Weg für Pofalla frei? Bahnchef ordnet Politik-Bereich neu

Bahnchef Grube kommt über Umwege wohl doch an sein Ziel. Er baut die Führungsstruktur des Konzerns schrittweise um. So scheint der Weg für Ex-Kanzleramtschef Pofalla zur Bahn frei.
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Bei der Bahn könnten im kommenden Jahr auch einige Türschilder neu beklebt werden: Der Politik-Bereich soll neu geordnet werden. Quelle: dpa

Bei der Bahn könnten im kommenden Jahr auch einige Türschilder neu beklebt werden: Der Politik-Bereich soll neu geordnet werden.

(Foto: dpa)

BerlinDie Deutsche Bahn will Anfang 2015 in der Führungsebene die Aufgabenbereiche Wettbewerb, Politik und Regulierung zusammenlegen. Vorstandschef Rüdiger Grube legte das Konzept dafür am Mittwoch dem Aufsichtsrat vor, wie anschließend aus Kreisen des Kontrollgremiums verlautete. Der Plan könnte es dem früheren Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) doch noch ermöglichen, in der Chefetage der Bahn einzuziehen. Das hatte im Januar heftige Kritik hervorgerufen, auch wegen des kurzen Zeitraums zwischen politischem Amt und Posten bei dem bundeseigenen Unternehmen.

Der neue Bereich „Wettbewerb, Politik und Regulierung“ werde am 1. Januar 2015 eingerichtet und solle von einem Generalbevollmächtigten geleitet werden, hieß es in den Aufsichtsratskreisen. Für einen künftigen Amtsträger müsse eine „angemessene Karenzzeit“ gelten. Es werde kein zusätzlicher Vorstandsposten geschaffen. Schließlich solle bei dem geplanten Umbau unterm Strich mindestens eine Million Euro pro Jahr eingespart werden. Der Aufsichtsrat habe Grubes Vorlage zur Kenntnis genommen.

Die wichtigsten Bahnhöfe Deutschlands
Hauptbahnhof Dortmund
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Dortmund – 130.000 Reisende und Besucher

Der Dortmunder Hauptbahnhof wird Tag ein, Tag aus von 130.000 Reisenden und Besuchern benutzt. Dabei lässt der Zustand des Bahnhofs zu wünschen übrig. Die Eingangshalle wurde zwar vor wenigen Jahren modernisiert, auf den Gleisen und im Zugangsbereich hat sich jedoch nichts verändert. Und das, obwohl direkt gegenüber des Hauptbahnhofs das neue Fußball-Museum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gebaut wird.

Alle Daten sind Durchschnittswerte aus dem Jahr 2012, Quelle: Deutsche Bahn

Münchner S-Bahn-Tunnel
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Ostbahnhof München – 138.000 Reisende und Besucher

München ist die einzige Stadt, die mit zwei Stationen unter den größten zwölf deutschen Bahnhöfen vertreten ist. Im Ostbahnhof fahren nicht nur Regional-, sondern auch Fernverkehrszüge ein. Das Empfangsgebäude wurde im Jahr 1985 neu gebaut – 138.000 Passagiere und Besucher betreten es täglich.

Nuernberg Hauptbahnhof
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Nürnberg – 150.000 Reisende und Besucher

Der Nürnberger Hauptbahnhof schafft es in die Top Ten der wichtigsten Bahnhöfe in Deutschland. Der Verkehrsknotenpunkt kommt auf 150.000 Reisende und Besucher täglich. Aufmerksamkeit erregte der Bahnhof zuletzt Ende 2012, als an Wochenenden und Feiertage ein nächtliches Alkoholverbot erlassen wurde.

Erkundungsbohrungen am Hauptbahnhof in Essen
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Essen – 170.000 Reisende und Besucher

Ein ungewohntes Bild: An der Einfahrt zum Essener Hauptbahnhof fanden Ende 2013 Erkundungsbohrungen statt. Unter den Gleisen wurden Hohlräume gefunden, die auf Grubenarbeiten Mitte des 19. Jahrhunderts zurückzuführen sind. Das führte zu großen Verspätungen – 170.000 Menschen bekamen das zu spüren, die den Bahnhof täglich nutzen.

Baustelle Stuttgart 21
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Stuttgart – 240.000 Reisende und Besucher

Eine der bekanntesten Baustellen Deutschlands: der Stuttgarter Hauptbahnhof. Die Proteste gegen den Neubau „Stuttgart 21“ erschütterten das Ländle und erregten in der ganzen Bundesrepublik Aufsehen. Trotzdem wird der Bahnhof unterirdisch neu gebaut. Täglich nutzen 240.000 Reisende und Besucher den Baustellen-Bahnhof.

Bahnverkehr wegen Unwetter eingestellt
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Düsseldorf – 250.000 Reisende und Besucher

So sieht es am Düsseldorfer Hauptbahnhof nicht immer aus: 2010 legte ein Unwetter den Bahnverkehr vorübergehend lahm. Normalerweise herrscht auf in dem rheinischen Verkehrsknotenpunkt hektisches Treiben. 250.000 Reisende und Besucher jeden Tag – nur auf sechs deutschen Bahnhöfen ist mehr los.

Bahnstrecke Hannover - Berlin
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Hannover – 260.000 Reisende und Besucher

Ein ICE nach Berlin fährt in Hannover ein. Immerhin fahren seit Anfang November von der niedersächsischen Landeshauptstadt wieder Züge in Richtung Berlin. Fünf Monate nach dem Elbe-Hochwasser wurde die Strecke wieder freigegeben. Die Sperrung hatte viele Reisende hart getroffen – 260.000 gibt es davon im Hauptbahnhof von Hannover am Tag (inklusive Besucher der Bahnhofs).

Um die Politikkontakte kümmert sich bei der Bahn der Fachbereichsleiter Georg Brunnhuber. Für europäische Angelegenheit ist der Konzernbevollmächtigte Joachim Fried zuständig. Brunnhuber und Fried werden in nächster Zeit in Rente gehen. Über die mögliche Übernahme des neue Aufgabenbereichs durch Pofalla war in der Presse bereits berichtet worden. Der Bereich könne demnach später mit dem Vorstandsressort für Recht und Datenschutz zusammengelegt werden, das derzeit Gert Becht führt. Bechts Vertrag läuft Ende Februar 2017 aus.

An diesem Donnerstag stellt die Bahn in Frankfurt ihre Bilanz für 2013 vor. Laut Konzernkreisen standen unter dem Strich 649 Millionen Euro Gewinn nach 1,48 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Das Unternehmen soll angesichts dessen mit 200 Millionen Euro deutlich weniger Dividende an den Bund als Eigentümer zahlen. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch eine Dividende von 525 Millionen Euro abgeführt.

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1 Kommentar zu "Weg für Pofalla frei?: Bahnchef ordnet Politik-Bereich neu"

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  • "Die Deutsche Bahn will Anfang 2015 in der Führungsebene die Aufgabenbereiche Wettbewerb, Politik und Regulierung zusammenlegen. Vorstandschef Rüdiger Grube legte das Konzept dafür am Mittwoch dem Aufsichtsrat vor"

    Wie bitte passen denn Wettbewerb und Regulierung zusammen? Entweder Wettbewerb oder Regulierung. Über die Rolle der Politik dabei mag ich gar nicht nachdenken. Okay, die Bahn ist zumindest teilweise noch in Staatsbesitz, trotzdem sollte man dort nicht abgehalfterte Politiker einsetzen sondern FACHLEUTE!!!

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