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Versandhandel Das Sanierungsprogramm der Deutschen Post zahlt sich aus

Das Bonner Logistikunternehmen konnte seinen Umsatz und Gewinn im dritten Quartal deutlich steigern – auch dank harten Einschnitten in der Paketsparte.
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Deutschen Post: Das Sanierungsprogramm zahlt sich aus Quelle: dpa
Zentrale der Deutschen Post in Bonn

Die Aktie der Post gewann nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst mehr als drei Prozent.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Für die Deutsche Post zahlt sich erstmals die Sanierung der vergangenen Monate im Ergebnis aus. Wie der Bonner Dax-Konzern am Dienstag berichtete, konnte sich der Betriebsgewinn im abgelaufenen Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu verdreifachen.

Musste sich der Gelbe Riese vor einem Jahr noch mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 376 Millionen Euro begnügen, schaffte er nun ein Ebit von 942 Millionen. Die Aktie der Post gewann nach Bekanntgabe der Zahlen zunächst mehr als drei Prozent.

Alle fünf Sparten, darunter auch das zuletzt angeschlagene Lagereigeschäft, erhöhten ihre Gewinne und landeten in den schwarzen Zahlen. Einen Sonderertrag brachte die zur Jahresmitte vorgenommene Portoerhöhung für Standardbriefe, der Löwenanteil bei den Verbesserungen entfiel jedoch auf das Paketgeschäft.

Nach einer Gewinnwarnung im Juni 2018 hatte Konzernchef Frank Appel der Paketsparte eine harte Sanierung verordnet, die im dritten Quartal 2018 Zusatzbelastungen von 392 Millionen Euro verursachte und das Geschäft in die roten Zahlen trieb.

Das damals eingeläutete Vorruhestandsprogramm für teure Beamte und die Modernisierung der Verteilzentren zeigen jedoch inzwischen Wirkung: Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen, verbesserte sich der Ertrag in der Paketsparte um 114 Millionen Euro.

Auch die Preisschraube drehte Appel im Paketgeschäft erfolgreich nach oben. So stieg der Umsatz im dritten Quartal um 9,9 Prozent, obwohl das Sendungsvolumen gerade einmal um 6,1 Prozent nach oben ging. Auch Wettbewerber wie Hermes oder DPD hatten die neue Preispolitik der Post-Tochter DHL zum Anlass genommen, die eigenen Preise hochzusetzen.

Bereits im Vorfeld der Quartalsberichterstattung hatten Analysten von Commerzbank, RBC und Jeffries ihre Erwartungen erhöht und die Aktien zum Kauf empfohlen. Am Dienstag traf die Deutsche Post die durchschnittlichen Schätzungen der Marktbeobachter nahezu exakt. Der Konzernumsatz stieg um 4,7 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro, beim Ergebnis je Aktie ging es von 0,12 Euro auf 0,45 Euro nach oben.

Zudem bestätigte Finanzchefin Melanie Kreis die Prognose für das laufende Jahr, nach der beim Betriebsgewinn zwischen vier und 4,3 Millionen Euro hängen bleiben soll. Auch die selbstgesteckten Ziele für die weiteren Jahre bis 2025 blieben unverändert.

Zusätzlichen Rückenwind könnte die Post jedoch in nächster Zeit von der Politik bekommen – und zwar durch die Novellierung des Postgesetzes. So plant CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier, der Post die Briefzustellung an Montagen zu ersparen.

Ein Vorstoß, den die FDP-Fraktion im Bundestag inzwischen unterstützt. „Wir müssen uns die Frage stellen, was in der Briefkommunikation noch zeitgemäß ist“, sagte Kreis am Dienstag, „und werden unsere Sicht in die Diskussion einbringen.“ Setzen sich die Reformer gegen die Bedenken von SPD und Gewerkschaften durch, könnte dies der Post Personalkosten in dreistelliger Millionenhöhe ersparen.

Mehr: Mit Milliardeninvestments in digitale Dienste und einer Besinnung aufs Kerngeschäft will die Post den Gewinn steigern. Post-Chef Appel muss liefern.

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