Vegane Produkte „Pflanzenkäse“ darf nicht Käse heißen

Niederlage für Tofutown vor dem EuGH: Der deutsche Hersteller darf seine veganen Produkte nicht unter Namen wie „Pflanzenkäse“ oder „Tofubutter“ verkaufen. Es besteht Verwechslungsgefahr, meinen die Richter.
Update: 14.06.2017 - 15:42 Uhr Kommentieren

Veganer Käse darf nicht „Käse“ heißen

Veganer Käse darf nicht „Käse“ heißen

LuxemburgRein pflanzliche Produkte dürfen dem höchsten Gericht der Europäischen Union zufolge nicht unter Bezeichnungen wie Milch oder Käse angeboten werden. Das gelte auch, wenn die Produkte durch klarstellende oder beschreibende Begriffe ergänzt würden, urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Mittwoch. Bezeichnungen wie Milch, Butter, Rahm, Käse oder Joghurt seien in der EU Produkten tierischen Ursprungs vorbehalten.

Auch durch Zusatzbegriffe könne eine Verwechslung durch den Verbraucher nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Ausnahmen gibt es in den EU-Regeln nur für wenige pflanzliche Produkte aus Frankreich und Großbritannien.

Hintergrund ist eine Klage gegen das Unternehmen Tofutown aus Wiesbaum in der Eifel im Auftrag von Wettbewerbern. Tofutown stellt rein pflanzliche (vegane) und vegetarische Produkte her und vertreibt sie unter Namen wie „Veggie-Cheese“ oder „Cream“

„Der Verbraucher weiß, dass er eine pflanzliche Alternative zu einem klassischen Tierprodukt kauft, wenn das Produkt als „veggie“, vegetarisch, vegan oder pflanzlich gekennzeichnet ist oder direkt der Pflanzenname (Mandelmilch, Sojamilch etc.) vorangestellt ist“, meinte Tofutown-Anwalt Michael Beuger.

Wo Veganer am besten einkaufen
Vollsortimenter – Platz 4: Kaufland
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Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Einzelhandelskette aus Neckarsulm landet im Ranking der Albert Schweitzer Stiftung auf dem vierten Platz bei den Vollsortimentern – zusammen mit Real. Im Vergleich zum letzten Jahr konnte sich Kaufland um einen Platz verbessern – nicht zuletzt durch die neu eingeführte vegane Eigenmarke „K-take it veggie“.
Die Albert Schweitzer Stiftung ist eine Tierschutzorganisation, die sich unter anderem für die Verbreitung der veganen Lebensweise einsetzt.

Platz 4: Real
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Die Metro-Tochter teilt sich den vierten Platz mit Kaufland. Das vegane Sortiment ist bei Real größer, allerdings kommuniziert Kaufland dieses seinen Kunden besser. Daher landen beide Einzelhandelsketten auf Platz vier des Rankings.

Platz 3: Globus
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Die Wurzeln der saarländischen Einzelhandelskette Globus gehen bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Seither hat sich das Unternehmen zu einem Milliardenkonzern entwickelt, der unter anderem auch in Osteuropa aktiv ist. Beim veganen Angebot hebt die Albert-Schweitzer-Stiftung vor allem die gute Kennzeichnung veganer Produkte hervor. Das reicht für den dritten Platz.

Platz 2: Tegut
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Der hessische Einzelhändler Tegut besticht vor allem durch seinen hohen Anteil von veganen Produkten am Gesamtsortiment. Auch der Online-Auftritt von Tegut, auf dem fast 300 vegane Rezepte bereitgestellt werden, wurde positiv bewertet. Tegut befindet sich im Besitz der schweizerischen Einzelhandelskette Migros.

Platz 1: Famila Nordost
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Unter dem Namen Famila firmieren in Deutschland mehrere Einzelhandelsketten, die von unterschiedlichen Handelsgruppen betrieben werden. Famila Nordost ist zum ersten Mal im Ranking vertreten und überzeugt mit dem größten veganen Sortiment und einer hervorragenden veganen Unternehmenskommunikation. An der Erhebung der Albert Schweitzer Stiftung haben die Unternehmen Edeka und Rewe nicht teilgenommen, da ihre Märkte weitgehend in Eigenregie betrieben werden und das vegane Sortiment daher von Markt zu Markt variiert.

Discounter – Platz 5: Lidl
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Der fünfte Platz geht an Lidl. Die Albert-Schweitzer-Stiftung bemängelt, dass das vegane Sortiment ausbaufähig sei. Hinzu komme eine mangelhafte Kommunikation und Kennzeichnung der veganen Produkte.

Platz 3: Norma
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Der Discounter lag 2015 noch an der Spitze der veganfreundlichsten Supermärkte Deutschlands – mittlerweile reicht es nur noch für den dritten Platz, den sich Norma mit Aldi Nord teilt. Vor allem die Größe des veganen Angebots wurde bemängelt, da diese Kategorie dieses Mal stärker gewichtet wurde. In den Bereichen Kennzeichnung, Anteil am Gesamtsortiment und Kommunikation ist Norma noch immer führend.

Die Richter hat das jedoch nicht überzeugt. Eine Verwechslungsgefahr für Verbraucher könne nicht ausgeschlossen werden, schrieben sie. Die EU-Regelungen seien sinnvoll: Sie schafften Klarheit und faire Bedingungen für Erzeuger, Händler sowie Verbraucher und stellten gleiche Qualitätsstandards sicher.

Allerdings gibt es Ausnahmen von der Regel – manche Pflanzenprodukte dürfen Milchbegriffe im Namen führen. Es geht dann um „Erzeugnisse, deren Art aufgrund ihrer traditionellen Verwendung genau bekannt ist“ oder bei denen „die Bezeichnungen eindeutig zur Beschreibung einer charakteristischen Eigenschaft verwandt werden“. Ein Beispiel: „Kokosmilch“. Was genau auf der Liste steht, variiert aber je nach Sprachraum. Tofu und Soja jedenfalls seien dort nicht aufgeführt, betonten die Richter.

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