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Uwe Raschke Chefwechsel bei Bosch Siemens Hausgeräte

Der 61-jährige Uwe Raschke wird Chef von BSH. Die Bosch-Zentrale in Stuttgart nimmt damit die Tochter des Konzerns enger an die Leine.
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Er gilt bei Bosch als der Versteher des Endverbrauchers. Quelle: Robert Bosch Power Tools GmbH
Uwe Raschke

Er gilt bei Bosch als der Versteher des Endverbrauchers.

(Foto: Robert Bosch Power Tools GmbH)

München, Stuttgart Über den Mini-Akkuschrauber Ixo kann Uwe Raschke abendfüllende Referate halten. Unter seiner Führung wurde das handliche Gerät zum weltweit meistverkauften Elektrowerkzeug.

„Wir haben es bewusst in einer attraktiven Aluverpackung angeboten und damit auch zum Lifestyle-Produkt gemacht“, sagte Raschke einmal. Besonders konnte sich der Bosch-Manager darüber freuen, dass immer mehr Frauen zu dem knuffigen Männerspielzeug griffen.

Der 61-Jährige ist in der Bosch-Führung der Mann für die Konsumgüter; er ist der Endverbraucher-Versteher eines Konzerns, dessen Kunden überwiegend Unternehmen sind. Es ist diese Expertise, die ihn nun noch weiter nach vorn bringt.

Nach dem plötzlichen Abgang von Vorstandschef Karsten Ottenberg, der sechs Jahre an der Spitze von Bosch Siemens Hausgeräte (BSH) stand, übernahm er jetzt zusätzlich zu seinen Aufgaben bei Bosch die Führung des Unternehmens.

Raschke sei „eine international erfahrene Bosch-Führungskraft“ und könne der Tochter „wichtige Impulse für die Weiterentwicklung geben“, sagte Bosch-Vize Stefan Asenkerschbaumer.

Dass es bei Deutschlands größtem Hausgerätekonzern nicht rundläuft, hat sich abgezeichnet. Nach Jahren stürmischen Wachstums sanken die Erlöse 2018 erstmals seit fast zehn Jahren um gut drei Prozent auf 13,4 Milliarden Euro.

„Unter der schwierigen Marktlage haben alle Anbieter zu leiden“, sagt ein Insider. Allerdings schaue in solchen Zeiten ein Eigentümer wie Bosch genauer hin, ob und wie sich zum Beispiel mit den vielen Digitalisierungsoffensiven Geld verdienen lasse.

Zukauf von Start-ups

Auch nach der Komplettübernahme der BSH durch Bosch hatte Raschkes Vorgänger Ottenberg die Firma vergleichsweise eigenständig führen können. „Er hat es lange geschafft, den Zugriff von Bosch auf die Strategie so gering wie möglich zu halten“, drückt es ein Insider aus. BSH war lange ein konservatives, ingenieurgetriebenes Unternehmen.

Ottenberg trieb die digitale Vernetzungsfähigkeit der Geräte voran und übernahm junge Tech-Firmen. Um den Kulturwandel zu verdeutlichen, baute er die Vorstandsetage im Stil eines Start-ups um – statt repräsentativer Chefbüros gab es lange Holztische und kleine Glaskabinen. Zunächst entwickelte sich BSH unter dem begeisterungsfähigen Chef vielversprechend.

Doch dann kehrte eine gewisse Ernüchterung ein. Längst nicht alle Initiativen zahlten sich aus, und der durchschlagende Erfolg mit vernetzten Produkten am Markt ließ auf sich warten. Zudem seien die Strukturen im Zuge der Digitalisierung immer komplexer geworden, heißt es in Industriekreisen. Offiziell ging Ottenberg „auf eigenen Wunsch aus persönlichen Gründen“.

Nun übernimmt Raschke, der im Zuge des Wechsels sein Amt als Chef des BSH-Aufsichtsrats abgibt. Diese Aufgabe übernimmt zusätzlich Bosch-Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer.

Direkt nach dem BWL-Studium hatte Raschke seine Laufbahn als Trainee bei Bosch gestartet, ab 1995 sammelte er internationale Erfahrung in Singapur. Wieder zurück in Leinfelden, stieg er ab 1998 erst zum weltweiten Verkaufsleiter auf, dann zum Marketingchef der Sparte Elektrowerkzeuge. 2003 übernahm er deren Führung.

Der Erfolg der Akkugeräte und ein schwunghaftes Umsatzwachstum ebneten ihm den Weg in die Konzerngeschäftsführung. Hier ist Raschke seit elf Jahren nicht nur für die Sparte Elektrowerkzeuge zuständig, sondern auch für BSH. Zudem koordiniert er die Aktivitäten des Konzerns in Europa und Afrika.

Ein radikaler Kurswechsel ist unter Raschke nicht zu erwarten – schließlich hat er alle zentralen Projekte als Aufsichtsrat begleitet. Doch sei die Berufung ein Signal, dass Stuttgart BSH an die kurze Leine nehmen wolle, meint ein Kenner des Unternehmens.

Überraschend ist aber, dass ein Mitglied der Geschäftsführung Hand anlegen muss – und kein ambitionierter Nachwuchsmanager des Konzerns mobilisiert wird.

Mehr: Sie ist eine der wenigen Frauen in Spitzenpositionen bei IT-Konzernen. In der neuen Folge von Mindshift spricht Vera Schneevoigt über ihre Karriere.

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