Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Werksvertragsangestellte Tönnies plant 1000 Einstellungen von Werkverträglern bis September

1000 Werksvertragsangestellte sollen bis September in Rheda-Wiedenbrück einen Vertrag erhalten. Zudem will Tönnies rund 400 Wohnplätze anmieten.
20.07.2020 Update: 20.07.2020 - 17:18 Uhr Kommentieren
Bereits am 23. Juni hatte Tönnies vermeldet, in Zukunft Werkvertragsarbeiter einstellen zu wollen. Quelle: dpa
Betriebsgelände der Firma Tönnies

Bereits am 23. Juni hatte Tönnies vermeldet, in Zukunft Werkvertragsarbeiter einstellen zu wollen.

(Foto: dpa)

Rheda-Wiedenbrück Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies hat konkrete Veränderungen im Unternehmen angekündigt: So sollen bis zum 1. September 1000 Werkvertragsarbeiter einen Arbeitsvertrag direkt in Rheda-Wiedenbrück erhalten. Bis Jahresende sei das Ziel, alle „Mitarbeiter der Kernbereiche direkt beim Unternehmen einzustellen“, hieß es am Montag in einer Mitteilung.

Bereits am 23. Juni hatte Tönnies vermeldet, in Zukunft Werkvertragsarbeiter einstellen zu wollen, die bislang für Subunternehmer arbeiten. Damit würde der nach einem Corona-Ausbruch in seiner Belegschaft stark in die Kritik geratene Konzern eine Forderung der Politik erfüllen.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass mit Beginn des Jahres 2021 Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie abgeschafft werden. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will noch in diesem Monat einen Gesetzentwurf für bessere Arbeitsbedingungen vorlegen.

Ebenfalls bis Anfang September will Tönnies rund 400 Wohnplätze in Rheda-Wiedenbrück für die zukünftigen Angestellten anmieten. Dazu seien zwei Wohnungsgesellschaften gegründet worden. Je nach Bedarf soll auch an weiteren Standorten Wohnraum geschaffen werden. Die vorhandene Zeiterfassung werde bis 1. August in ein digitales System überführt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Am Montag hatte Tönnies seinen Probebetrieb in der Zerlegung fortgesetzt, also der Zerteilung geschlachteter Tiere. Dazu verarbeiten unter Aufsicht der Behörden nur Arbeiter einer Schicht bis zu maximal 10 000 Schweine am Tag. Zum Ergebnis des dritten Testtages mit neuem Hygienekonzept und reduzierter Belegschaft wollte sich ein Unternehmenssprecher nicht äußern und verwies auf die Behörden. Der Konzern musste für den Infektionsschutz Trennwände aus Plexiglas zwischen die Arbeitsplätze bauen und eine neue Filtertechnik für die gekühlte Umluft installieren.

    Das Tönnies-Werk neben der Firmenzentrale in Rheda-Wiedenbrück stand nach dem massenhaften Corona-Ausbruch unter den Mitarbeitern rund vier Wochen lang still. In der Zerlegung waren die meisten der insgesamt mehr als 1400 coronainfizierten Mitarbeiter tätig. Die Behörden hatten die Produktion daraufhin untersagt. Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern, gab es zeitweise für die Bewohner der Kreise Gütersloh und Warendorf wieder verschärfte Hygieneregeln und Kontaktbeschränkungen. Betroffen waren zusammen über 600.000 Menschen. Für die Tönnies-Mitarbeiter galt eine strenge Quarantäne-Regelung, die am Freitag auslief.

    Von den rund 1400 mit Corona infizierten Tönnies-Mitarbeitern liegen (Stand Montag) nach Angaben der Bezirksregierungen in Detmold und Arnsberg noch sechs Patienten in Krankenhäusern. Drei Betroffene werden auf Intensivstationen betreut, zwei Patienten müssen beatmet werden.

    Nach der Kritik des Mitgesellschafters und Geschäftsführers Clemens Tönnies an einer fehlenden schriftlichen Begründung für die Schließung des Stammwerks reagierte der Kreis Gütersloh. „Ja, es ist richtig, es steht noch eine schriftliche Bestätigung der mündlichen Verfügung aus. Die bekommt Herr Tönnies noch“, sagte eine Kreis-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Eindämmung des Infektionsgeschehens habe bislang Vorrang gehabt. Tönnies hatte in einem Zeitungsinterview beklagt, dass das Unternehmen bis heute nicht wisse, welchen Rechtsbruch es begangen haben soll.

    Mehr: Die Politik muss im Fall Tönnies zeigen, dass sie mehr kann als nur poltern

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Werksvertragsangestellte - Tönnies plant 1000 Einstellungen von Werkverträglern bis September
    0 Kommentare zu "Werksvertragsangestellte: Tönnies plant 1000 Einstellungen von Werkverträglern bis September"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%