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Warenhauskette Karstadt rückt nicht von Plänen zu Jobabbau ab

Das Management des angeschlagenen Warenhauses steht auch nach Aufsichtsratssitzung zu dem geplanten Stellenstreichungen. Die Diskussion zwischen Gewerkschaft und Konzernführung geht weiter.
22.08.2012 - 17:11 Uhr Kommentieren
Der Warenhauskonzern hält am geplanten Stellenabbau fest. Quelle: dpa

Der Warenhauskonzern hält am geplanten Stellenabbau fest.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Warenhauskonzern Karstadt rückt auch nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats nicht von seinen Plänen ab, rund 2000 Vollzeitstellen zu streichen. Karstadt halte an dem Vorhaben fest, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Der Aufsichtsrat hatte zuvor in einer von den Arbeitnehmervertretern beantragten Sondersitzung über die Pläne beraten.

Bei dem Treffen gab es laut einer Sprecherin der Gewerkschaft Verdi eine "umfassende Diskussion" über den Personalabbau. Diese solle bei der nächsten regulären Sitzung des Kontrollgremiums in sechs Wochen fortgesetzt werden.

Karstadt hatte die Pläne zum Abbau von 2000 Stellen bis Ende 2014 im Juli vorgelegt. Der Konzern war vor zwei Jahren vom Milliardär Nicolas Berggruen übernommen worden und so der Pleite entkommen. Die Warenhauskette beschäftigt nach eigenen Angaben noch mehr als 24.400 Mitarbeiter. Das Karstadt-Management um Firmenchef Andrew Jennings hatte angekündigt, der Stellenabbau solle "so sozialverträglich wie möglich" umgesetzt werden.

Geplant seien Frühpensionierungen, Nichtverlängerung von befristeten Verträgen sowie ein freiwilliger Abschied von Mitarbeitern. In der Belegschaft sorgen die Pläne indes für Unruhe - noch ist unklar, wo genau Stellen wegfallen sollen. Bei Karstadt läuft zudem derzeit der Sanierungstarifvertrag aus, mit dem die Beschäftigten über zwei Jahre auf Leistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet hatten. Karstadt sparte dadurch jährlich rund 50 Millionen Euro.

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    Die Gewerkschaft Verdi hatte harsche Kritik an den Streichungsplänen geübt: "Umsatzwachstum mit weniger Personal und Service erreichen zu wollen, das passt nicht zusammen", hatte ein Sprecher gesagt. Nicht Stellen müssten gestrichen werden, um Karstadt auf die Höhe der Zeit zu bringen, sondern die Warenhäuser müssten schneller modernisiert werden. Bislang seien erst 24 von 86 Häuser umgebaut worden: "Da muss der Investor mehr Geld in die Hand nehmen."

    Karstadt-Chef Andrew Jennings kündigte nun eine "Herbst-Offensive" des Konkurrenten der Metro -Tochter Kaufhof an, die neben einer Modernisierung von Filialen auch die Einführung neuer Marken im Sortiment der Warenhäuser umfassen solle. Karstadt sei auf dem richtigen Weg. "In unserem bedeutenden Transformationsprozess vertrauen wir weder auf Wunderwaffen, noch auf kurzfristige Erfolge", fügte Jennings hinzu.

    "Um in einem Marathon erfolgreich zu sein, muss man die gesamte Distanz laufen." Karstadt habe "etwa 30 Prozent" der Reise geschafft, aber "noch einen harten Weg" vor sich. Management und Eigentümer seien "langfristig engagiert." Jennings reagierte damit auch auf Medienberichte, der Konzern könne zerschlagen werden. Aufsichtsratschef Jared Bluestein hatte diese bereits energisch dementiert.

    • rtr
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