Warenhauskette Sanierung von Kaufhof schlägt sich noch nicht in Zahlen nieder

Die deutsche Warenhauskette belastet den Mutterkonzern HBC weiter. Kaufhof hat im ersten Quartal ein deutliches Umsatzminus verbucht.
Update: 05.06.2018 - 15:38 Uhr Kommentieren
HBC-Tochter: Umsatzminus bei Kaufhof Quelle: dpa
Kaufhof

Die Warenhauskette plant eine Neuausrichtung.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Umsatzrückgang beim Warenhauskonzern Galeria Kaufhof geht ungebremst weiter. Wie die Mutter Hudson’s Bay Company jetzt bekannt gab, ist der Umsatz in Ihrem Europageschäft im ersten Quartal um 6,6 Prozent gesunken. Damit zeigt sich, dass sich die Sanierungsbemühungen von Kaufhof-Chef Roland Neuwald noch nicht in Zahlen niederschlagen.

Deutliche Fortschritte macht das Unternehmen dagegen in Nordamerika. So ist der Umsatz dort wieder leicht gewachsen. Die Luxus-Kette Saks Fifth Avenue hat sogar um sechs Prozent zugelegt. Zugleich werden Verlustbringer abgestoßen. So soll das erst vor kurzem erworbene Schnäppchenportal Gilt wieder verkauft werden.

Trotz der Verbesserungen in Nordamerika ist der Verlust jedoch weiter gestiegen. So hat HBC im ersten Quartal einen Nettoverlust von 314 Millionen US-Dollar gemacht. Im Vorjahresquartal hatte er noch bei 214 Millionen US-Dollar gelegen.

„Das Ergebnis ist für uns enttäuschend“, räumte Kaufhof-Chef Neuwald ein. Er machte auch das schlechte Wetter zum Jahresstart für die schwache Entwicklung in Deutschland mitverantwortlich, das für den gesamten Textileinzelhandel das Geschäft nicht einfach gemacht habe.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit. So räumte HBC-Chefin Helena Foulkes unumwunden ein, dass auch eigene Fehler zum Niedergang in Deutschland beigetragen hätten. Foulkes hatte Anfang Februar ihren Job bei HBC angetreten und nur drei Monate später Europa-Chef Wolfgang Link vor die Tür gesetzt.

„Jetzt haben wir das richtige Managementteam, um unser Wachstum wieder voran zu bringen“, sagte Foulkes. Es sei noch eine Menge zu tun, aber die eingeleiteten Maßnahmen seien richtig und könnten die Wende bringen.

Neuwald, der auch erst seit Ende vergangenen Jahres im Amt ist, hat ein hartes Sanierungsprogramm für Galeria Kaufhof aufgesetzt. Das Programm „Turn2Win“ beinhaltet die Streichung von Hunderten Stellen in der Kölner Zentrale, aber auch Initiativen, die Umsatz steigern und neue Kunden anlocken sollen.

„Wir sehen bereits erste Fortschritte der Sanierung, zum Beispiel bei der Modernisierung der Filialen, dem weiteren Rollout von erfolgreichen Partnerkonzepten wie Sephora oder Topshop oder der stärkeren Verzahnung von Services im Web und unseren Häusern“, sagt Neuwald. Der Fokus liege klar auf der kurzfristigen Geschäftsverbesserung in den nächsten zwei Jahren.

Am Freitag gehen Gespräche zwischen dem Kaufhof-Management und der Gewerkschaft Verdi in die zweite Runde. Das Unternehmen will einen Sanierungstarifvertrag aushandeln mit deutlich niedrigeren Personalkosten. „Eines ist klar: Kosteneinsparungen und Investitionen bedingen einander – und je schneller wir unsere Einsparziele erreichen und mit den Tarifpartnern eine Lösung erzielen, desto schneller können wir auch Mittel in die Zukunft unseres Unternehmens stecken“, kündigt Neuwald an.

Doch die Gespräche dürften schwierig werden. So hat Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke nach der ersten Runde bereits den Optimismus gedämpft. Er nannte das vorgelegte Sanierungskonzept „völlig unzureichend“. Allein mit Kostensenkungen zu Lasten der Arbeitnehmer werde eine Sanierung nicht gelingen.

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