien. „Von heute auf morgen steht man ohne Status da“, sagt ein Unternehmensberater mit HON-Status, der regelmäßig mit der Lufthansa ab Düsseldorf fliegt. Tatsächlich kassiert die Lufthansa mit der Umstellung auf Germanwings einige Privilegien, die Vielflieger bisher in Anspruch nehmen konnten. Ihr Gepäck wird künftig nicht mehr mit Priorität behandelt, das „Durchbuchen“ von Gepäck bei Anschlussflügen kostet künftig 15 Euro Bearbeitungsgebühr und auch Freigepäck gibt es künftig nicht mehr.

    Um trotzdem noch allen Kunden gerecht werden zu können, will Germanwings dafür ab heute flächendeckend auf ein dreistufiges Preissystem umstellen. Im Basistarif ab 33 Euro ist nur der Sitz inklusive, beim Smart Tarif ab 53 Euro gibt es mehr Beinfreiheit, einen Snack und für Vielflieger auch den Zugang zur Lounge. Im Komforttarif „Best“ ist fast alles inklusive: Essen à la carte, ein freier Nachbarsitz und mehr Beinfreiheit sowie Lounge-Zugänge ohne Vielflieger-Status und schnelles Check-In – dafür kostet ein Ticket dann aber auch mindestens 199 Euro.

    Für viele Geschäftskunden ist der neue Tarifdschungel ein Graus. In Vielflieger-Foren im Internet regiert die Unsicherheit. Im Vorfeld hatte die Lufthansa ihren Vielfliegern eine Broschüre zur Umstellung zukommen lassen. Viele fühlen sich trotzdem schlecht informiert. „Meine Kollegen und ich denken darüber nach, auf die Konkurrenz umzusteigen“, beschwert sich ein Wirtschaftsprüfer im Internet. Um Meilen zu sammeln, habe er auch längere Wartezeiten in Kauf genommen. In vielen Unternehmen sei das nun kaum noch zu rechtfertigen. „Die Lufthansa wird sich noch wundern.“

    Clinch mit den Piloten und Flugbegleitern
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    25 Kommentare zu "Umstellung auf Germanwings: „Die Lufthansa wird sich noch wundern“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Lufthansa hat es geschafft, durch immer mehr Verschlechterungen aus ihrem Kundenbindungsprogramm Miles and More ein Ärgernis und damit ein Abnabelungsprogramm zu machen. Schon die im Vergleich zu anderen Star Alliance Partnern vierfachen Gebühren für die gleichen "Frei"flüge, die manchmal über den buchbaren Ticketkosten liegen, sind nicht mehr nachvollziehbar und rein willkürlich. Man fragt sich, wo die Chefs Marketing gelernt haben. So jedenfalls wird die LH weiter im Sinkflug bleiben. Oder man fliegt nur noch Fracht, dann braucht man auf den Service nicht mehr achten.

    • Endlich schöne und geschmackvolle Uniformen ! Willkommen in der Welt !

    • Ja jetzt sind es noch die Europaflüge (Immerhin Flugstrecken von bis zu 2000km möglich) später geht es dann um die ganze Welt ohne Getränk (bzw. nur mit Aufpreis)

    • Undwas ist bitteschön mit Zubringerflügen?

    • Wie einige geschrieben haben kann man natürlich 2 Stunden auf Sitzkomfort, Getränke und Essen verzichten... aber warum zahlt man dann immer noch mehr als bei anderen billigairlines? Zudem war es immer ganz net nach langen Meetings und spätem Rückflug noch einen Service zu bekommen, alles jetzt nur noch mit Zuzahlung. Aber noch besser war der Irrsinn der Umstellung... ich habe im April anch einem Flug HH-Genf geschaut, der sollte im Juli dann 518€ kosten, dafür kann an auch nach New York kommen, inkl. Service. Inzwischen kann man bei Germanwings zwar im Streckennetz diese Strecke aussuchen, aber es gibt diesen Flug nicht mehr! Udn by the way wurden zum 30.6. auch viele Voreile der Stammflieger mal eben gestrichen... Voucher sind plötzlich weg!

    • Um Himmels Willen Lufthansa! Gebt den Kindern ihr Spielzeug zurück, sonst machen sie sich zwischen Düsseldorf und London die Hosen voll.

    • Zitat
      "Für viele Geschäftskunden ist der neue Tarifdschungel ein Graus."
      Es ist doch kein Wunder Der Herr Franz hat doch schon bei der Bahn mit den Tarifen gepfuscht. Warum sollte es jetzt besser sein

    • Sie haben scheinbar den Sinn der Umstrukturierung nicht verstanden ... Es geht um das Europageschäft abseits der Hubs in FRA und MUC. Ihre Preise für die Langstrecke nach NY haben hiermit garnichts zu tun.

    • Ganz ehrlich, sind sie schonmal Business-Class auf der Kurz-/Mittelstrecke geflogen? Das einzige was da anders zu Economy ist, war der freie Mittelsitz und die etwas bessere Verpflegung. Das ganze gibts bei Germanwings weiterhin, heißt jetzt nur Best-Tarif und nicht mehr Businessclass. Und die Lougne-Benutzung, Freigepäck, usw. gibts auch noch alles. Ich verstehe die Aufregung ehrlichgesagt nicht wirklich

    • @Harlemjump
      Warum Neider? Man kann Menschen beneiden, die sich privat (Betohnung liegt auf privat) einen First-Class-Flug leisten können. Die Menschen, die für ihren Arbeitgeber im Business Class fliegen, sind echt nicht beneidenswert.
      *
      Außerdem fliege ich generell ungerne mit der LH. Es gibt m.E. viel bessere Airlines. Emirates z.B. Also brauche ich persönlich keinen Senator-Status bei der LH, der mich nur an diese mittelmäßige Airline bindet.

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