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Yves Saint Laurent gegen Modekette H&M verliert den Handtaschen-Krieg

Textilhändler H&M zieht im juristischen Streit mit Yves Saint Laurent den Kürzeren: Die Nobelmarke darf ihre berühmten Handtaschen weiterhin vor Nachahmern schützen. Bei der Entscheidung kam es auf Feinheiten an.
Beim Thema Handtaschen hört in der Modebranche der Spaß auf. So lieferten sich jetzt Yves Saint Laurent und H&M ein hitziges Gefecht. Quelle: Imago
Handtasche von Yves Saint Laurent

Beim Thema Handtaschen hört in der Modebranche der Spaß auf. So lieferten sich jetzt Yves Saint Laurent und H&M ein hitziges Gefecht.

(Foto: Imago)

DüsseldorfHandtaschen gehören bekanntlich zu den wichtigsten Accessoires einer Frau. Entsprechend ist das Angebot in den Läden riesig. Deshalb hat jeder Modekonzern, ob aus dem Luxus- oder dem Billigsegment, Dutzende Handtaschen-Varianten im Angebot. Bei dieser Fülle ist es oft schwierig, sich von den Konkurrenten zu unterscheiden. Und umso größer ist der Kampf um Formen und Gestaltung.

Der schwedische Textilfilialist H&M bekommt gerade die Härte der Auseinandersetzung zu spüren. Der Europäische Gerichtshof EUGH hat jetzt eine Klage von H&M gegen die französische Luxusmarke Yves Saint Laurent abgewiesen. Das renommierte französische Modeunternehmen hatte sich 2006 zwei bauchige Handtaschen-Typen beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) gesetzlich schützen lassen, also einen sogenannten Geschmacksmusterschutz eintragen lassen.

Das gefiel dem Billiganbieter H&M jedoch nicht. Er führte an, dass die geschützten Taschen keine Eigenart, also nicht wirklich Eigenständiges aufzuweisen haben. Merke: Bei Taschen sind Eigenarten - anders als bei Menschen - etwas Gutes. Denn die Schweden hatten bereits Jahre zuvor Taschen schützen lassen, die aus ihrer Sicht ähnlich sind wie die des berühmten Hauses Yves Saint Laurent. Da der schwedische Konzern mit zwei Beschwerden beim Harmonisierungsamt in der Vergangenheit nicht durchkam, rief er den EUGH an. Doch der weist die Klagen von H&M jetzt ab.

Das sind die stärksten deutschen Luxusmarken
15. Poggenpohl
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Küchen von Poggenpohl werden stets maßgefertigt und genau an Raum und Haushaltsgröße des Kunden angepasst. Gegründet wurde das Unternehmen 1892 von Friedemir Poggenpohl als kleine Tischlerei mit Ausstellungsraum. Heute stehen Poggenpohl-Küchen in mehr als 70 Ländern.

Quelle: Luxury Business Report 2015

(Foto: Imago)
14. Koch und Bergfeld
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Seit 185 Jahren fertigt die Manufaktur hochwertige Silberwaren in Handarbeit. Das Unternehmen ist damit eine der ältesten noch aktiven Silberwarenfabriken Deutschland. Es fertigt unter anderem Messer, Gabeln, Löffel und andere Besteckteile aus verschiedenen Epochen wie Klassizismus, Jugendstil, Barock, Rokoko oder Art déco.

(Foto: Screenshot)
13. Bechstein Piano
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1853 nahm Carl Bechstein in Berlin die „Pianofortefabrikation“ auf. Bis heute baut das Unternehmen Flügel und Klaviere, die mit ihrem Klang Maßstäbe setzen. Voller Stolz zitiert das Unternehmen Claude Debussy mit dem Satz: „Man sollte Klaviermussik nur für den Bechstein schreiben.“

(Foto: Imago)
12. Dedon
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Bobby Dekeyser war Fußballprofi und Torwart des TSV 1860 München, als er Dedon 1990 gründete. Heute ist das Unternehmen eine der weltweit führenden Outdoor-Möbelmarken. Die Stühle, Tische oder Liegen werden in Handarbeit geflochten und sind mit ihrer speziell entwickelten Kunsststofffaser besonders widerstandsfähig. Gleichzeitig hat das Unternehmen schon viele renommierte Design-Preise gewonnen.

(Foto: Imago)
11. Robbe & Berking
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Schon seit 1874 schmiedet das Familienunternehmen hochwertige Silberstecke und Tafelgeräte – inzwischen in der fünften Generation. Rund 20 Tonnen Silber verarbeiten die knapp 200 Beschäftigten pro Jahr. Das Flensburger Unternehmen handelt auch mit Edelmetallen und seit 2008 baut eine Tochterfirma Yachten aus.

(Foto: Imago)
10. BWM i8
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Der bayerische Premiumhersteller hat einen Sportwagen entwickelt, der einen Energieverbrauch und Schadstoffemissionen wie ein Kleinwagen hat. Dank einer Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor beschleunigt das Fahrzeug zwar in 4,4 Sekunden auf 100 Stundenkilometer, verbraucht auf 100 Kilometern aber im Schnitt nur 2,1 Liter Benzin und 11,9 Kilowattstunden Strom.

(Foto: obs)
9. Porsche
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Automarken gibt es viele in Deutschland, aber keine hat so einen Kultstatus wie der Sportwagenhersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen. Die Volkswagen-Tochter sieht sich selbst nicht nur als größter und traditionsreichster Sportwagenhersteller der Welt, sondern auch noch als das weltweit profitabelste Automobilunternehmen.

(Foto: Reuters)

Denn, was H&M zwischen den eigenen Handtaschen und denen von Yves Saint Laurent für gleich hält, kann der EUGH nicht nachvollziehen. Die Taschen von Yves Saint Laurent unterscheiden sich nach Auffassung des Gerichts durch die „Form, ihre Struktur und ihre Oberflächengestaltung“ von den Taschen der schwedischen Billigkonkurrenz. Beim Handtaschenstreit kommt es dann eben auch auf Feinheiten an. So ist zum Beispiel das gute Stück von H&M durch Nähte in drei Teile geteilt, während die Tasche aus Frankreich aus einem einzigen Stück Leder gefertigt wird. Und die Tasche von YSL lässt sich nur in der Hand tragen, die von H&M aber über die Schulter.

Solche Unterscheidungsmerkmale muss man keiner Kundin der beiden Marken erklären. Aber offensichtlich haben die Manager von H&M dieses nicht unwichtige Detail übersehen und dann den Streit begonnen, der sich jahrelang hinzog. Die schwedische H&M-Zentrale wollte sich zu dem Rechtsstreit nicht äußern.

Aber auch Hersteller, die ihre Produkte nicht als eingetragenes Design schützen lassen, sind Nachahmern nicht schutzlos ausgeliefert. Darauf weist Georges Brox hin. Der Markenrechtler und Experte für Designrecht und Luxusgüter im Hamburger Büro der Kanzlei FPS verweist darauf, dass die „bekannten Handtaschen Kelly und Birkin vom Luxuskonzern Hermès nach der Rechtsprechung der deutschen Gerichte grundsätzlich auch nach dem Wettbewerbsrecht gegen identische Kopien geschützt“ ist.

Ein solcher Schutz sei, so Brox, aber in der Praxis häufig nicht so leicht zu beweisen. „Es ist daher regelmäßig zu empfehlen, Produkte zusätzlich als eingetragenes Design zu schützen.“

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