Unternehmen spricht von Einzelfällen Adecco gibt Entwarnung

Der Schweizer Personaldienstleister Adecco hat im Zug einer ersten Prüfung seiner Buchführung keine Hinweise auf breit angelegte Unterschlagungen oder ähnliche Unregelmässigkeiten festgestellt.

HB ZÜRICH. Adecco teilte am Freitag mit, die Untersuchung der Mitte Januar ans Licht gekommenen Probleme vor allem im Nordamerika-Geschäft befinde sich zwar noch in einem frühen Stadium, es gebe aber keine Hinweise Unregelmässigkeiten, die für das Gesamtunternehmen von finanzieller Bedeutung wären.

Die Börse reagierte auf die Erklärung, über die seit Tagen spekuliert worden war, mit Erleichterung. Banken stuften die Aktie wieder höher ein. In der ersten Börsenstunde gewann die Adecco-Aktie mehr als zehn Prozent auf 64 sfr. Anfang Januar, bevor Adecco den Jahresabschluss wegen der Probleme in Nordamerika auf unbestimmte Zeit verschieben musste, hatte der Titel allerdings noch bei mehr als 80 sfr notiert.

In einigen Ländern und Filialen seien Fälle von Unterschlagung und ähnliche Unregelmässigkeiten festgestellt worden, teilte Adecco weiter mit. Der Verwaltungsrat glaube jedoch nicht, dass sich diese als bedeutend für das Gesamtunternehmen herausstellen würden. Adecco will das Kontrollsystem weltweit verstärken und hat einen unabhängigen Beobachter bestellt, der die Untersuchungen überwachen soll.

Der Konzern befinde sich in einer gesunden finanziellen Verfassung, hiess es in der Mitteilung weiter. Die Nettoverschuldung einschliesslich ausserbilanzieller Verpflichtungen gab Adecco per Ende 2003 mit rund 900 Millionen Euro an. Im vierten Quartal seien die Schulden aus eigener Kraft weiter abgebaut worden. Das laufende Geschäft habe nicht gelitten. Die Nachfrage nach Dienstleistungen sei stärker als im Vorjahr, hiess es weiter. Zur Frage, ob Kunden abgesprungen sind, äusserte sich Adecco nicht. Ebenso gab es keinen Hinweis auf Konzernchef Jerome Caille, über dessen Rücktritt spekuliert worden war. Ein neues Datum für den Jahresabschluss gab Adecco nicht an.

Analysten sprachen von einer Teilentwarnung und von möglicherweise „Viel Lärm um Nichts“. Die Aktie habe nun wieder Potenzial bis zu einem Kurs von 75 sfr. Allerdings, so Analysten weiter, habe Adecco mit einer unglücklichen Kommunikationspolitik viel Porzellan zerschlagen. Das Unternehmen hatte die Kontrollprobleme zwar von sich aus bekannt gemacht, aber keine Einzelheiten genannt, so dass Spekulationen und Gerüchten Tür und Tor geöffnet wurde. Auch der Rücktritt von Finanzchef Felix Weber half da wenig. Doch jetzt gelobte das Unternehmen Besserung. „Der Verwaltungsrat ist entschlossen, mit allen Bezugs- und Anspruchsgruppen des Unternehmens rechtzeitig zu kommunizieren“, hiess es.

Für das Geschäft in Nordamerika wurde mit Ray Roe ein neuer Leiter bestellt. Er wird sich auch mit den Sammelklagen beschäftigen müssen, die gegen Adecco eingereicht wurden.

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