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Verspätungen Fluggastrechte laut Airline-Verband gut durchsetzbar

Die CDU schlägt vor, Fluggastrechte noch zu stärken. Der Airline-Verband BDL findet, dass die jetzigen Maßnahmen bereits ausreichend sind.
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Immer häufiger fallen Flüge aus oder sind verspätet. Quelle: dpa
Flugchaos

Immer häufiger fallen Flüge aus oder sind verspätet.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Luftfahrtverband BDL hat sich zurückhaltend zur von den Unionsparteien vorgeschlagenen Verschärfung der Fluggastrechte in Europa geäußert. So sei die Durchsetzung von Entschädigungen für gestrichene oder verspätete Flüge durch die Beteiligung der Branche an der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in Deutschland verbessert worden, erklärte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Montag.

„Den Passagieren steht damit ein Weg offen, Gerichtskosten und Kosten für die Inanspruchnahme von Inkassounternehmen zu sparen“, ergänzte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hält es dagegen für dringend notwendig, dass Verbraucher ihre Rechte besser durchsetzen können und hat dazu in einem Eckpunktepapier Vorschläge gemacht.

„Verbraucherrechte auf dem Papier laufen leer, wenn ihre Geltendmachung kompliziert und aufwendig ist“, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag und über das zuerst die „Bild am Sonntag“ berichtete. Fluggesellschaften sollen deshalb künftig öffentlich machen müssen, wie viele Verspätungen es für wie viele Passagiere gab oder wie hoch die geforderten und ausgezahlten Entschädigungen waren.

Wenn Fluggesellschaften die Auszahlung verzögern, solle ihnen eine Geldstrafe auferlegt werden. Außerdem sollten sie verpflichtet werden, bei Überbuchungen, Annullierungen und Verspätungen die Passagiere schriftlich über ihre Rechte zu informieren und ihnen ein Entschädigungsformular auszuhändigen.

Die Airlines halten das allerdings für nicht praktikabel, weil ihnen von den Passagieren keine einheitlichen Ansprechdaten zur Verfügung stehen, hieß es in Branchenkreisen. Die Aufklärung über die Rechte per Poster in den Flughäfen oder Informationsblätter in den Flugzeugen sei ausreichend.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) begrüßte unterdessen den Vorstoß der Unionsparteien. Die Vorschläge sollten beim Flug-Gipfel am 5. Oktober in Hamburg konkretisiert werden, forderte VZBV-Chef Klaus Müller per Twitter.

Anfang Oktober will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer mit Branchenvertretern beraten, wie die ungewöhnlich hohe Zahl von Flugausfällen und -verspätungen sowie lange Wartezeiten bei Kontrollen an den Flughäfen künftig verhindert werden können. Verbesserungen der Fluggastrechte wären ohnehin nur auf Ebene der Europäischen Union möglich. Eine von der EU-Kommission vor fünf Jahren angestoßene Reform, nach der die Entschädigungsrechte präzisiert würden, ist umstritten.

  • rtr
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1 Kommentar zu "Verspätungen: Fluggastrechte laut Airline-Verband gut durchsetzbar"

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  • Die Schlichtungsstelle SÖP macht offensichtlich zwar eine gute Arbeit. Wenn einzelne Mitglieder aber die Anerkennung von Schlichtungssprüchen wohl auch permanent unterlaufen, ist der Griff auf andere Möglichkeiten nicht nur wünschenswert, sondeern erforderlich.

    Wenn der BDL davon spricht, es würden keine einheitlichen Daten der Passagiere greifbar sein, kann man nur staunen. Das Fluggastdatengesetz auf Grundlage einer EU-Richtlinie, welches voraussichtlich Ende September 2018 ausgeführt wird, stellt rund 60 verschiedene Daten von Passagieren, die die Landesgrenze überschreiten, zur Verfügung. Darunter sollten alle für die Abwicklung von Flugannullierungen und Flugverspätungen gem. EU-Verordnung 261/2004 wie Name, Anschrift, Bankverbindungen bzw. Kreditkarten problemlos auffindbar sen. Und das 5 Jahre lang. Die Ansprüche der Fluggäste verjähren rund 3 Jahre nach Auftreten von Komplikationen bei der Beförderung.

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