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Viva Group kauft Wine in Black Skandinavier drängen mit Millionenkauf in den deutschen Weinmarkt

Es kommt neuer Schwung in den deutschen Weinmarkt. Ein großer Importeur aus Schweden kauft einen rasant wachsenden Online-Shop.
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Der Weinmarkt ist in Bewegung: Die skandinavische Viva Gruppe übernimmt den Online-Händler Wine in Black. Quelle: dpa
Weinflaschenlager

Der Weinmarkt ist in Bewegung: Die skandinavische Viva Gruppe übernimmt den Online-Händler Wine in Black.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Viva Group als größter skandinavischer Weinimporteur steigt mit der kompletten Übernahme des Online-Shops Wine in Black stärker in den deutschsprachigen Markt ein.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit einem inhabergeführten und entscheidungsfreudigen Unternehmen“, meint Wine-in-Black-Geschäftsführer Christian Fricke. Er wird den Online-Shop als operativ eigenständiges Unternehmen leiten und will die Marktposition ausbauen. Die Übernahme erfolgte bereits im vierten Quartal 2018 und soll in den nächsten Wochen formal abgeschlossen werden.

Wine in Black zählt mit einem Jahresumsatz in zweistelliger Millionenhöhe und einem durchschnittlichen Flaschenpreis in Höhe von 15 Euro zu einem der führende Online-Shops für Premium-Weine in Europa. Das Unternehmen ist neben Deutschland, Österreich und der Schweiz noch in Frankreich und den Niederlanden aktiv.

Die Übernahme hat Charme, weil der Weinmarkt den großen digitalen Wandel noch vor sich hat. Nur wenige Prozent des sieben Milliarden Euro großen Weinhandels laufen online. Der Hauptgrund:  Die typischen Kunden gerade für höherwertige Weine sind deutlich älter als der Bevölkerungsschnitt und aus diesem Grund nicht so stark online-affin.

Der Vertriebsweg über das Internet gilt aber als margenstark und weist den höchsten Durchschnittspreis aller Verkaufskanäle auf, weil meist Weinliebhaber kaufen, die sich in der Weinwelt auskennen.

Ein Grund dafür, dass sich die Skandinavier große Hoffnungen machen. „Wir freuen uns, gemeinsam mit dem Wine-in-Black-Team in Berlin und unseren Teams in Skandinavien das Wachstum zu beschleunigen“, lässt Emil Sallness, geschäftsführender Gesellschafter der Viva Group, verlauten.

„Wine in Black soll als Kern erhalten bleiben und mit eventuellen Zukäufen noch gestärkt werden“, meint auch Gründer und Geschäftsführer Stephan Linden. „Es ist genau der richtige Zeitpunkt, mit einem strategischen Gesellschafter die nächste Wachstumsphase zu starten“. Linden wird das Unternehmen aber nach einer Übergangsphase Mitte des Jahres verlassen.

Neben dem Marktzugang in fünf europäische Länder und einer starken Position in Deutschland kauft sich die Viva Group mit Wine in Black vor allem Erfahrungen im E-Commerce-Handel. Denn der schwedische Markt ist komplett anders als der deutsche. Es gibt dort das staatliche Einzelhandelsmonopol Systembolaget, mit dem einzigen Ziel, den Alkoholverbrauch zu senken. Letztendlich darf nur der Staat Filialen betreiben. So bietet beispielsweise die börsennotierte Hawesko, Marktführer für hochwertige Weine in Deutschland (u.a. Jacques Weindepots) über ihre Website „The Wine Company“ Weine in Schweden an, die gesamte Logistik dafür ist aber in Deutschland.

Die Viva Group mit Sitz in Stockholm hat sich in den vergangenen 20 Jahren zum größten Importeur für Wein und Spirituosen in Skandinavien entwickelt. Über ihre Töchter Chris Wine & Spirits, Giertz Viniimport, The Wine Team, Winemarket und Inconic Wines hat das Unternehmen einen Marktanteil von fast 25 Prozent in Schweden. International ist das Unternehmen in Finnland, Norwegen, Großbritannien und in China präsent. In Deutschland betreibt die Gruppe bereits den Online-Shop Wine a Porter.    

Wine in Black hingegen wurde erst 2011 von Linden und Christian Hoyer gegründet. Den Start hatten die beiden mit einem Sparkassenkredit finanziert.

Anfang 2012 stieg der Berliner Venture-Capital-Fonds Project A ein, in den unter anderem Otto und Springer investiert haben. Später kamen noch der Schweizer Risikokapitalgeber b-to-v hinzu, e.ventures, Passion Capital, Black River Ventures und noch weitere Investoren hinzu. Insgesamt erhielt Wine in Black eine Wachstumsfinanzierung von rund zehn Millionen Euro.

Hoya zog sich Ende 2017 aus dem operativen Geschäft zurück. Im vergangenen Jahr kam Christian Fricke als neuer Geschäftsführer hinzu. Lindens Anteil am Unternehmen beträgt etwas weniger als zehn Prozent.

Nach Angaben von Fricke seien die Investoren mit dem Verkauf des Unternehmens zufrieden. Zum Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Verschwiegenheit. Die Summe dürfte aber im zweistelligen Millionenbereich liegen, deutlich über dem Jahresumsatz.

Zum Vergleich: Der börsennotierte Hawesko-Konzern hatte 2012 eine 70-prozentige Beteiligung an dem Berliner Weinhändler Wein & Vinos erworben, der im Jahr 2010 einen Umsatz von 17 Millionen Euro erzielt hatte. Laut Geschäftsbericht zahlte dafür Hawesko 21,1 Millionen Euro.

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