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Von Tofu bis Bambus Deutsche Weihnachtsmärkte werden vegan

Bratwurst, Gans, Rehrücken – in der Weihnachtszeit frönen viele der Fleischeslust. Komplett vegane Weihnachtsmärkte werden aber häufiger. Und für manche Organisatoren spielt das Essen dabei nur eine untergeordnete Rolle.
10.12.2017 - 19:21 Uhr Kommentieren
Zumindest ein veganer oder vegetarischer Stand ist inzwischen auf den meisten Weihnachtsmärkten vertreten. Quelle: dpa
Veganes Essen beim „Winter-Tollwood“ in München

Zumindest ein veganer oder vegetarischer Stand ist inzwischen auf den meisten Weihnachtsmärkten vertreten.

(Foto: dpa)

München, Würzburg Ein Kunde ist neugierig geworden, aber er muss nachfragen: „Die Bohnen da, was ist das?“ Manchmal gibt es bei Speisen wie Bohnen mit Gemüse oder Puff-Puff-Champignons noch Erklärbedarf im vegetarisch-veganen „Esszimmer“ auf Münchens etwas anderem Weihnachtsmarkt Winter-Tollwood. Dabei gibt es die Alternativen zu Bratwurst und Gans dort schon zum dritten Mal für Veganer, Vegetarier und interessierte Fleischesser. Einige Weihnachtsmärkte in Deutschland sind inzwischen sogar komplett vegan, sie kommen also ohne tierische Produkte aus.

„Das ist auf jeden Fall ein Trend und wird jedes Jahr mehr“, sagt Wiebke Unger, Sprecherin von ProVeg, dem früheren Vegetarierbund Deutschland. So gebe es dieses Jahr bundesweit 15 vegane Märkte, im Jahr zuvor seien es erst zehn gewesen. Die Nachfrage sei groß, und das Angebot auf den Märkten sei eine Möglichkeit, auf tierfreie Speisen aufmerksam zu machen „und in geselliger Runde neue Sachen auszuprobieren“. „Schausteller reagieren ja immer sehr früh auf Trends“, sagt auch Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes. So sei es auch mit den Bereichen Vegan und Bio. Zumindest ein veganer oder vegetarischer Stand sei inzwischen auf den meisten Weihnachtsmärkten vertreten. Meist werden Ritter zufolge vegane Speisen angeboten, aber auch Kleidung sei vermehrt zu finden.

Wie in Unterfranken: Dort lockt der Alternative Weihnachtsmarkt in Würzburg mit veganen, fair gehandelten und nachhaltigen Produkten. Den Organisatoren vom Verein Veganes Würzburg geht es dabei allerdings am wenigsten um das vegane Essen. Denn: „Vegan sein ist eine Lebenseinstellung. Das hat was mit Respekt, Toleranz und Mitgefühl zu tun. Das Wichtigste ist, dass es allen gut geht. Und das versuchen wir auch auf unserem Weihnachtsmarkt zu transportieren“, sagte Vereinsvorstand Oliver Volkmuth.

Glühwein: Qualitätskontrolle auf Kölner Weihnachtsmarkt

Von Kondomen aus Naturkautschuklatex über Taschen und Geldbörsen aus aussortierten Jeans bis hin zu Bambuszahnbürsten und Tofupressen aus Edelmetall - mehr als 30 Stände soll es am zweiten Advent im Burkardshaus in der Würzburger Innenstadt geben. Der Verein will aber niemanden mit Macht auf seine Seite ziehen, betont Volkmuth: „Wir sind keine Missionare. Wir wollen nicht mit Brechstange arbeiten. Wir wollen Lösungen aufzeigen und zum Denken anstoßen.“

Geschmacksnachteile beim Essen sieht ProVeg-Sprecherin Unger im Vergleich zu den herkömmlichen Marktspezialitäten nicht. Der Glühwein an den Ständen des Kölner Weihnachtsmarktes zum Beispiel sei grundsätzlich vegan, und „der schmeckt weiter gut“. Zu den Angeboten zählten außerdem etwa vegane Lebkuchen und Tofubratwürste. Und im „Grünen Café“ im Tollwood-Zelt in München werden vegane Rüblimuffins angeboten, mit Karotten, Mandeln, Vanilleschoten und Dinkelmehl.

Das sind die beliebtesten Weihnachtsgeschenke
Platz 10: Schmuck/Uhren
1 von 10

Die GfK hat in einer Umfrage festgestellt, was die Deutschen in diesem Jahr ihren Liebsten unter den Weihnachtsbaum legen werden. So gaben zwölf Prozent der insgesamt 4330 Befragten an, dass Schmuck und/oder Uhren auf ihrem Einkaufszettel stehen.

Quelle: GfK, Umfrage unter 4330 Personen im Alter von 14 bis 75 Jahren

(Foto: dpa)
Platz 9: CDs/DVDs/Blu-rays
2 von 10

Rund 14 Prozent greifen zu den beliebten Datenträgern. Obwohl Musik- und Streamingdienste wie Spotify oder Netflix verstärkt auf dem Vormarsch sind, ist den Deutschen das haptische Audio- und Filmerlebnis weiterhin wichtig.

(Foto: dpa)
Platz 8: Abos/Veranstaltungstickets
3 von 10

Für ein Erlebnis der ganz besonderen Art sorgen 15 Prozent der Befragten. Ob das nächste Musikfestival, Fußballtickets oder für ein romantisches Dinner zu zweit: Veranstaltungstickets haben sich als Weihnachtsgeschenk etabliert.

(Foto: dpa)
Platz 7: Bargeld
4 von 10

Unkreativ, aber bewährt: Rund 22 Prozent drücken ihren Liebsten Bargeld in die Hand. Ein Vorteil: Einer möglichen Enttäuschung über ein ungewolltes Präsent kann damit vorgebeugt werden.

(Foto: dpa)
Platz 6: Lebensmittel/Getränke
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Ob Süßwaren, Spezialitäten aus dem Ausland oder die klassische Flasche Wein: 23 Prozent verschenken Lebensmittel und Getränke.

(Foto: dpa)
Platz 5: Kosmetikartikel/Parfum
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Gerade beim Duft könnten die Meinungen und Empfindungen unterschiedlicher kaum sein. Trotzdem versuchen mit 24 Prozent fast ein Viertel der Befragten, den Geschmack des Beschenkten zu treffen.

(Foto: dpa)
Platz 4: Gutscheine
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Ebenfalls als unkreativ verschrien, aber ebenso bewährt: Gutscheine für jegliche Branchen des Einzelhandels. 26 Prozent greifen zu den Karten mit Geldwert und Weihnachtsmotiv.

(Foto: dpa)

In der „African Cuisine“ geht es mit Kokosmilch, Mango-Curry, Kochbananen, Teigtaschen mit Voodoo-Sauce und Anousi, einem Senf-Zwiebel-Zitronensaft-Gemisch, exotischer zu. Insgesamt hätten sich die vegan-vegetarischen Angebote gut etabliert, sagt Tollwood-Sprecherin Christiane Stenzel.

Spätzlemeister Jürgen Braren ist das erste Mal dabei. Rein vegan ist das Angebot des Münchners, der seit 40 Jahren als Koch arbeitet, aber nur beim Tollwood. In der Münchner Innenstadt verkauft er Bio-Bratwürste auf dem Christkindlmarkt. Viele Kunden hätten dort allerdings nach vegetarischen Würsten gefragt. Er meint: „Das Wichtigste ist: Es muss schmecken.“

  • dpa
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