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Vueling Chaostage einer Billig-Airline

Die Fluggesellschaft Vueling hat zum Ferienbeginn in Spanien Dutzende Flüge gecancelt. Daraufhin brach am Flughafen Barcelona Chaos aus. Warum die Maschinen der Billig-Airline am Boden bleiben mussten.
Update: 04.07.2016 - 15:14 Uhr
Zahlreiche Maschinen blieben am Boden, weil die Billig-Airline Dutzende Flüge absagen musste. Quelle: dapd
Vueling

Zahlreiche Maschinen blieben am Boden, weil die Billig-Airline Dutzende Flüge absagen musste.

(Foto: dapd)

Die spanische Billig-Airline Vueling leidet offenbar an den Folgen von zu hochgesteckten Zielen. Das spanische Unternehmen hat in den vergangenen Tagen zum Ferienbeginn in Spanien Dutzende Flüge storniert. Die über 8.000 Passagiere waren so wütend, dass es am Flughafen Barcelona zu Tumulten kam und die Polizei einschreiten musste.

Das spanische Verkehrsministerium hat jetzt ein Disziplinarverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet und die Vueling-Führung heute zum Rapport nach Madrid beordert. Auch die Regionalregierung von Katalonien, wo Vueling seinen Sitz hat, forderte für heute eine Erklärung und erwägt eine Geldbuße.

Mit diesen Billigfliegern kommen Sie pünktlich
Platz 10 – Air Asia (Malaysia)
1 von 10

Air Asia beförderte im vergangenen Jahr mehr als 28 Millionen Menschen. Die Experten von Flightstats haben insgesamt 157.775 Flüge ausgewertet. Demnach waren 78,08 Prozent der Flüge pünktlich. Die Airline geriet zuletzt in die Schlagzeilen, weil ein Airbus am 28. Dezember auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur aus bislang ungeklärten Gründen in die Javasee gestürzt war. Alle 162 Menschen an Bord kamen ums Leben.

(Foto: dpa)
Platz 9 – Jetstar (Australien)
2 von 10

Jetstar brachte seine Kunden in 82,25 Prozent der Fälle pünktlich ans Ziel. Die australische Billigfluggesellschaft verzeichnete 2014 insgesamt 115.009 Flüge und beförderte mehr als 21 Millionen Menschen.

(Foto: Reuters)
Platz 8 – Virgin America (USA)
3 von 10

Die US-amerikanische Fluggesellschaft mit Sitz in Burlingame (Kalifornien) landet auf dem achten Platz. 82,42 Prozent der insgesamt 58.784 Flüge im Jahr 2014 waren nach Berechnungen von Flightstats pünktlich. Die Airline transportierte im vergangenen Jahr mehr als acht Millionen Menschen.

(Foto: AFP)
Platz 7 – Indigo (Indien)
4 von 10

Die Mehrzahl der Flüge von Indigo sind indische Inlandsflüge – davon gibt es allerdings jede Menge. Insgesamt wertete Flightstats 183.515 Flüge der Billig-Airline aus, 83,31 Prozent der Flieger landeten pünktlich. Indigo beförderte 2014 rund 33 Millionen Passagiere.

(Foto: dpa)
Platz 6 – Norwegian Air (Norwegen)
5 von 10

84,96 Prozent der Flüge von Norwegian Air waren 2014 pünktlich am Ziel. Die norwegische Billigfluggesellschaft mit Sitz in Bærum-Fornebu nahe der Hauptstadt Oslo verzeichnete 172.277 Flüge und beförderte mehr als 31 Millionen Menschen. Zu den Reisezielen in Deutschland gehören Berlin, München, Hamburg und Köln-Bonn.

(Foto: Reuters)
Platz 5 – Easyjet (Großbritannien)
6 von 10

Einen guten fünften Platz im Pünktlichkeitsranking belegt Easyjet, das seine mehr als 72 Millionen Passagiere in 85,12 Prozent der Fälle pünktlich ans Ziel bringt. Easyjet ist nach Ryanair die zweitgrößte Billigfluggesellschaft Europas und fliegt in Deutschland unter anderem von Düsseldorf, Köln-Bonn, Hamburg und Berlin. 2014 hob die Airline insgesamt 443.898 Mal ab.

(Foto: dapd)
Platz 4 – Niki (Österreich)
7 von 10

Daumen hoch von Gründer Niki Lauda, ehemaliger Formel-1-Fahrer: Niki mit Sitz in Wien transportierte in 24.426 Flügen rund 3,8 Millionen Menschen – oft pünktlich. 86,22 Prozent der Flüge der heutigen Air-Berlin-Tochter landeten planmäßig.

(Foto: ap)

Der kaufmännische Direktor von Vueling, David García, erklärte die Probleme gestern mit dem Streik der Fluglotsen in Frankreich am Dienstag vergangener Woche. Doch mehrere spanische Medien berichten, das Chaos sei die Folge interner Fehlplanungen. Dafür spricht eine Email, die der neue Vueling-Chef Javier Sánchez-Prieto als Reaktion auf das Chaos an seine Mitarbeiter geschrieben hat.

Es sei viel zusammengekommen, erklärt er in der Email, die die Online-Zeitung El Confidencial veröffentlicht hat. Aber die aktuellen Probleme hätten „interne Ursachen“. Er habe bei seinem Amtsantritt „Schwächen in der Planung der Abläufe“ vorgefunden und deshalb die meiste Zeit darauf verwendet, Pläne zu erstellen, um die akuten Probleme vor Beginn der Hauptreisezeit in den Griff zu bekommen.

Sánchez-Prieto ist seit März im Unternehmen. Sein Vorgänger, Álex Cruz, ist als Chef zu British Airways gewechselt, beide Unternehmen gehören der Holding IAG. Laut spanischen Medien habe Cruz zu ehrgeizige Gewinnziele gesetzt. Um sie zu erreichen, habe das Unternehmen die Abläufe so eng geplant, dass kein Puffer für unvorhergesehene Ereignisse vorhanden war. Vueling und IAG waren auf Anfrage nicht zu erreichen.

„Es kann schon sein, dass der Streik in Frankreich zu Problemen geführt hat – aber er war angekündigt und andere Airlines haben es ja auch geschafft, die Ausfälle mit einer neuen Planung aufzufangen“, sagt Gerald Wissel, Airline-Berater bei Airborne Consulting. „Die gravierenden Probleme von Vueling deuten eher darauf hin, dass das Unternehmen zu eng geplant hat und etwa nicht genug Personal für außerplanmäßige Flüge vorhanden ist.“

Ein Ziel von Airlines ist es, die teuren Flugzeuge so viel wie möglich in der Luft zu halten. Doch die Ablaufpläne geraten etwa bei Verspätungen durcheinander. Dann bleibt weniger Zeit für Sicherheitskontrollen an den Maschinen. Es kommt zu Verzögerungen. In der Hauptreisezeit kann das zu großen Problemen führen.

Inzwischen hat Vueling mit einem Notfallplan reagiert: Das Unternehmen erklärte heute, es habe sechs Flugzeuge gemietet, 34 weitere Piloten verpflichtet sowie 130 zusätzliche Mitarbeiter im Kundenservice engagiert, um die mehr als 8.000 gestrandeten Passagiere besser bedienen zu können.

Die hohe Zahl der Betroffenen resultiert nach Angaben des kaufmännischen Direktors David García aus 56 stornierten Flügen in Folge des Streiks in Frankreich. Die Passagiere hätten umgebucht werden müssen, was aber zu Beginn der Hauptreisezeit nicht einfach sei.

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