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Verkauf von Tengelmann an Edeka Verdi bringt sich bei Konzerndeal in Stellung

Die Gewerkschaft schaltet sich in den geplanten Verkauf von Kaiser’s Tengelmann ein – und macht ihn zur Chefsache. Wegen der hohen Marktkonzentration hat auch das Bundeskartellamt weiterhin Bedenken gegen die Übernahme.
12.03.2015 - 21:19 Uhr
Der Streit um die geplante Übernahme der Supermärkte von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka geht in die nächste Runde. Quelle: dpa
Zwei Einkaufstüten, aber bald ein Konzern?

Der Streit um die geplante Übernahme der Supermärkte von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka geht in die nächste Runde.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Bislang war es ein Streit zwischen Tengelmann und Edeka auf der einen Seite und dem Bundeskartellamt auf der anderen. Nun schaltet sich auch die Gewerkschaft Verdi in das Gezerre um die geplante Übernahme der Supermärkte von Kaiser’s Tengelmann durch den deutschen Marktführer ein – und macht sie zur Chefsache.

An diesem Donnerstag finden in allen drei Kaiser’s-Tengelmann-Regionen Betriebsversammlungen statt: mit Beteiligung hochkarätiger Verdi-Funktionäre. In Berlin wird sich der Vorsitzende Frank Bsirske höchstpersönlich in Stellung bringen. In Mönchengladbach ist Stefanie Nutzenberger, Mitglied im Bundesvorstand und Leiterin des Fachbereichs Handel, mit dabei; in München Hubert Thiermeyer, Leiter des Fachbereichs Handel in Bayern.

Der Betriebsrat hat die Geschäftsführung aufgefordert, über die Situation des Unternehmens zu informieren. In Berlin und München schließen die Läden zwangsläufig für ein paar Stunden. In Mönchengladbach gibt es zwei Veranstaltungen, eine morgens und eine nachmittags.

Es begann mit Kolonialwaren...
Tengelmann's Kaffee-Geschaeft / Foto - -
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Im Jahr 1867 gründen der Kaufmann Wilhelm Schmitz und seine Ehefrau Louise, geborene Scholl, in Mülheim an der Ruhr die Schokoladenfabrik Wissoll und bald darauf einen Kolonialwarenhandel - seit fünf Generationen liegt das international agierende Imperium inzwischen in den Händen der Familie.

(Das Foto stammt aus den 20er Jahren und zeigt Angestellte)

(Foto: akg-images)
huGO-BildID: 5752567 Eriwan Haub, 1969
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Der Urenkel Erivan Haub, der 1932 zur Welt kommt, macht eine Lehre als Großhandelskaufmann in den USA, studiert in Hamburg und Mainz Volkswirtschaftslehre, volontiert bei Banken - unter anderem bei der Commerzbank - und in der Immobilienbranche, ehe sich 1963 ein Platz bei Tengelmann in Wiesbaden für ihn findet. Im Jahr 1969 tritt Erivan Haub die Nachfolge seines Onkels, der plötzlich verstorben ist, an und beginnt mit der gezielten Expansion durch die Übernahme mehrerer Handelsketten.

(Foto: Pressefoto Tengelmann Gruppe)
huGO-BildID: 29158806 mehr Foto-Infos gibt es nicht! USO Golfturnier, rechts Helga Haub, Tengelmann Wiesbaden 19xx
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Helga Otto (rechts) wächst mit ihren Eltern Irma und Rudolf Otto sowie drei Geschwistern im südbadischen Emmendingen und Hinterzarten (Schwarzwald) auf. Nach dem Abitur schreibt sie sich in Hamburg für Wirtschaftswissenschaften ein – damals ein Fach, in dem Frauen noch eine Rarität sind.

(Foto: Privataufnahme)

(Foto: Tengelmann)
huGO-BildID: 29158780 mehr Foto-Infos gibt es nicht! Privataufnahme, 1984, links Erivan Haub, rechts Helga Haub, Tengelmann
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1958 heiratet der Amerika-Fan Erivan Haub die Diplomkauffrau Helga. Als in den fünfziger Jahren der Kalte Krieg zu eskalieren droht, schafft sich die Familie ein zweites Zuhause in Tacoma bei Seattle an der Westküste; hier kommen zwischen 1960 und 1964 alle drei Söhne, Karl-Erivan, Georg und Christian, zur Welt.

(Foto: Provataufnahme aus dem Jahr 1984)

(Foto: Tengelmann)
Tengelmann-Gruppe
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In den folgenden Jahrzehnten baut Erivan Haub den überschaubaren Betrieb zu einem der weltweit größten Handelsunternehmen aus.

(Foto: dpa)
China, Shenyang: German home department store "Obi"
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Im Jahr 2000 wagt der Unternehmer die Expansion nach China und eröffnet den ersten Obi-Baumarkt. Zwei Jahre später träumt er von 100 Filialen im Reich der Mitte, doch 2005 muss Obi seine 18 Märkte wieder verkaufen, weil sie keine schwarzen Zahlen schreiben.

(Foto: Antonio Pisacreta/ROPI)
huGO-BildID: 2469409 NUMBER :96122706 DATE :19 12 96 CAPTIONWRITER :WvB PHOTOGRAPHER :¬ Wolfgang von Brauchitsch 53113 Bonn Tel.: 0228 21 53 08 C
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Der Auslistung von Froschschenkeln und Schildkrötensuppe Anfang der 80er Jahre verdankt das Unternehmen seine Pionierrolle im Umweltschutz und gleichzeitig sein einprägsames Umweltzeichen.

(Foto: )

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