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Warenhausketten Absichtserklärung zur Fusion von Karstadt und Kaufhof steht offenbar

Die Zusammenlegung der beiden Traditionshäuser scheint voranzukommen. Laut Medienberichten sollen Kaufhof und Karstadt in ein Joint Venture eingebracht werden.
04.07.2018 Update: 05.07.2018 - 11:45 Uhr Kommentieren

„Deutsche Warenhaus AG“ – Fusionieren Kaufhof und Karstadt zum Mega-Kaufhaus?

Berlin Die Eigentümer von Karstadt und Kaufhof sind in ihren Gesprächen über ein Zusammengehen beider Warenhausketten offenbar vorangekommen. Der kanadische Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) und der österreichische Karstadt-Eigner René Benko haben am Dienstag eine Absichtserklärung unterzeichnet, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet.

Demnach sollen Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport in ein Joint Venture eingebracht werden. Verhandlungskreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch die Pläne.

Dem Bericht der „Wirtschaftswoche“ zufolge trägt die Erklärung den Titel „Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft“. Danach könnte Benkos Firma Signa etwas mehr als die Hälfte der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen bekommen und das operative Geschäft führen.

Welche Auswirkungen der Zusammenschluss für die Mitarbeiter der beiden Ketten hätte, sei bislang nicht genau geklärt. Die Verwaltung und der Einkauf sollten zusammengelegt und Arbeitsplätze abgebaut werden, zitierte das Magazin Verhandlungskreise.

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    Die Schließung von Filialen im großen Stil stehe dagegen nicht zur Debatte. „Drei bis fünf Standorte würden bei einem Zusammengehen vermutlich geschlossen“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Deutschen Presse-Agentur. Beide Eigentümer seien daran interessiert, so viele Kaufhäuser wie möglich zu erhalten und profitabel zu machen.

    Laut „Wall Street Journal“ soll Hudson's Bay im Zuge der Transaktion 1,1 Milliarden Euro von Signa erhalten. Signa übernehme Schulden in Höhe von 750 Millionen Euro.

    Weder von HBC noch von Signa gab es zunächst eine Stellungnahme. Das sorgt für harsche Kritik bei den Arbeitnehmern. „Es macht wenig Sinn zu spekulieren, was das alles für Auswirkungen haben könnte“, sagte der Landesfachbereichsleiter von Verdi Baden-Württemberg, Bernhard Franke, am Donnerstag. Die bereits begonnenen Gespräche über einen Sanierungstarifvertrag bei Kaufhof könnten nicht vorankommen, wenn die Rahmenbedingungen für das Unternehmen völlig unklar seien.

    „Es sind immer noch viele Fragezeichen da“, kritisierte er die Informationsgebung durch die Eigentümerseite. Die Gewerkschaft strebe rasche Gespräche an. „Sobald die Eignerseite ihre Angelegenheit geklärt hat, werden wir in Gespräche eintreten, um Regelungen zu finden, die die Interessen der Beschäftigten von beiden Unternehmen wahren“, unterstrich Franke, der Verdi-Verhandlungsführer für einen Sanierungstarifvertrag bei Kaufhof ist.

    In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Eigentümer beider Ketten erneut über eine Zusammenarbeit sprechen. Karstadt-Eigentümer Benko liebäugelt seit Jahren damit, auch Kaufhof in sein Warenhausimperium zu integrieren und durch den Zusammenschluss der Rivalen eine „Deutsche Warenhaus AG“ zu schaffen.

    Kritische Situation bei Kaufhof

    Doch seine Anläufe zur Übernahme waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert. Erst vor wenigen Monaten hatte HBC ein drei Milliarden Euro schweres Kaufangebot des Österreichers für Kaufhof und ein damit verbundenes Immobilienpaket abgelehnt.

    Beide Warenhausketten leiden seit Jahren unter dem Siegeszug von Billiganbietern wie Primark und Onlinehändlern wie Amazon oder Zalando. Verschärft wurde die Situation durch Managementfehler.

    Besonders kritisch ist die Situation zurzeit bei Kaufhof. Der Kölner Handelsriese kämpft seit der Übernahme durch die Kanadier Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen. Kaufhof-Chef Roland Neuwald verhandelt deshalb zurzeit mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sanierungstarifvertrag, der die Kosten des Unternehmens um einen Millionenbetrag senken soll.

    Doch auch Karstadt hat nach einer harten Sanierung gerade erst die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. Im vergangenen Geschäftsjahr wies der Konzern bei weiterhin leicht rückläufigen Umsätzen erstmals seit zwölf Jahren unter dem Strich wieder einen bescheidenen Jahresüberschuss von 1,4 Millionen Euro aus.

    Der Stammsitz des neuen Unternehmens solle entweder in Köln oder an einem anderen Standort in Nordrhein-Westfalen angesiedelt werden, hieß es. Als relativ sicher gelte, dass der Karstadt-Stammsitz in Essen wegfalle.

    • rtr
    • dpa
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