Wachstum Bahn will 19.000 neue Mitarbeiter einstellen

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr zahlreiche neue Beschäftigte einstellen. Das Vorhaben begründet der Vorstand mit dem Wachstum und digitalen Ausbau des Konzerns. Vor allem nach Lokführern wird gesucht.
Update: 28.01.2018 - 12:43 Uhr Kommentieren

„Tausende neue Jobs“ – Deutsche Bahn setzt auf Digitalisierungs-Offensive

BerlinDie Deutsche Bahn will in diesem Jahr 19 000 neue Beschäftigte einstellen. „Darunter sind allein über 1000 Lokführer und Lokführer-Azubis“, sagte der neue Bahn-Personalvorstand Martin Seiler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag). In der Gesamtzahl enthalten sind 4000 Auszubildende und dual Studierende.

Seiler begründete die Einstellungsoffensive mit dem Wachstum und digitalen Ausbau des Konzerns. Zudem gingen viele Mitarbeiter in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Besonders gesucht seien Lokführer, Fahrdienstleiter, Elektroniker, Ingenieure, IT-Experten, Leit- und Sicherungstechniker, Servicekräfte oder Gleisbauer.

Bereits länger bekannt ist der Engpass bei Lokführern. Hier bemühen sich die Deutsche Bahn und auch ihre privaten Wettbewerber seit geraumer Zeit verstärkt um Nachwuchs. Trotz erster Erfolge bleibt es eng, und selbstfahrende Züge ohne Personal im Führerstand sind vorerst noch Zukunftsmusik.

Das sind Deutschlands beliebteste Bahnhöfe
Platz 1: Köln
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Der Kölner Hauptbahnhof landet mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,9 Punkten mit Abstand auf Platz 1 des „Netzsieger“-Rankings. Der Domblick und das nahegelegene Rheinufer dürften unter den Reisenden wohl als besondere Schmankerl gelten. 280.000 Reisende nutzen den Bahnhof täglich.

Platz 2: Dresden
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60.000 Menschen passieren täglich den Dresdner Hauptbahnhof. Direkt neben dem Bahnhofsgebäude befindet sich der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft. 235 Reisende – darunter sicher auch einige Studenten – bewerteten den sächsischen Verkehrsknotenpunkt mit durchschnittlich 4,4 Sternen.

Platz 3: Leipzig
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Der Hauptbahnhof der sächsischen Großstadt ist der flächenmäßig größte Kopfbahnhof Europas und besteht seit 1915. Unter DDR-Führung wurde die Bahnhofshalle nach Kriegsende zwanzig Jahre lang peu à peu restauriert. Im Ranking der beliebtesten Bahnhöfe landet das monumentale Gebäude mit im Schnitt 4,4 Sternen auf Platz drei.

Platz 4: Berlin
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Nach elfjährigem Umbau wurde der Berliner Hauptbahnhof 2006 neu eröffnet. Vom Architekten Meinhard von Gerkan entworfen, ist die einzigartige Glaskonstruktion der größte Turmbahnhof Europas. Von 730 Reisenden erhält der Bahnhof im Mittel 4,4 Sterne und landet damit – knapp am Treppchen vorbei – auf Platz 4.

Platz 5: Kiel
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Den Hauptbahnhof der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt nutzen pro Tag gut 25.000 Menschen. Direkt an der Kieler Förde gelegen, sind auch Anschlussfähren nach Oslo und Göteborg schnell zu erreichen. Dieser Komfort ist den Reisenden durchschnittlich 4,4 Sterne wert.

Platz 6: München
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Der Münchner Hauptbahnhof stemmt wie auch der Frankfurter Hauptbahnhof ein tägliches Reiseaufkommen von 450.000 Personen. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 4,2 Sternen unter 453 Nutzern belegt der 1960 fertiggestellte Bahnhof den 6. Platz.

Platz 8 und 7: Bochum und Frankfurt am Main
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Der 1955 neu errichtete Bochumer Hauptbahnhof erzielte bei Google unter 32 Reisenden eine durchschnittliche Bewertung von 4,1. Punktemäßig gleichauf liegt der Frankfurter Hauptbahnhof (Bild). 633 Reisende haben den Bahnhof der Finanzmetropole rezensiert.

„Aktuell fehlen bundesweit mindestens 1200 Lokführer“, sagte der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL), Claus Weselsky, der Funke-Mediengruppe. Immer wieder fielen deshalb Züge aus. „Oft wird der Mangel auch durch Überstunden ausgeglichen“, sagte Weselsky. Nach früheren Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gibt es besonders im Güterverkehr große Probleme, wo Züge oft stehen blieben, weil schlichtweg der Lokführer fehlt. Gefahren würden die Güter dann erst, wenn wieder Personal verfügbar sei.

Aber auch für ihre Digitalisierungsoffensive braucht die Deutsche Bahn viele Fachleute. Die Bahn will ihre Züge in 10 bis 15 Jahren flächendeckend digital leiten und viele Signale und Kabelverbindungen überflüssig machen. So könnten auf dem deutschen Schienennetz 20 Prozent mehr Züge fahren, hatte Bahnchef Richard Lutz erklärt.

Im Wettbewerb um Fachkräfte muss sich der bundeseigene Konzern anstrengen, weiß die Leiterin der Personalgewinnung der Deutschen Bahn, Kerstin Wagner. Der Arbeitsmarkt sei herausfordernd, vor allem im Süden Deutschlands, und das nicht nur für Lokführer, sondern auch für Elektroniker, Ingenieure, Fahrdienstleiter oder IT-Experten.

Die Bahn beschäftigt dem Bericht zufolge in Deutschland knapp 200 000 Mitarbeiter. In den vergangenen fünf Jahren habe der Konzern rund 60 000 Beschäftigte neu eingestellt und damit fast ein Drittel seiner Belegschaft hierzulande erneuert.

  • dpa
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