Verkauf von Schenker und Arriva Bahn will Konzerntöchter offenbar teilprivatisieren

Angeblich will die Deutsche Bahn Anteile an ihren Töchtern Schenker und Arriva verkaufen. Einem Medienbericht zufolge liegen die ersten Entwürfe entsprechender Pläne bereits dem Aufsichtsrat vor.
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Die Deutsche Bahn plant offenbar eine Teil-Privatisierung ihrer Töchter Schenker und Arriva. Quelle: Reuters
Verkaufspläne

Die Deutsche Bahn plant offenbar eine Teil-Privatisierung ihrer Töchter Schenker und Arriva.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Deutsche Bahn zieht einem Bericht zufolge eine Teilprivatisierung ihrer Konzerntöchter Schenker und Arriva in Erwägung. Entsprechende Pläne gingen aus der neuen Konzernstruktur hervor, die in dieser Woche in groben Umrissen an die Mitglieder des Aufsichtsrates verschickt worden seien, berichtete die „Welt“ am Freitag auf ihrer Website. „In Betracht käme ein Verkauf von zehn oder zwanzig Prozent an Arriva oder Schenker“, zitierte die Zeitung aus Bahnkreisen. „Wir behalten die Kontrolle, bekommen aber das dringend nötige frische Kapital.“

Die neue Konzernstruktur sieht dem Bericht zufolge vor, dass die Konzerntöchter DB Schenker Logistics sowie Arriva, also das Auslandsgeschäft im Personenverkehr, in Zukunft dem Finanzvorstand Richard Lutz unterstehen sollen. Dies geschehe, „weil es für eine Privatisierung sinnvoll ist, wenn der Finanzvorstand für diese Gesellschaften die Verantwortung hat“, zitierte die „Welt“ ein Aufsichtsratsmitglied.

So will die Bahn digitaler werden
Wlan
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Wie angekündigt sind inzwischen 5200 Kilometer ICE-Netz ausgerüstet, die 255 ICEs der Bahn sollen es bis Ende 2015 sein. Die Nutzung in der ersten Klasse ist kostenfrei, in der zweite Klasse ist das erst später geplant.

Navigator
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Seit dem Verkaufsstart der Apple Watch vor wenigen Wochen ist dafür auch der DB Navigator verfügbar. Der Navigator bietet Reisauskunft, Fahrkartenbuchung und Echtzeitinformationen über den Reiseverlauf. Noch im Juni ist ein Relaunch geplant mit neuer Optik und Funktionen. Die Reiseauskunft wird auf einer Karte visualisiert und ergänzt durch Standorte von Mietfahrrädern, Carsharing-Angeboten. Die Bahn arbeitet mit ihren „Flinkster“ Fahrzeugen (stationäre Mietwagen) und Car2go von Daimler (flexibles Carsharing) seit wenigen Tagen zusammen.

Digitales ICE-Portal
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Speziell für ICE-Reisende gibt es ab Herbst ein neues Portal mit Reiseinformationen (Pünktlichkeit, Anschlüsse, Position auf der Karte, andere Reiseinfos) sowie Nachrichten. Das Portal ist kostenfrei.

Video-Reisezentren
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Kleine Bahnhöfe, an denen sich bislang nur noch Fahrkartenautomaten befanden, werden mit Video-Reisezentren ausgestattet. Kunden können sich via Video mit einer Zentrale verbinden und dort wie in einem Reisezentrum beraten lasen und auch Fahrkarten kaufen. Nach Pilotprojekten sollen nun Bahnhöfe unter anderem in Bayern und Baden-Württemberg ausgerüstet werden.

Reise-App
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Die Bahn arbeitet an einer Reise-App, die den Kunden am Bahnhof direkt zum richtigen Wagen mit dem reservierten Platz steuert.

Digitale Verkehrsdrehscheibe
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Am Berliner Bahnhof Südkreuz wird gerade die digitale Verkehrsdrehscheibe erprobt. Elektronische Wagenstandsanzeiger verhindern das typische Problem, dass Züge in anderer Wagenreihung einlaufen als angegeben und Hektik beim Einsteigen ausbricht. An jeden Bahnsteigzugang gibt es detaillierte Zuginformationen mit Zwischenhalten. Umsteigewegweiser zeigen den Weg zu Taxen, Carsharing-Fahrzeugen oder Mietfahrrädern an.

Nach Informationen der „Welt“ haben die Pläne Chancen, vom Aufsichtsrat durchgewunken zu werden. „Einerseits muss die Bahn in den kommenden Jahren Milliarden investieren. Andererseits hat sie an den Bund eine satte Dividende zu zahlen und will die Verschuldung bei 19 Milliarden Euro deckeln“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der „Welt“. Dies passe nicht zusammen. Neue Investitionen ohne neue Schulden könnten nur funktionieren, wenn frisches Geld hereinkomme.

Ein Konzernsprecher wollte sich „zu den Spekulationen auf dem Markt“ nicht äußern. „Dazu sagen wir etwas, wenn die Pläne vorgestellt werden“, sagte er auf Anfrage von AFP. Wann dies sein wird, war zunächst noch unklar.

  • afp
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