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Yusaku Maezawa Exzentrischer Milliardär aus Japan verkauft sein Mode-Unternehmen

Yusaku Maezawa will zum Mond fliegen. Geschäftlich lief es jedoch zuletzt schlechter für ihn. Nun verkauft er die Mehrheit seiner Firma Zozo an Yahoo Japan.
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Der Milliardär will Japans erster Weltraumtourist werden. Quelle: AP
Yusaku Maezawa

Der Milliardär will Japans erster Weltraumtourist werden.

(Foto: AP)

Tokio Er will als erster Privatmann mit Elon Musks Firma SpaceX zum Mond fliegen. Doch im Berufsleben ist Yusaku Maezawa zunächst einmal auf dem Boden gelandet. Seine Gründung Zozo, ein globaler Online-Modevertrieb, hatte zuletzt herbe Rückschläge erlitten. Am Donnerstag betätigte der exzentrische japanische Milliardär nun den Schleudersitz.

„Ich werde Zozo einem neuen Präsidenten anvertrauen und meinen eigenen Weg gehen“, kündigte Maezawa überraschend über Twitter an. Und er gibt nicht nur die Führung auf, sondern auch seinen Einfluss. Satte 30,4 Prozent seines Anteils von 37 Prozent verkauft er an das japanische Onlineportal Yahoo Japan, ein Unternehmen der Softbank-Gruppe.

Damit fädeln Maezawa und der Technikinvestor Softbank de facto eine der größten innerjapanischen Übernahmen der jüngeren Geschichte ein. Immerhin 400,7 Milliarden Yen (3,4 Milliarden Euro) will Yahoo Japan für insgesamt rund 50,1 Prozent der Unternehmensanteile ausgeben. Für die Übernahme ist das Onlineportal sogar bereit, eine Prämie von 21 Prozent über den früheren Aktienpreis von Zozo zu zahlen.

Auf den ersten Blick hat der Deal nur Gewinner. Allen voran Maezawa, der sein Studium abbrach, um erst bei einer amerikanischen Rockband einzusteigen und dann ein Start-ups zu gründen. Der verschwenderische Milliardär, der 100 Millionen Euro für Kunst und einen von Hermès aufgepolsterten Privatjet ausgab, füllt sich zuletzt bereits nach einer Versteigerung von zwei Werken seiner Kunstsammlung im Mai seine Taschen.

Vielleicht will er so liquide für andere Extravaganzen bleiben: zum Beispiel Golfen auf einem Gletscher, seine angezahlte Mondreise mit dem Weltraumunternehmen des Tesla-Gründers Elon Musk oder weitere Geschenke an seine vier Millionen Twitter-Follower. Immer wieder verlost er Geld. Seinen Twitter-Kanal hat er in Anspielung auf seinen Vornamen Yusaku prägnant „yousuck2020“ genannt.

Yahoo Japan sieht sich ebenfalls als Sieger. Das Unternehmen fordert seit einigen Jahren Amazon und den japanischen Konkurrenten Rakuten im E-Commerce heraus. 2018 erzielte das Unternehmen, das sich am 1. Oktober in Z Holdings umbenennen wird, mehr als zwei Drittel seines acht Milliarden Euro schweren Umsatzes im Online-Handel.

Mit dem Zukauf stärkt das Unternehmen seinen Umsatz schlagartig um eine Milliarde Euro. Mehr als die Einnahmen steigt die Reichweite: Zozotown, die Onlineplattform von Zozo, zählte Ende Juni 1297 Läden, 7349 Marken und 730.000 Produkte.

Aktionäre feiern den Deal

Yahoo Japan begründet den Kauf mit Expansionspotenzial. Denn allein in Japan werden pro Jahr Modeartikel im Wert von 13 Milliarden Euro im Internethandel umgesetzt. Der Aktienkurs stieg am Donnerstag um 5,7 Prozent in die Höhe. Der Kurs von Zozo schnellte sogar um mehr als 15 Prozent in die Höhe.

Ein Grund für die Reaktion des Anleger ist sicherlich das großzügige Kaufangebot. Ein anderer die Hoffnung, dass die neuen Eigner bessere Geschäfte machen als zuletzt der Gründer. Maezawa hat sein Unternehmen nämlich in eine Krise geführt.

Maezawa hatte mehrere ambitionierte Projekte gestartet, die dem Management auf die Füße fielen. So stellte das Unternehmen den Versand von gepunkteten „Zozosuits“ wieder ein. Dabei handelte es sich um enganliegende Anzüge, mit denen Kunden ihren Körper elektronisch vermessen sollten, um dann besser passende Kleidung bestellen zu können.

Etablierte Modemarken wurden zudem durch Rabattaktionen verprellt. Die Expansion im Ausland kam nicht so voran wie gewünscht. Und die Zahl der Shops sank leicht, die Gewinne allerdings stark um 22 Prozent auf 215 Millionen Euro.

Nun soll Verwaltungsratsmitglied Kotaro Sawada das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs führen. Experten meine, dass die Finanzkraft von Yahoo Japan besonders bei der Auslandsexpansion helfen könnte.

Mehr: Der japanische KI-Entwickler Preferred Networks ist das größte von Japans kleiner „Einhorn“-Herde. Er steht für eine Start-up-Welt, die globale Großinvestoren abschreckt.

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