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Werbeagentur Elephant Seven schnappt sich Springer & Jacoby

Im Bieterwettbewerb um Springer & Jacoby hat der Münchner Marketingspezialist Elephant Seven den Zuschlag bekommen. Damit wird die Hamburger Werbeagentur von einem Unternehmen geschluckt, das sie vor neun Jahren selbst ausgegliedert hatte.

HB FRANKFURT. Beide Firmen seien in exklusive Verhandlungen eingetreten, sagte Elephant-Seven-Chef Horst Wagner am Mittwoch in Unterhaching bei München. Damit hatte Konkurrent Scholz & Friends das Nachsehen. Die Berliner Werbeagentur hatte ebenfalls Übernahmegespräche geführt.

Elephant Seven will sowohl den zum Verkauf stehenden 51-prozentigen Anteil der US-Werbefirma Interpublic kaufen als auch die restlichen 49 Prozent, die das Management und die Agentur-Gründer Konstantin Jacoby und Reinhard Springer halten. Während sich die Agentur auf klassische Werbung konzentriert, ist Elephant Seven auf Marketingdienstleistungen über das Internet spezialisiert. Nach den Worten Wagners soll die Übernahme in drei bis vier Wochen abgeschlossen sein. Finanzieren will Elephant Seven das Geschäft über Kapitalerhöhungen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Die operativen Geschäfte der beiden Unternehmen sollen unter dem Dach der börsennotierten Holdinggesellschaft von Elephant Seven zusammengelegt werden, wie Wagner erläuterte. Die Anteile an dem Münchner Unternehmen sollen sich zu je einem Drittel in den Händen des Managements beider Firmen, von Finanzinvestoren sowie im Streubesitz befinden. Derzeit halten Management und Agentur-Gründer von Springer & Jacoby 19,7 Prozent an Elephant Seven und die Führungsriege von Elephant Seven 9,3 Prozent.

Größter Einzelaktionär will der Hedgefonds-Manager Florian Homm bleiben, der durch sein Engagement beim börsennotierten Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Homm will bei den anstehenden Kapitalerhöhungen seinen Anteil von 22 Prozent an Elephant Seven auf keinen Fall verwässern lassen. Er ziehe sogar eine Aufstockung auf bis zu 30 Prozent in Betracht, sagte er in einem Reuters-Gespräch. Der auf Mallorca lebende Finanzinvestor will die Zahl seiner Investments in der Werbe- und Medienbranche in Kürze auf bis zu 20 verdoppeln. „Es wird noch andere geben in den nächsten Wochen. Wir haben acht bis zehn Werte in der Medienbranche im Blick“, kündigte er an.

Bei Springer & Jacoby hält er Einsparungen für erforderlich. Es gehe dabei um Kostensenkungen bei internen und externen Abläufen, nicht um Personalabbau. „Springer & Jacoby wird sich sicher ein bisschen straffen müssen“, sagte Homm. Die Hamburger Werbeagentur erwartet für 2005 wegen eines umfangreichen Konzernumbaus erstmals Verluste. Im nächsten Jahr soll wieder ein Gewinn erzielt werden.

Elephant Seven hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2004/05 (per Ende März) einen Umsatz von gut zwölf Mill. Euro erzielt bei einem Nettoverlust von knapp einer Million Euro.

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