Vielfliegerprogramm Lufthansa gliedert Miles & More aus

Das Lufthansa-Bonusprogramm Miles & More ist so erfolgreich, dass daraus jetzt ein eigenes Unternehmen wird. Die Fluggesellschaft gliedert das Prämiengeschäft aus. Umsatz und Gewinn sollen weiter steigen.
Update: 12.03.2014 - 16:53 Uhr Kommentieren

Der Bluff mit Prämienmeilen

Frankfurt/DüsseldorfMiles & More wird eigenständig: Die Lufthansa will ihr erfolgreiches Prämiengeschäft in eine eigene Tochtergesellschaft ausgliedern. Das teilte Deutschlands größte Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Über die Ausgliederung sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung am 29. April abstimmen.

Das Vielfliegerprogramm solle in einem eigenen Unternehmen noch erfolgreicher werden und an Attraktivität gewinnen, hieß es in einer Mitteilung der Lufthansa. „In den kommenden Jahren soll es beim Umsatz und beim Ergebnis konstant wachsen.“ Miles & More gilt als gewinnträchtiges Instrument der Lufthansa. Finanzzahlen veröffentlicht die Airline zu dem Programm allerdings nicht.

Für die rund 25 Millionen Teilnehmer von Miles & More soll sich zunächst nichts ändern, sagte ein Sprecher.

Das kann die neue Klasse der Lufthansa
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Jahrelange wurde bei der Lufthansa über die Einführung einer neuen Sitzklasse diskutiert, bis eine Entscheidung fiel. Auf der Touristikmesse ITB in Berlin wurde die Premium Economy jetzt präsentiert. Als erstes werden in der Langstreckenflotte der Lufthansa die Boeing 747-800 (im Bild eine Maschine auf der Internationalen Luftfahrtstellung in Berlin 2012) umgerüstet. Die neue Klasse ist ab Mai buchbar, die ersten Flieger sollen ab November 2014 abheben.

Lufthansa
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Viele Konkurrenten wie Air France oder British Airways haben die neue Sitzklasse zwischen Economy und Business teilweise schon vor Jahrzehnten eingeführt. Die Lufthansa befürchtete hingegen, dass zu viele Geschäftsreisende auf die billigere „Premium Eco“ umsteigen würde, die bequemer ist als die normale Economy. Doch mittlerweile passt die Klasse für die Lufthanseaten dazwischen.

Premium Economy Class A340 Cabin View 2
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Zum einen verbessert die Lufthansa gerade ihre Business-Klasse, zum anderen dürfen in den letzten Jahren immer weniger Geschäftsreisende aufgrund von Reiserichtlinien die Business buchen. Die Lufthansa wolle jetzt diese „Kunden zurückgewinnen“, sagte Bereichsvorstand Jens Bischof der „Süddeutschen Zeitung“. Außerdem will die Airline mit der neuen Klasse einen Schritt in Richtung des Fünf-Sterne-Rankings machen, das sie anstrebt. Hier ein Blick in die Musterkabine der Boeing 747-8.

Premium Economy Class Cabin view
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Bereits im Sommer 2015 soll die gesamte Langstreckenflotte der Lufthansa umgerüstet sein. Dann geht die Airline auf rund zwei Dritteln der Flüge mit vier Klassen an den Start. Auf den restlichen Verbindungen fehlt mangels Nachfrage die First Class. „Wir rechnen mit über 1,5 Millionen Fluggästen pro Jahr in unserer neuen Premium Economy Class“, sagt Bereichsvorstand Bischof.

Premium Economy Class pouch
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Durch die neue Bestuhlung geht der Lufthansa Platz verloren – in einer Boeing 747-8 sitzen in einer Reihe der „Premium Eco“ nur acht Passagiere, in der normalen Economy-Klasse sind es zehn. Dafür nimmt die Airline Aufschläge: Die Preise sollen nach Unternehmensangaben aber näher an der Economy- als an der Business-Klasse liegen. Auf einem Flug über den Atlantik oder nach Asien beträgt der Aufschlag laut Lufthansa rund 600 Euro (Hin- und Rückflug).

Premium Economy Class window view
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Die Premium Economy will vor allem mit mehr Platz punkten. Der Sitzabstand beträgt 96,5 Zentimeter – das sind knapp 18 Zentimeter mehr als der Industriestandard. Auch in der Breite verspricht die Lufthansa mehr „Freiraum“...

Premium Economy Double Seat front view
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Mit dem Nebensitzer muss der Passagier in der Economy Plus sich nicht länger eine Armlehne teilen, dort gibt es zwei in der Mittelkonsole. Außerdem sind die Sessel bis zu drei Zentimeter breiter als in der Economy. Die Kopfstütze ist an den Seiten klappbar.

Die Bonuskarte von Miles & More ist für Vielflieger ein Statussymbol. Zum Prämien-Programm gehören rund 350 Partner, bei denen der Kunde Meilen sammeln oder einlösen kann – für Freiflüge, Upgrades der Buchungsklasse oder auch Sachleistungen. Zuletzt hatte die US-Airline Delta für Aufsehen gesorgt. Sie stellt als erste globale Fluggesellschaft ihr Bonusprogramm vom Meilensammeln auf das Sammeln von Umsatz um.

Das heißt: Ab dem 1. Januar 2015 zählen nicht mehr die geflogenen Kilometer, sondern die Kosten für das Ticket. Nur der harte Dollar ist wichtig. „Umsatzbasiertes Sammeln von Meilen“, nennt Delta das Modell, das bisher schon US-Billigflieger wie Southwest oder Jetblue Airways, aber auch die Lufthansa-Tochter Germanwings ähnlich anwenden.

Bonusprogramme für Vielflieger wurden seit Anfang der 1980er-Jahre schrittweise von den Fluggesellschaften eingeführt. Mit den Jahren wurden sie wirtschaftlich immer wichtiger.

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