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Vor der Entscheidung Diese Rechte haben Sie beim Fluglotsenstreik

Die Fluglotsen halten an ihren Streikplänen fest. Flughäfen und Airlines arbeiten an Notfallplänen. Was kann man als Passagier tun, wenn es zum Streik kommt?
Update: 03.08.2011 - 14:49 Uhr Kommentieren
Airliner auf Parkposition: Die Fluglotsen drohen mit Streik. Quelle: dpa

Airliner auf Parkposition: Die Fluglotsen drohen mit Streik.

(Foto: dpa)

DüsseldorfHeute müssen die Richter entscheiden, ob es mitten in der Feriensaison zum Chaos an Deutschlands Flughäfen kommt: Nachdem die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) einen Streik beschlossen hat, wehrt sich die Deutsche Flugsicherung (DFS) juristisch gegen die Streikpläne. Sie versucht, eine einstweilige Verfügung gegen den Streik zu erwirken.

Scheitert die DFS heute am Frankfurter Arbeitsgericht, dann könnten schon morgen um 6 Uhr der erste Streik an deutschen Flughäfen beginnen. Die Lotsen wollen lediglich einen Notdienst aufrechterhalten, so dass tausende Flugverbindungen ausfallen könnten. Flughäfen und Airlines haben bereits mit den Vorbereitungen für diesen Fall begonnen.

Ob es zum Fall der Fälle kommt, bleibt noch offen: Auch wenn die Richter den Streik für Rechtens erklären, kann die DFS die Schlichtung anrufen und damit den Streik in letzter Sekunde um mehrere Wochen verzögern.

Derweil hat die Lufthansa mit Notfallplanungen begonnen. Im Hintergrund entstehe ein Sonderflugplan, der sehr viele Flugausfälle beinhalten würde, sagte eine Sprecherin von Europas größter Luftfahrtgesellschaft am Mittwoch in Frankfurt. Der Plan würde im Falle eines Arbeitskampfes aus der Tasche gezogen.

Es sei sicherlich möglich, einige Flüge vom Rand der geplanten Streikzeit von 6.00 bis 12.00 Uhr zu verlegen, sagte die Sprecherin. Weil aber zudem die Umläufe von Maschinen und Crews gestört würden, müsste im Fall eines Streiks für den gesamten Donnerstag noch mit Verspätungen gerechnet werden.

Airlines und Flughäfen bereiten sich vor

Die Lufthansa appellierte erneut an die Tarifpartner, eine Lösung am Verhandlungstisch zu suchen. Leidtragende wären die Fluggäste, sagte die Sprecherin. Lufthansa-Vorstandsmitglied Stefan Lauer hatte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ gesagt: „Ein solcher Streik inmitten der Hauptreisezeit wäre nicht nur völlig überzogen, sondern würde die Grenze zum Schikanösen überschreiten“.

Auch Air Berlin bereitet sich auf einen möglichen Streik der Fluglotsen am Donnerstag vor. „Wir arbeiten an einem Ersatzflugplan“, sagte eine Sprecherin. Im Falle eines Streiks von 6.00 bis 12.00 Uhr werde die Fluglinie versuchen, möglichst viele frühe Flüge vor Streikbeginn starten zu lassen. Zudem würden - wenn möglich - Flüge zusammengelegt oder verspätet am Nachmittag gestartet.

Die Streichung eines Flugs sei immer das letzte Mittel. Urlaubsflüge auf Langstrecken sollten nach Möglichkeit gar nicht ausfallen, bei mehrmals am Tag angebotenen Inlandsverbindungen könne das aber nicht ausgeschlossen werden.

Der Frankfurter Flughafen bereitet sich auf den möglichen Fluglotsenstreik vor. Mehrere Hundert Flüge könnten ausfallen, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport am Mittwoch. Vorab ließe sich das Ausmaß aber kaum berechnen. Der Flughafen verfüge über mehrere Hundert Feldbetten, die nach den Ausfällen durch die Aschewolke eines isländischen Vulkans im vergangenen Jahr angeschafft worden seien, sagte der Sprecher.

Zudem werde das Personal aufgestockt und die Versorgung von Reisenden mit Essen und Trinken vorbereitet. Mit einem Ausmaß wie nach der Aschewolke werde aber nicht gerechnet.

Wenn es zu dem Fluglotsenstreik kommt, dürfen Maschinen auch von Regionalflughäfen nicht starten. Dies gelte für alle Flüge, die den Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Flughafens verlassen würden, auch wenn die dortigen Lotsen nicht an dem Streik beteiligt wären, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF). Die Lotsen an einigen Regionalflughäfen sind nicht zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, da sie einen Haustarifvertrag haben.

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