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Warenhäuser Karstadt und Kaufhof: Zentrale wird aufgeteilt

Essen soll zwar der Firmensitz des neuen Warenhausunternehmens werden. Doch einige Bereiche der Hauptverwaltung werden wohl in Köln verbleiben.
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Die Entscheidung über den Standort der Zentrale steht kurz bevor . Quelle: dpa
Karstadt und Kaufhof

Die Entscheidung über den Standort der Zentrale steht kurz bevor .

(Foto: dpa)

DüsseldorfBei einer der wichtigsten noch offenen Entscheidungen im Fusionsprozess der beiden großen deutschen Warenhausunternehmen naht der Tag der Wahrheit: Es geht um die Entscheidung über den Standort der Zentrale. Am Mittwoch tagte der Aufsichtsrat von Kaufhof, am Donnerstag der von Karstadt. Danach sollte den Planungen zufolge die Entscheidung verkündet werden, ob der gemeinsame Firmensitz nach Köln oder nach Essen kommt.

Die neue Firmenleitung unter dem bisherigen Karstadt-Chef Stephan Fanderl tendiert offenbar dazu, die Zentrale in Essen anzusiedeln. Doch dagegen gibt es nicht nur massive Widerstände von der Arbeitnehmerseite bei Kaufhof.

Ein Problem ist: Im Fusionsvertrag zwischen den beiden Immobilien- und Handelsunternehmen Signa und Hudson’s Bay steht, dass Köln neuer gemeinsamer Sitz werden soll. Das heißt, dass Hudson’s Bay als Miteigentümer bei den Kaufhof-Kollegen gewissermaßen im Wort steht.

Deshalb dürfte es Insidern zufolge auf einen Kompromiss hinauslaufen – auch um nicht noch mehr Unruhe bei den Mitarbeitern zu erzeugen. Formal würde dann zwar Essen der Firmensitz werden. Aber einige Funktionen blieben in Köln. Das heißt: Die Zentrale wäre damit getrennt.

Der Druck, rasch zu Ergebnissen zu kommen, ist hoch. Denn das Weihnachtsgeschäft soll sowohl bei Kaufhof als auch bei Karstadt unter den Erwartungen geblieben sein. Diese Belastungen kämen dann noch auf die ohnehin hohen Restrukturierungsaufwendungen obendrauf.

Weitere Kapitalmaßnahmen über die bei der Fusion vereinbarten Zahlungen hinaus stünden aber bisher noch nicht auf der Agenda, hieß es in den Kreisen. Sowohl bei Karstadt als auch bei Kaufhof gab es auf entsprechende Nachfragen zum Stand des Ringens um den Firmensitz keine Auskunft. Auch von Signa gab es keine Stellungnahme. Ein Hudson’s-Bay-Sprecher sagte, das Unternehmen wolle sich „zu den Spekulationen nicht äußern“.

Kaufhof ist seit Ende November vergangenen Jahres Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem Konkurrenten Karstadt aus Essen. Zuvor hatte der Karstadt-Eigentümer, das Unternehmen Signa des österreichischen Investors René Benko, lange mit dem kanadischen Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay über eine Fusion der Kaufhäuser gerungen. Seit November ist klar: Karstadt hat im operativen Geschäft das Sagen, und Karstadt-Chef Fanderl führt den fusionierten Warenhauskonzern.

Neben der Entscheidung über den Firmensitz sind viele weitere Fragen zu klären, um aus den beiden Unternehmen einen schlagkräftigen Warenhauskonzern zu formen. Dazu gehört auch die Frage, wie viele der 32.000 Mitarbeiter im Zuge der Fusion ihren Job verlieren werden. Außerdem ist offen, wie viele der insgesamt rund 240 Filialen von Kaufhof und Karstadt schließen müssen.

Fanderl hatte vergangenes Jahr im Interview mit dem Handelsblatt betont, dass es keinen Kahlschlag im Filialnetz geben wird. Ihn ärgere, dass immer wieder gesagt werde, Signa werde Karstadt und Kaufhof zusammenführen und dabei eine hohe Zahl von Filialen dichtmachen und deshalb Tausende Stellen streichen. „Das stimmt einfach nicht!“ Auch Signa-Eigentümer René Benko hatte im Handelsblatt-Interview betont: „Wir kämpfen um jede Filiale.“

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