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Xiaomi Mi Roboter im Test Warum ich meinen Saugroboter super finde

Unser Autor hat sich vor einem Jahr einen chinesischen Staubsauger-Roboter gekauft. Ein Erfahrungsbericht über saubere Arbeit und Tricks für den Datenschutz.
04.03.2019 - 10:14 Uhr Kommentieren
Redakteur Lazar und sein Saugroboter
Redakteur Lazar und sein Saugroboter

Er nennt ihn liebevoll Siggi. (Foto: Lazar Backovic)

Dieser Artikel ist am 04. März 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Ksia-Omi? Nein. Schajomi? Besser. Schi-a-omi? Verdammt, immer noch nicht. Bevor ich meinen neuen Saugroboter im Inventar der nützlichen Haushaltsgeräte begrüßen darf, muss ich erst einmal zur Sprecherziehung, so scheint es. Denn Xiaomi, der Hersteller meines Staubsaugroboters, kommt aus China – und das macht die Sache mit der Aussprache mitunter schwierig, zumindest für mich als Westeuropäer.

Saugroboter von Xiaomi im Test: Sauber! Sicher?

Ein Freund, der längere Zeit in China gelebt hat, klärt mich schließlich auf. „Schau-mih“ lautet die korrekte Aussprache, was so viel wie Hirse heißt. Und auch wenn ich die Vorstellung von kleinfrüchtigem Spelzgetreide als Härtetest für einen Staubsauger ganz witzig finde, ist mir der Name auf Dauer zu kompliziert. Ich habe mein Xiaomi-Gerät deshalb umbenannt – in Siggi. Roboter sind schließlich Malocher. Und Siggi ist der ehrlichste Malocher-Name, der mir einfällt.

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    Vor Kurzem habe ich bei der Stiftung Warentest einen Bericht zu Saugrobotern gelesen – und festgestellt, dass Siggi nicht darunter war. Schade eigentlich. Denn ich bin mit meinen Roboter sehr zufrieden. Dabei gibt es meinen Siggi, den „Xiaomi Mi Robot“, wie er korrekt heißt, teilweise schon für unter 300 Euro.

    Zum Vergleich: Der Warentest-Sieger von Vorwerk, Modell „Kobold VR300“, kostet stolze 950 Euro. Das günstigste Modell im Saugroboter-Test war der Ecovas „Deebot 900“ mit einem Durchschnittspreis von 405 Euro und mäßigen Testergebnissen. Da kann Siggi in Sachen Preis-Leistung locker mithalten.

    Wir haben Siggi nun seit einem knappen Jahr – und auch nach 116 Reinigungsvorgängen und fast 4.000 gesaugten Gesamt-Quadratmetern bin ich mit der Saugfähigkeit mehr als zufrieden. Für die 85 Quadratmeter unserer Vier-Zimmer-Wohnung braucht die Maschine ungefähr 50 Minuten.

    Nicht nur der Preis, auch die Leistung stimmt. Meine Frau und ich haben einen zweijährigen Sohn. Das ist eigentlich per se ein Härtetest für jedes Haushaltsgerät. Um jedoch zu zeigen, dass unser Siggi mit den Modellen aus dem Stiftung Warentest-Check mithalten kann, haben wir unseren eigenen kleinen Testparcours aufgebaut. Für den Xiaomi selbstverständlich aus Hirse. Wie gesagt, ich find‘ den Gedanken witzig.

    Also: Zwei Hände voll mit Hirse auf dem Boden der Länge nach verteilt, Siggi davorgesetzt, App-Steuerung an, eine Bahn hin, eine zurück. Ergebnis: Von den zwei vollen Hirse-Händen bleiben gerade einmal 14 Kügelchen übrig.

    Staubsauger-Roboter im Test: Beutel braucht man nicht

    Bei der Navigation helfen zwölf eingebaute Sensoren. Besonders praktisch: der 360-Grad-Laserdistanzmesser auf dem Gerät. Er erfasst und vermisst vor jedem Saugvorgang automatisch den Raum. Das ist praktisch, wenn man den neuen Couchtisch oder die Stühle nicht jedes Mal in die exakt gleiche Position bringen möchte, bevor man mit dem Saugen anfängt.

    Über die Hersteller-App „Mi Home“ lässt sich Siggi auch fernsteuern. Aus meiner Sicht eher Spielerei. Nützlicher sind da andere App-Features wie das englische Sprachpaket (standardmäßig spricht der Roboter Chinesisch), sowie die Möglichkeit, feste Saugzeiten oder Reinigungszonen einzuprogrammieren.

