Verhandlungen Bahn peilt zügige Einigung mit Gewerkschaften in neuer Tarifrunde an

Die Deutsche Bahn will Streiks auf jeden Fall vermeiden. Dafür müsste sie auf die Forderung der Gewerkschaften eingehen – und die verlangen 7,5 Prozent mehr Lohn.
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Die Deutsche Bahn ist in einer schwierigen Situation: Der Gewinn sinkt, die Schulden steigen. Quelle: dpa
Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn ist in einer schwierigen Situation: Der Gewinn sinkt, die Schulden steigen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Deutsche Bahn will in der diesjährigen Tarifrunde eine schnelle Verständigung mit den Gewerkschaften erreichen. „Wir wollen am Verhandlungstisch zügig vernünftige Lösungen finden“, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler am Montag in Berlin. Es müsse ein Paket geschnürt werden, dass die Leistungen der Mitarbeiter wertschätze, aber auch das Kerngeschäft der Bahn im Blick behalte.

Die Gespräche mit der Lokführergewerkschaft GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) starten am Donnerstag und Freitag. Beide verlangen 7,5 Prozent mehr Lohn, wobei die GDL dies für zwei Jahre verlangt. Dazu kommen viele weitere Forderungen was etwa die Arbeitszeit betrifft. Ziel der Bahn ist es, vergleichbare Abschlüsse mit EVG und GDL zu erzielen. Verhandelt wird für rund 160.000 der weltweit etwa 310.000 Beschäftigten des Staatskonzern.

Das Unternehmen ist zum Start der Gespräche in einer schwierigen Situation: Auf der eine Seite sinken die Gewinne, auf der anderen steigen die Schulden in Richtung eines Rekords von rund 20 Milliarden Euro. Pünktlichkeit und Service lassen parallel auch nach Einschätzung der Bahn zu wünschen. Zugleich sucht man neue Mitarbeiter und will alleine dieses Jahr 20.000 einstellen. Vor allem aus Altersgründen werden in den nächsten zehn Jahren die Hälfte aller Mitarbeiter ausscheiden.

In der vergangenen Tarifrunde hatten sich Bahn und Gewerkschaften auf ein Paket im Volumen von 5,5 Prozent über 24 Monate verständigt. Teil davon war ein neues Wahlmodell, wonach auf Lohnerhöhung für mehr Urlaubstage verzichtet werden kann. Dies will vor allem die EVG weiter ausbauen. Anstelle einer Lohnerhöhung für 2018 haben bei der Deutschen Bahn 58 Prozent der Tarifbeschäftigten sechs zusätzliche Urlaubstage gewählt.

Zwei Prozent der Mitarbeiter entschieden sich für eine weitere Alternative: eine Arbeitsstunde weniger pro Woche. Wie der bundeseigene Konzern am Montag in Berlin mitteilte, erhalten die übrigen Mitarbeiter 2,6 Prozent mehr Geld. Die Wahlmöglichkeit war mit den Gewerkschaften verabredet worden. Alle zwei Jahre können sich die Beschäftigten neu entscheiden.

Mit der EVG und der GDL sind bislang bis Mitte November jeweils drei Verhandlungstermine vereinbart. Streiks, insbesondere an Weihnachten, will die Bahn verhindern. Die letzten größeren Streiks gab es bei der Bahn in der Tarifrunde 2014/2015. Damals legten die Lokführer über mehrere Wochen immer wieder die Arbeit nieder und sorgten für umfangreiche Zugausfälle und Verspätungen.

  • dpa
  • rtr
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