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Waggonvermieter Milliardär Klaus Michael Kühne steigt bei VTG aus

Nach nur zwei Jahren reicht der Hamburger Milliardär seine VTG-Anteile weiter. Der Infrastrukturfonds von Morgan Stanley übernimmt die Kontrolle.
16.07.2018 Update: 16.07.2018 - 17:49 Uhr Kommentieren
Das Schienenlogistikunternehmen erwirtschaftete 2017 über 1 Milliarde Euro Umsatz. Quelle: VTG
VTG-Mineralölwagen

Das Schienenlogistikunternehmen erwirtschaftete 2017 über 1 Milliarde Euro Umsatz.

(Foto: VTG)

München Der Hamburger Schienenlogistik-Konzern VTG steht vor der Übernahme durch einen Infrastruktur-Fonds der US-Investmentbank Morgan Stanley. Der Milliardär Klaus Michael Kühne trennt sich nach gut zwei Jahren mit Gewinn von seinem 20-Prozent-Paket an VTG.

Morgan Stanley Infrastructure, bisher schon größter VTG-Aktionär, kommt damit auf gut 49 Prozent der Anteile und bietet den restlichen Anteilseignern 53 Euro je Aktie, wie der Investor am Montag mitteilte. Der Vermieter von Güterwaggons wird damit mit 1,52 Milliarden Euro bewertet, fast doppelt so hoch wie beim Einstieg der Amerikaner im Herbst 2016.

Das Übernahmeangebot liegt zehn Prozent über dem Xetra-Schlusskurs der VTG-Aktie vom Freitag. Am Montag stieg das im SDax notierte Papier um bis zu 14 Prozent auf 55 Euro. Der VTG-Vorstand hält die Offerte für zu niedrig und empfiehlt den Aktionären, sie nicht anzunehmen. „Der angekündigte Angebotspreis reflektiert nicht das Potential der Gesellschaft“, erklärte Vorstandschef Heiko Fischer.

„Wir haben freundliche Absichten und glauben, dass wir aufgrund unserer weltweiten Expertise im Bereich Infrastruktur ein hervorragender Partner sind, um das künftige Wachstum der VTG AG zu unterstützen“, erklärte Markus Hottenrott, Chief Investment Officer von Morgan Stanley Infrastructure Partners. Der Investor verwaltet fünf Milliarden Dollar, die unter anderem in Mobilfunknetzen und Gasleitungen stecken. „Wir halten unsere Investments im Schnitt sieben Jahre“, sagte Hottenrott zu Reuters.

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    Die VTG verfügt – vor der geplanten Übernahme der französischen Nacco – über einen Bestand von rund 80.000 Eisenbahn-Güterwagen, die sie an die Chemie-, Mineralöl- oder Agrarindustrie vermietet. Zudem wickelt sie selbst Schienen-Transporte ab.

    Die Kühne Holding, über die der Unternehmer die Mehrheit am Schweizer Logistik-Konzern Kühne & Nagel hält, bekommt für ihr VTG-Paket gut 300 Millionen Euro. Der 81-jährige Klaus Michael Kühne hatte die Aktien dem US-Finanzinvestor WL Ross abgekauft. Damals lag der Aktienkurs deutlich unter 30 Euro. Der Milliardär Wilbur Ross – inzwischen Handelsminister der USA - hatte die VTG 2005 dem Touristik-Konzern Tui abgekauft und sie 2007 an die Börse gebracht.

    Der Milliardär und heutige US-Handelsminister Wilbur Ross hatte die VTG 2005 dem Touristik-Konzern Tui abgekauft und sie 2007 an die Börse gebracht. Die VTG verfügt über einen Bestand von rund 80.000 Eisenbahn-Güterwagen, die sie an die Chemie-, Mineralöl- oder Agrarindustrie vermietet. Zudem wickelt sie selbst Schienen-Transporte ab.

    Drittgrößter VTG-Aktionär ist die Joachim-Herz-Stiftung mit zehn Prozent. Der Großaktionär von Beiersdorf ließ offen, ob er das Angebot von Morgan Stanley annehmen werde. „Wir haben davon erst heute erfahren“, sagte ein Sprecher der Stiftung am Montag.

    Ein Knackpunkt bei der Übernahme ist das – relativ kleine – Russland-Geschäft der VTG. Die Amerikaner fordern, dass die VTG keine Geschäfte mit Russen macht, die auf den Sanktionslisten der USA stehen. Zudem sollen die Hamburger die seit gut einem Jahr angekündigte Übernahme von Nacco perfekt machen, die von den Kartellbehörden geprüft wird.

    VTG will den 780 Millionen Euro schweren Zukauf zunächst mit Schulden finanzieren, plant aber anschließend eine Kapitalerhöhung über 300 Millionen Euro. Insgesamt lasten danach mehr als zwei Milliarden Euro Schulden auf dem Konzern. 2017 erwirtschaftete die VTG eine Milliarde Euro Umsatz und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 343 Millionen Euro.

    Morgan Stanley hatte seine VTG-Beteiligung von dem Investor Andreas Goer für 242 Millionen Euro übernommen, der 2015 seine Eisenbahn-Leasingfirma AAE an die VTG verkauft und dafür Aktien bekommen hatte. Heute ist das Paket mehr als 400 Millionen Euro wert. Morgan Stanley betonte, man sei nicht auf einen Beherrschungsvertrag angewiesen, für den der Fonds eine Mehrheit von 75 Prozent bräuchte. „Ein Delisting ist nicht unser primärer Ansatz“, sagte Hottenrott zu Reuters. „Wir können auch mit einer börsennotierten Gesellschaft leben.“

    • rtr
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