Vogelgrippe Handel fürchtet deutliche Verluste

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Bei Massentötungen von Tieren in landwirtschaftlichen Betrieben wegen einer Tierseuche springen in Deutschland die Seuchenkassen der Länder für den Schaden ein. Betriebe wie etwa auf Rügen, wo die Behörden am Wochenende wegen der Vogelgrippe bei zahlreichen Wildvögeln vorsorglich die Tötung der Zuchttiere angeordnet hatten, erhalten so wenigstens den unmittelbaren materiellen Schaden ersetzt.

Die staatlichen Tierseuchenkassen gibt es in ähnlicher Form in jedem Bundesland. Nach Angaben des Geschäftsführers der Bayerischen Tierseuchenkasse, Franz Josef Pauels, zahlen landwirtschaftliche Betriebe in Bayern pro Tier im Bestand einen jährlichen Beitrag in die Kasse, aus der Leistungen beglichen werden. Bei Geflügel sieht die Satzung beispielsweise einen Beitrag von 2,5 Cent je Huhn oder Hahn oder von 11 Cent je Truthuhn vor. Zusätzlich übernimmt die Kasse die Kosten, die durch die angeordnete Tötung eines Tierbestandes entstehen. Die Hälfte der Gesamtleistungen bekommt die Kasse anschließend vom jeweiligen Bundesland erstattet.

Landwirte erlitten also zunächst keinen unmittelbaren finanziellen Schaden dadurch, falls ihr Tierbestand wegen einer Seuche getötet werden muss, sagte Pauels weiter. „Für Folgeschäden, etwa wenn der Stall dann eine Weile leer bleibt, kommt die Kasse aber nicht auf“, sagte er. So sei denkbar, dass ein Landwirt seinen Bestand nicht gleich wieder auffülle, falls eine Seuche wie etwa die Vogelgrippe weiter im Umfeld grassiere.

Die Zahlungen an die Landwirte orientierten sich an dem materiellen Wert der Tiere, der genau errechnet werde. Die Versicherungswirtschaft ist bei finanziellen Schäden durch die Tötung eines Tierbestandes zunächst außen vor. Der deutsche Branchenprimus Allianz erklärte, die privatwirtschaftlichen Versicherungen kämen hauptsächlich für Schäden aus Betriebsunterbrechungen in Betracht. So sei theoretisch denkbar, dass bei größeren Tierseuchen nicht nur landwirtschaftliche Betriebe betroffen seien, sondern auch Lebensmittelherstellung und -handel beeinträchtigt würden. Auch könnten die Behörden Veranstaltungen untersagen - wie teilweise bei Geflügelschauen schon geschehen. Eine Sprecherin des Versicherers sagte, es sei aber nicht abschätzbar, in welchem Umfang die Assekuranzen im Fall einer großflächigen Verbreitung der Vogelgrippe einspringen müssten.

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