Verbraucher in Kauflaune Einzelhandel verzeichnet sattes Umsatzplus

Die Inflation ist niedrig, der Arbeitsmarkt robust – die Verbraucher sind daher in Konsumstimmung. Der große Gewinner: Der Einzelhandel, der sich durch den steigenden privaten Konsum über steigende Umsätze freuen kann.
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Besonders der Juni, der in diesem Jahr zwei Verkaufstage mehr hatte als noch 2014, sorgte für ein kräftiges Plus im Einzelhandel. Quelle: dpa
Deutschland in Kauflaune

Besonders der Juni, der in diesem Jahr zwei Verkaufstage mehr hatte als noch 2014, sorgte für ein kräftiges Plus im Einzelhandel.

(Foto: dpa)

WiesbadenDie Kauflaune der Verbraucher lässt im deutschen Einzelhandel die Kassen klingeln. Im ersten Halbjahr 2015 setzte die Branche real (preisbereinigt) 2,5 Prozent mehr um als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Ein kräftiges Plus von 5,1 Prozent brachte der Juni den Händlern ein. Allerdings hatte der Monat in diesem Jahr auch zwei Verkaufstage mehr als 2014. Besonders stark legte der Internet- und Versandhandel mit 16,8 Prozent zu. Der Einzelhandel schnitt im ersten Halbjahr etwas besser ab als vom Branchenverband HDE erwartet. „Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Einkommensentwicklung sind gut“, sagte ein Sprecher.

Das sind Deutschlands beliebteste Einkaufsmeilen
Zieht nicht mehr: Westenhellweg Dortmund
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Der Dortmunder Westenhellweg, hier sieht man den dort beheimateten Einkaufstempel Thier-Galerie, verpasst dieses Jahr knapp den Einzug in die Spitzengruppe der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Die Immobilienberatungsfirma JLL zählt einmal jährlich eine Stunde lang die Passanten in den Einkaufsstraßen deutscher Großstädte. In Dortmund auf dem Westenhellweg flanierten am Zähltag im März 9.365 Passanten in der Stunde. Erstmals seit 2009 schafft es der Standort damit nicht in die Top Ten der meist frequentierten Einkaufsstraßen in Deutschland.

Rang 10 – Bahnhofstraße Hannover
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Vor einigen Jahren wurde die Bahnhofstraße aufgehübscht, die Stadt Hannover investierte 8,95 Millionen Euro in die neue Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, die unter die Bahnhofstraße gelegt worden war, und weitere 3,83 Millionen in die Flaniermeile selbst. 30 neue Geschäfte und Gastrobetriebe fanden im Untergeschoss Platz, auch oben locken viele Ladenlokale. Mit Erfolg: 2015 landet die Bahnhofstraße mit knapp 10.000 Besuchern pro Stunde auf Rang 10 der beliebtesten Einkaufsstraßen in Deutschland.

Rang 9 – Schadowstraße Düsseldorf
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Es ist vermutlich nicht immer so ein Gedränge wie hier zur Wiedereröffnung der C&A-Filiale. Doch mit 10.080 Passanten in einer Stunde ist die Düsseldorfer Schadowstraße ohne Frage eine der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Mit 4775 Passanten in einer Stunde ist mit der Königsallee zudem eine Düsseldorfer Straße Spitzenreiter im Segment der Luxusmeilen.

Rang 8 – Hohe Straße Köln
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Es sind tatsächlich Menschenmassen, die sich hier durch die Hohe Straße in Köln schieben. Sie ist eine der längsten Einkaufsstraßen in Deutschland und extrem beliebt. Während der einstündigen Zählung von JLL passierten 11.190 Menschen die Geschäfte. „Die Passantenfrequenzen sind nicht das alleinentscheidende Kriterium für die Expansionsentscheidungen von Handelsunternehmen“, gibt JLL-Experte Dirk Wichner zu. Doch er sagt: „Kennziffern wie die Spitzenmiete, Zentralität oder Kaufkraft erhalten auf diese Weise zusätzliche Aussagekraft.“

Rang 7 – Georgstraße Hannover
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Die niedersächsische Landeshauptstadt schafft es mit der Georgstraße und ihren knapp 12.525 Passanten in einer Stunde sogar zwei Mal ins Ranking. Zum Erfolg der Georgstraße dürfte auch beitragen, dass sie eine reine Flaniermeile ist: Fußgängerzonen kommen laut der Erhebung von JLL durchschnittlich auf fast doppelt so viele Passanten wie Einkaufsstraßen mit Fahrbahn.

Rang 6 – Neuhauser Straße München
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Auf der Neuhauser Straße locken nicht nur Luxusgeschäfte wie das Karstadt-Haus Oberpollinger, doch die Einkaufsstraße richtet sich schon an gehobenes Klientel. Das scheint bei vielen Münchenern und Touristen zu verfangen: Hier tummeln sich in einer Stunde laut JLL rund 12.945 Menschen. München ist neben Berlin übrigens auch die Stadt mit der höchsten Dichte an so genannten Hochfrequenzlagen mit jeweils über 5.000 Passanten pro Stunde. Das Bild ergibt sich aus dem Ensemble der Kaufingerstraße, der Neuhauser Straße, der Weinstraße, des Tals sowie der Sendlinger Straße.

Rang 5 –Spitalerstraße Hamburg
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Mindestens 13.000 Passanten in der Zählstunde waren in diesem Jahr die Eintrittskarte für einen Platz unter den Top Fünf des JLL-Rankings. Die Spitalerstraße in Hamburg schafft es mit 13.070 Personen knapp in die Führungsgruppe. Im Luxussegment landet Hamburg sogar auf Rang 2: 2.925 Menschen gingen in einer Stunde am Neuen Wall entlang.

An seiner Vorhersage für das Gesamtjahr will der Verband aber vorerst nicht rütteln. Die Prognose werde im September überprüft. Bisher rechnet die Branche 2015 mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent – ähnlich fiel das Wachstum in den vergangenen Jahren aus.

Trotz eines leichten Rückgangs im Juli ist die Konsumlaune der Verbraucher so gut wie selten zuvor. Die niedrige Inflation und die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt beflügeln die Stimmung.

Hinzu kommen die jüngsten Tarifsteigerungen, die über der Teuerungsrate liegen, sowie die niedrigen Zinsen, die Sparen unattraktiver machen. „Der private Konsum wird auch in den nächsten Monaten eine wichtige Stütze der Konjunktur bleiben“, sagte GfK-Markforscher Rolf Bürkl kürzlich.

Der Sommerschlussverkauf, der Ende Juli begann, spielte für die Halbjahresbilanz noch keine Rolle. Allerdings hatten viele Händler schon in den Wochen davor den Rotstift angesetzt. Der Schlussverkauf oder „Final Sale“ wird immer häufiger ergänzt durch einen „Pre-, Mid- und End-Season-Sale“ – also durch Rabatte zum Beginn, in der Mitte und zum Ende der Saison. Im Vergleich zum Mai 2015 sank der Einzelhandels-Umsatz im Juni um 2,3 Prozent.

  • dpa
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