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Wegen Euro-Krise Karstadt baut 2000 Stellen ab

Als Retter ist Investor Nicoals Berggruen beim Warenhauskonzern Karstadt freudig empfangen worden. Doch auch ihm gelingt nicht alles. Das Unternehmen wird 2000 Stellen bis Ende 2014 abbauen - aus mehreren Gründen.
16.07.2012 Update: 16.07.2012 - 20:45 Uhr 6 Kommentare
Eine Karstadt-Filiale in Düsseldorf (Archivaufnahme aus dem Jahr 2010). Quelle: dpa

Eine Karstadt-Filiale in Düsseldorf (Archivaufnahme aus dem Jahr 2010).

(Foto: dpa)

Düsseldorf Mit dem scharfen Wettbewerbsumfeld im Einzelhandel und den „herausfordernden Marktbedingungen der Euro-Krise“ begründet der Warenhauskonzern Karstadt den geplanten Abbau von 2000 Vollzeitstellen. Das teilte das Unternehmen am Montagabend in Essen mit. Nach Informationen des ZDF sind viele Teilzeitkräfte betroffen, sodass insgesamt 3000 Beschäftigte um ihr Stelle fürchten müssen. „So schmerzhaft diese Maßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter sind, so notwendig sind sie“, wurde Karstadt-Chef Andrew Jennings in einer Mitteilung zitiert.

Der Stellenabbau solle „so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden“. Hauptsächlich wolle das Unternehmen das Ziel durch Frühpensionierung, Nichtverlängerung befristeter Verträge und freiwilligen Austritt von Mitarbeitern erreichen. Betriebsbedingte Kündigungen werden aber nicht explizit ausgeschlossen. Derzeit beschäftigt Karstadt etwa 25000 Mitarbeiter.

Von den 86 Waren- und 26 Sport-Häuser solle nach derzeitigem Stand keines geschlossen werden, sagte ein Unternehmenssprecher am Abend Handelsblatt Online. Alle Häuser lieferten „einen positiven Ergebnisbeitrag“.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte den angekündigten Stellenabbau scharf. „Das ist ein völlig falsches Signal an die Belegschaft und die Kunden“, sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz. Die Karstadt-Beschäftigten hätten durch den Sanierungstarifvertrag bereits erheblich zum Umbau des Warenhauskonzerns beigetragen.

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    Schmitz sagte, Karstadt brauche motivierte und engagierte Mitarbeiter, auch für die nötige fachliche Beratung. Statt Stellen zu streichen, müssten die Unternehmensführung und Investor Berggruen mehr Geld in die Modernisierung investieren. Dies gelte vor allem für die klassischen Warenhäuser. Die Gewerkschaft wolle erreichen, dass möglichst viele Stellen erhalten bleiben.

    Mit dem Umbau des Unternehmens wird Karstadt zufolge die zweite Stufe der Unternehmensstrategie „Karstadt 2015“ gestartet. Denn Anfang September dieses Jahres läuft der Sanierungstarifvertrag aus, unter dem sich die Mitarbeiter zu Gehaltsverzicht in zweistelliger Millionenhöhe bereit erklärt hatten. Der Vertrag hatte einen Arbeitsplatzabbau und das Schließen unrentabler Kaufhäuser verhindert. Der Stellenabbau soll „quer durch die gesamte Organisation“ erfolgen, so der Sprecher weiter. Man habe in den vergangen Monaten durchleuchtet, wo es Redundanzen und unnötigen Verwaltungsaufwand gebe.

    Ab dem 1. September soll jetzt wieder der Flächentarifvertrag des Einzelhandels für die Karstadt-Beschäftigten gelten. Erstmals seit sechs Jahren erhielten die Mitarbeiter daher wieder ein Weihnachtsgeld. Seit der Übernahme durch den Investor Nicolas Berggruen im Jahr 2010 sind nach Karstadt-Angaben 160 Millionen Euro in das Unternehmen investiert worden. Die Modernisierung der Häuser solle weiter fortgesetzt werden.

    Mit dpa.

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    6 Kommentare zu "Wegen Euro-Krise: Karstadt baut 2000 Stellen ab"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @Ernst
      Sie haben es auf den Punkt gebracht.

    • Von Nichts eine Ahnung aber Hauptsache eine dummen Kommentar schreiben, Dummschwätzer!

    • Einfach mal die Geschichte der anderen Investments von Herrn Berggrün ansehen. Wer sich dann noch wundert ... Viele seiner Investments hat er in den Sand gesetzt, verloren hat er wenig, da der Löwenanteil der Investments Steuerermässigungen (Gewerbesteuer), Investitionszuschüsse und Staatsgarantien (z.B. in den USA) waren. Nur weil einer smart aussieht, und eine gute Marketing- und Presse-Abteilung hat, ist er noch lange kein Philanthrop. Naiv, wer sich von so einem Bauernfänger reinlegen lässt.

    • "Alle Häuser lieferten „einen positiven Ergebnisbeitrag“."
      Warum muss man dann Stellen abbauen?
      Herr Berggrün ist ein Unternehmer, der seinen Gewinn auch nur maximieren will!
      Bei Schlecker war das nicht, so einfach, möglich. Deshalb ist er dort nicht eingestiegen.

    • Ach was: Der IWF hat bestätigt: "Deutschlands Konjunktur ist 2012 im Aufwind" - also kein Panik! Auch die Opel-Mitarbeiter brauchen sich keine Sorgen zu machen: "Fachkräftemangel in Deutschland" - ein neuer, besser Job ist ihnen also sicher!

      Die 6bil Staatsschulden und die 18bil Schulden der Banken stemmen wir ganz locker! Wenn wir 10-20 Jahre 24h am Tag kostenlos Arbeiten haben wir eine reale Chance die Neuverschuldung in Deutschland in den Griff zu bekommen.

      Wir sollten unsere Politiker dringend einem Drogenscreening unterziehen, die Mitarbeiter vom IWF auch.

    • Sehr gut ! Sehr schön ! Jawohl Stellenabbau muss sein damit die Manager und Gierbanker noch mehr "Kohle" bekommen.

      Weiter so! Alles Alternativlos! CSU!

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