    Dennoch: Im Alltag stellen wir Siggi oft händisch per Knopfdruck an, bevor wir zur Arbeit gehen. Tun müssen wir vorher nichts. Nun ja, außer aufräumen. Doch nach der vierten eingesaugten Socke und Siggis ersten Bekanntschaften mit unseren Heizkörpern haben sich Mensch und Maschine zumindest in unserem Haushalt gut aneinander gewöhnt.

    Den Dreck sammelt Siggi übrigens in einem kleinen dafür vorgesehenen Behälter, der sich unter der Hauptklappe befindet. Man sollte ihn nach jedem Saugen einmal leeren. Dafür braucht man keine teuren Staubsaugerbeutel.

    Sind Xiaomi Saugroboter sicher?

    Wir nutzen Siggi inzwischen fast ausschließlich für die Grundsauberkeit zu Hause. Das funktioniert aber nur, weil wir Laminat haben und Saugroboter mit solchen harten Böden gut zurecht kommen. Wer Teppichböden oder gar empfindliche Flokatifelle zwischen den eigenen vier Wänden liegen hat, muss wahrscheinlich häufiger mit dem „normalen“ Staubsauger nachbessern.

    Daten zu Säuberung

    Eine weitere Schwachstelle sind die vielen Internetschnittstellen. Kurz bevor wir uns unseren Roboter gekauft haben, hatten Hacker auf dem 34. Chaos Communication Congress einen „Xiaomi Mi Robot“ geknackt. Wie genau die Hacker vorgegangen sind, haben die Kollegen von Heise sehr detailliert aufgeschrieben.

    Was aus dem Bericht jedoch hervorgeht: Selbst den Profis fiel es schwer, das Gerät zu knacken. Das ist eine gute Nachricht. Denn Datendiebe gehen ähnlich vor wie Fahrraddiebe: Sie beginnen ihren Beutezug dort, wo der Schutz am schwächsten ist. Und, so wie sich der Bericht liest, ist Siggis digitales Fahrradschloss recht solide. Dennoch sollte jedem klar sein, dass smarte Geräte, sobald sie per WLAN kommunizieren, potenziell gehackt werden können.

    Nicht ganz unwichtig in dem Zusammenhang ist, dass chinesische Hersteller wie Xiaomi im Verdacht stehen, mit der chinesischen Regierung zu kooperieren. Zwar haben erste Konzerne wie der Handy-Hersteller Huawei solche Vermutungen für falsch erklärt. Verlassen kann man sich auf solche Dementi aber freilich nicht. Mein Tipp deshalb: Das Gerät nur mit den nötigsten Daten versorgen. Was zudem hilft:

    • Nach der Erst-Einrichtung auf die App „Mi Home“ verzichten, am besten deinstallieren.
    • Das Gerät nicht mit dem häuslichen WLAN koppeln.
    • Für die Erst-Einrichtung am besten eine extra E-Mail-Adresse anlegen, auf der keine Privatmails oder andere sensible Daten hinterlegt sind.

    Für wen das zu viel Komfortverzicht ist, muss entweder mehr Geld für seinen Saugroboter ausgeben oder sich darüber im Klaren sein, dass er auf ein Stück Datenschutz verzichtet.

    Xiaomi Mi Robot Erfahrung nach einem Jahr: Lohnt sich!

    Wie schon erklärt, nutzen wir die App im Alltag kaum. Tatsächlich werde ich nach diesem Text das Programm wieder von meinem Handy runterschmeißen und recherchieren, wie ich das Gerät noch datensparsamer nutzen kann. Damit ist für mich der größte Nachteil Datensicherheit zumindest auf ein Minimum reduziert.

    Saugroboter App

    Unterm Strich überwiegen für mich deshalb die Vorteile. Der größte für mich: Ich kann die Zeit, in der der Roboter durch die Wohnung fährt, für etwas anderes nutzen. Es ist ähnlich wie mit einer Spülmaschine, die ich einfach einschalten kann, sobald ich zur Arbeit gehe. Wenn ich dann nach Feierabend wiederkomme, wartet ein To-Do weniger auf mich. Und das für einmalig gut 300 Euro. Nicht schlecht, finde ich. Dennoch haben wir auch weiterhin einen normalen Staubsauger. Nur den holen wir inzwischen wirklich nur noch selten aus dem Schrank. Und der hat auch keinen Spitznamen bei uns.

    Mehr: Ina Praetorius: Hausputz ist kein Hobby – Wann kommt die unbezahlte Care-Arbeit ins BIP?

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