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Verkauf von Warenhäusern, Sinn-Leffers und Runners Point Karstadt-Quelle stößt die Kleinen ab

Der angeschlagene Karstadt-Quelle-Konzern hat seine Ankündigung in die Tat umgesetzt und 74 kleinere Warenhäuser verkauft. Die Läden gingen an britische Investoren. Auch die Töchter Sinn-Leffers und Runners Point gehören nun nicht mehr zum Handelsriesen.

HB ESSEN. Die Trennung von den 74 Häusern mit einer relativ geringen Verkaufsfläche ist ein wichtiger Teil der Sanierungsstrategie des angeschlagenen Handelskonzerns. Das Verkaufsprogramm soll insgesamt 1,1 Milliarden Euro einbringen. Der Großteil des Logistikbereichs und einige Ladenketten wurden bereits verkauft. In der Branche war bezweifelt worden, ob es Karstadt-Quelle gelingt, die Warenhäuser im Paket abzugeben. Vorstandschef Thomas Middelhoff feierte die Verkäufe am Mittwoch in Essen als "Durchbruch für die nachhaltige Sanierung" des Unternehmen.

Karstadt-Quelle hat für seine 74 kleinen Warenhäuser - entgegen ersten Meldungen ist das Karstadt-Stammhaus Wismar nicht dabei - einen Verkaufspreis zwischen 400 und 500 Millionen Euro erzielt. Diesen Preisrahmen nannte Middelhoff. „Wir haben in Summe das erzielt, was wir planmäßig erreichen wollten“, sagte er. Zum Preis für die ebenfalls verkaufte SinnLeffers-Modekette und für die Runners Point-Sportgeschäfte äußerte er sich nicht.

Die 74 kleineren Häuser haben eine Verkaufsfläche unter 8 000 Quadratmetern, befinden sich vor allem in mittelgroßen deutschen Städten und beschäftigen 4 900 Mitarbeiter. Karstadt-Quelle will sich künftig auf die verbliebenen 89 großen Warenhäuser konzentrieren.

Parallel zur Bekanntgabe der Verkäufe legte Karstadt-Quelle seine Halbjahreszahlen vor. Der Umsatz sank um rund acht Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Die Zahlen seien wegen der Verkäufe von Unternehmensteilen jedoch nicht mit dem ersten Halbjahr 2004 vergleichbar, betonte der Konzern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg demgegenüber von 63 auf 93 Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank von 96 000 auf 83 000.

Vor zwei Wochen hatte der Konzern wegen Problemen im Versandhandel seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2005 gesenkt.

Käufer der 74 kleinen Warenhäuser sind der britische Finanzinvestor Dawnay, Day sowie Hilco UK, ein britisches Unternehmen, dass auf die Restrukturierung und Neupositionierung von Handelsunternehmen spezialisiert ist. Sinn-Leffers wurde von der Deutschen Industrie-Holding (Frankfurt), HMD Partners (USA) sowie dem Immobilieninvestor Curson Global Partners/IXIS AEW Europe (London) erworben. Runners Point geht an die Hannover Finanz Gruppe.

Insgesamt wechseln 10 300 Mitarbeiter den Arbeitgeber. Jobs sollen dabei nicht verloren gehen. Es sei bereits im Vorfeld klar gewesen, dass die Arbeitsverhältnisse der betreffenden Handelshäuser an die neuen Eigentümer übertragen werden, sagte Detlef Neveling, Leiter Investor Relations, am Mittwoch in Essen. „Der Kunde wird das wahrscheinlich gar nicht merken.“

Die bisherigen Verkäufe und die Reduzierung des Umlaufvermögens führen dazu, dass der Konzern nach Informationen der "Wirtschaftswoche" seine Nettofinanzverbindlichkeiten zum Ende des ersten Halbjahres 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 800 Millionen Euro auf 4,3 Milliarden Euro senken konnte. Ambitioniertes Ziel von Karstadt-Quelle-Chef Thomas Middelhoff ist es, die Schulden in den nächsten Monaten so weit zu drücken, dass er sogar wieder an Zukäufe denken kann.

In den vergangenen Wochen waren bereits die Fachhandelsketten Wehmeyer und Golf House, Logistikbereiche und Immobilien verkauft worden. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Karstadt-Quelle-Konzern seit Beginn der Restrukturierung um rund 25 000 verringert. Mehr als zwei Drittel konnten laut Konzern in neue Anstellungsverhältnisse überführt werden.

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