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Verbandschef Philip Harting Neustart der Messen: „Wir können nicht warten, bis Corona verschwunden ist“

Der Vorsitzende des Brancheverbands Auma hofft auf einen erfolgreichen Herbst. Der Ausfall von Messen habe Veranstaltern hohe Verluste gebracht.
10.06.2020 - 17:55 Uhr Kommentieren
Der Vorsitzende des Messeverbands Auma hofft, dass das Messegeschäft schnell wieder in Gang kommt. Quelle:  HARTING Stiftung & Co. KG
Philip Harting

Der Vorsitzende des Messeverbands Auma hofft, dass das Messegeschäft schnell wieder in Gang kommt.

(Foto:  HARTING Stiftung & Co. KG )

Düsseldorf Philip Harting, Vorsitzender des Messeverbands Auma, kennt Messen von Kindesbeinen an. In dritter Generation führt er den Steckerhersteller Harting aus Espelkamp. Auf der Hannover Messe ist er Stammgast. Dieses Jahr fällt die Industrieschau wegen Corona aus - wie tausende andere Messen weltweit. Aussteller wie Messeveranstalter wagen nun im Herbst vorsichtig den Neustart.

Herr Harting, inzwischen sind Messen wieder erlaubt, allerdings mit viel Abstand und wenig Teilnehmern. Inwieweit ist das unter solchen Auflagen überhaupt sinnvoll und wirtschaftlich?
Viel Abstand heißt nicht automatisch wenige Teilnehmer. Die deutschen Messeplätze sind groß genug, um auch relativ viele Teilnehmer auf entsprechend große Flächen zu verteilen. Natürlich sollte jede einzelne Messe und Messebeteiligung wirtschaftlich sein. Aber im Moment geht es darum, dass das Messegeschäft wieder in Gang kommt. Das geht dem Einzelhandel nicht anders.

Fehlen nicht auch die wichtigen Besucher und Aussteller aus dem Ausland, die eine Messe erst relevant machen?
Im Moment passiert vieles, was die Rahmenbedingungen für ausländische Teilnehmer verbessert. Es gibt einen Fahrplan für Grenzöffnungen und den Abbau anderer Einreisehindernisse, zunächst innerhalb Europas. Und der internationale Flugverkehr kommt ab Juli wieder deutlich in Gang. Ich glaube, dass die deutschen Messen sehr schnell wieder ihre hohe Anziehungskraft entfalten.

Wie hoch sind die Verluste, die Veranstalter einfahren?
Das kann man erst am Ende des Jahres im Detail beziffern. Wir rechnen mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag.

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    Wie ist die Stimmungslage unter den Ausstellern? Inwieweit behindert der Ausfall internationaler Messen die Geschäfte?
    Das ist ein breites Spektrum. Einige sind eher zögerlich, viele Aussteller sagen aber: Besser eine Messebeteiligung mit nicht ganz optimalem Ergebnis als keine Beteiligung und kein Ergebnis. Man kann einige Funktionen von Messen ersetzen, aber bei weitem nicht alle. Der Ausfall von Messen hat dadurch deutlich negative Folgen für das Geschäft. Dementsprechend gibt es eine Reihe von Branchen, in denen Aussteller auf die Durchführung von Messen in diesem Herbst drängen.

    Schwenken Aussteller in der Not auf virtuelle Hausmessen um – auch nach Corona?
    Hausmessen haben nur ein begrenztes Zielspektrum. Man kann damit Kunden binden, man kann Wissen vermitteln, auch virtuell. Aber Hausmessen sind wenig geeignet, Neugeschäft zu generieren. Das braucht die Wirtschaft aber.

    Grafik

    Was sind die Vor- und Nachteile virtueller Branchenmessen?
    Mit virtuellen Präsentationen kann man in gewissem Umfang Marktpräsenz demonstrieren und auch mit Kunden kommunizieren, aber reale Messen haben eine ganz andere Überzeugungskraft. Der Kunde kann die Produktqualität nachprüfen, er kann ein Produkt testen und man kann mit ihm persönlich verhandeln. Reale Messen beschleunigen einfach den Entscheidungsprozess des Kunden.

    Werden Messen nach Corona noch so sein wie bisher?
    Sicherlich werden Messen in der ersten Phase auf Aussteller- und Besucherseite kleiner sein als bisher gewohnt. Aber wir werden uns 2021 in vielen Fällen wieder dem früheren Niveau annähern. Es ist anzunehmen, dass sich manche Veränderungsprozesse beschleunigen, zum Beispiel bei Standkonzepten, die auch Virtual Reality umfassen. Auch die Zahl ergänzender virtueller Events wird zunehmen. Messen werden aber weiterhin hoch effizient für die B2B-Kommunikation bleiben.
    Herr Harting, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Messen sehnen Neustart herbei

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