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Kaufhof

Eigentümer HBC verhandelt über eine mögliche Fusion der Warenhauskette mit dem Konkurrenten Karstadt.

(Foto: dpa)

Warenhäuser Kaufhof bestätigt Fusionsverhandlungen mit Karstadt

Die letzten verbliebenen Kaufhausbetreiber in Deutschland wollen ihre Kräfte bündeln. Doch noch immer bleiben viele Fragen offen.
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DüsseldorfDer Eigentümer von Galeria Kaufhof hat erstmals bestätigt, dass er über eine mögliche Fusion der Warenhauskette mit dem Konkurrenten Karstadt verhandelt. „Das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit der Signa Holding GmbH und hat eine unverbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, um Optionen für ein Gemeinschaftsunternehmen zu prüfen“, gab die Kaufhof-Muttergesellschaft Hudson's Bay Company (HBC) am Freitag bekannt.

Das Unternehmen betonte jedoch zugleich, dass bisher keine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf oder zur Zusammenlegung des europäischen Geschäfts oder des Immobilienportfolios unterzeichnet worden sei.

„HBC evaluiert kontinuierlich potenzielle strategische Möglichkeiten, die Wertschöpfung im Sinne unserer Aktionäre zu steigern. Von Zeit zu Zeit führt dies auch zu Gesprächen mit potenziellen Partnern“, erklärte der kanadische Handelskonzern. Es gebe jedoch keine Garantie, dass die aktuellen Verhandlungen letztendlich zu einer Transaktion führen werden.

In den vergangenen Tagen war durchgesickert, dass HBC und Karstadt-Eigentümer Signa eine Absichtserklärung unterschrieben haben, in der sie sich auf Eckpunkte eines möglichen Zusammenschlusses geeinigt haben. Das Papier sieht vor, dass Signa 50 Prozent von Kaufhof übernimmt. Karstadt soll das Gemeinschaftsunternehmen leiten, in das auch Karstadt Sports und die Aktivitäten von HBC in den Niederlanden eingebracht werden sollen. Damit würde künftig Karstadt-Chef Stephan Fanderl die Gesamtverantwortung übernehmen.

Sollte der Deal abgeschlossen werden, würde sich für die Kunden erstmal kaum etwas ändern. Beide Marken sollen zunächst beibehalten werden. Auch eine umfangreiche Schließung unprofitabler Warenhäuser ist vorläufig nicht geplant. Nur bis zu 15 der knapp 180 Filialen könnten mittelfristig dichtmachen, heißt es. Dabei dürfte es sich zumeist um Häuser handeln, für die Mietverträge auslaufen. So hat Kaufhof beispielsweise bereits geplant, die Häuser in Solingen und in Hof zu schließen.

Viele Fragen bleiben offen

Bereits im November 2017 hatte Signa rund drei Milliarden Euro für eine Komplettübernahme von Kaufhof geboten. Dieses Angebot hatte HBC-Großaktionär und Chairman Richard Baker als zu niedrig bezeichnet und offiziell zurückgewiesen. Jetzt legte der Karstadt-Eigentümer nach: Er würde laut der aktuellen Vorvereinbarung für die Übernahme etwa 1,1 Milliarden Euro zahlen und zusätzlich 750 Millionen Euro an Schulden übernehmen, wie es hieß. Damit würde das Europageschäft von HBC nun mit 3,7 Milliarden Euro bewertet.

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Noch viele Fragen sind jedoch offen. So ist auch noch nicht klar, wo der Sitz der Gesellschaft sein wird. Kaufhof residiert in Köln, Karstadt in einem bemerkenswerten 70er-Jahre-Bau in Essen. Offenbar ist Karstadt-Chef Stephan Fanderl bereit, den Essener Sitz aufzugeben. Es könnte auch auf einen völlig neuen Standort in der Mitte, etwa in Düsseldorf, hinauslaufen. Selbst ein Sitz im steuergünstigen Luxemburg ist laut Handelsblatt-Informationen nicht völlig ausgeschlossen.

Die Gewerkschaft hatte am Donnerstag Klarheit über die aktuelle Situation gefordert. „Die Beschäftigten müssen bei einer möglichen Fusion der Unternehmen im Mittelpunkt stehen, einen wirksamen Schutz gibt es nur durch Tarifverträge“, hatte Stefanie Nutzenberger, Vorstandsmitglied bei Verdi angemahnt. Bei beiden Unternehmen zusammen arbeiten rund 37.000 Menschen. Die Gewerkschaft hatte vergangene Woche Gespräche mit Kaufhof über einen Sanierungsvertrag wegen der aufkommenden Gerüchte über eine Fusion auf Eis gelegt.

„Die Beschäftigten sind durch die Meldungen in der Presse verunsichert und machen sich Sorgen. Wir fordern deshalb die Eigentümer auf, umfassend zum Sachstand zu informieren“, forderte Nutzenberger. Das zumindest hat sich HBC jetzt zu Herzen genommen.

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