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Vorwerk Der Thermomix profitiert vom Kochtrend

Die Kultküchenmaschine verkauft sich auch in der Pandemie wieder besser – anders als der Staubsauger Kobold. Vorwerks Abhängigkeit vom Thermomix steigt.
09.09.2020 - 17:31 Uhr Kommentieren
Thermomix: Vorwerk profitiert vom Kochtrend während des Lockdowns Quelle: Vorwerk
Thermomix

Die Küchenmaschine von Vorwerk soll weiterhin nur im Direktvertrieb verkauft werden.

(Foto: Vorwerk)

Düsseldorf Viele Menschen haben im Lockdown das Kochen wiederentdeckt. Im Homeoffice muss das Mittagessen zudem schnell zubereitet sein. Von diesem Trend haben viele Küchenhelfer profitiert – auch der Thermomix. Die digitale Küchenmaschine von Vorwerk wird verstärkt nachgefragt. „Thermomix wächst deutlich – sowohl in Deutschland, als auch international – im Vergleich zum Vorjahreszeitraum“, sagte ein Vorwerk-Sprecher. Andere Sparten wie der Staubsauger Kobold laufen dagegen weniger rund.

Schon 2019 war der Umsatz mit der Kultküchenmaschine um 17,5 Prozent gestiegen – nach zwei Jahren mit rückläufigem Geschäft. Mit 1,26 Millionen Euro wurde der Rekordumsatz von 2016 nur knapp verfehlt. Schub brachte das neue Modell TM6, das im Frühjahr 2019 auf den Markt kam. Mit ihm sind neue Techniken wie Anbraten oder Vakuumgaren möglich. Der Preis von 1325 Euro liegt jedoch rund 200 Euro über dem des Vorgängermodells.

Der Thermomix wird hierzulande ausschließlich im Direktvertrieb verkauft – bei Kochvorführungen vor Kunden. Der Kauf im Laden oder Onlineshop ist nicht möglich. Selbst während des Lockdown rückte Vorwerk von diesem ehernen Prinzip nicht ab.

Die rund 48.000 Berater weltweit, vorwiegend Frauen im Nebenerwerb, mussten improvisieren. „Sie hielten per Telefon und Mail Kontakt zu den Kunden“, heißt es bei Vorwerk. Der Thermomix konnte auch per Telefon bestellt werden. Wer Hilfe benötigte, wurde individuell per Skype, Zoom oder Facetime beraten. Es gab aber keine „Massen-Chats“, betont Vorwerk.

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    Damit sind die Wuppertaler eine Ausnahme in der Branche. Viele Direktvertriebe wie Tupperware hatten auf Online-Partys umgestellt. „Die Branche hat durch die Krise einen regelrechten Digitalisierungsschub erfahren“, sagt Jochen Clausnitzer, Geschäftsführer des Bundesverbands Direktvertrieb Deutschland (BDD).

    Akkuwerkzeuge Twercs eingestellt

    Nach einer Umfrage der Universität Mannheim erwarten die deutschen Direktvertriebe 2020 neutrales Wachstum. „Das ist beeindruckend, wenn man bedenkt, dass der Direktvertrieb durch die Corona-Maßnahmen zeitweise gar unmöglich war“, findet Clausnitzer. Der Direktvertrieb erweise sich als krisenfeste und innovative Vertriebsform. Zuletzt erwirtschaftete die Branche rund 18 Milliarden Euro.

    In Österreich ist der Thermomix testweise auch online erhältlich. Die Erfahrungen dort haben Vorwerk in seiner Vertriebsform Kochpartys bestärkt. „Wir werden unserem Vertrieb aber modernste digitale Tools an die Hand geben“, heißt es. Vorwerk plant „eine verstärkte und gezielte Online-Vermarktung des Produkts“, gemeinsam mit den Repräsentantinnen und maßgeschneidert für den Direktvertrieb.

    Der Thermomix ist mit mehr als 40 Prozent Umsatzanteil die wichtigste Einnahmequelle von Vorwerk. Das Familienunternehmen erwirtschaftete 2019 etwa 2,9 Milliarden Euro. Die Abhängigkeit von der Küchenmaschine steigt.

    Denn die Kobold-Sauger, das zweitwichtigste Standbein, schwächeln seit Jahren. 2019 sank der Umsatz auf 708 Millionen Euro, vor allem in Italien lief es schlecht. Der Kobold ist – außer im Direktvertrieb – auch im Vorwerk-Laden und Onlineshop bestellbar. Auch die Saugroboter Neato Robotics aus den USA, die Vorwerk zugekauft hatte, enttäuschten. 2019 sank der Umsatz um 10 Millionen auf 52 Millionen Euro.

    Still und leise aussortiert wurde der Akkuwerkzeugkoffer Twercs. Der einstige Hoffnungsträger erfüllte die Absatzerwartungen nicht. Bei der neuen Teemaschine Temial, die 2019 auf den Markt kam, steht der Durchbruch noch aus. Vorwerk geht hier bis Jahresende von einer nahezu stabilen Entwicklung aus. Neue Produkte bräuchten eben Zeit, die sei einkalkuliert.

    Mehr: Die Tupperparty geht online - mit überraschenden Folgen

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