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Zahnpasta

Optimal ist ein Fluoridgehalt von mindestens 1000 ppm, heißt es bei Ökotest.

(Foto: dpa)

Zahnpflege Warum du auf teure Zahnpasta verzichten kannst

Extra weiße Zähne, frischer Atem, Schutz vor Karies – die Auswahl an Zahncremes ist riesig. Aber woran erkennt man eine gute Tube? Eine Anleitung.
  • Lara Jäkel
07.05.2019 - 16:43 Uhr Kommentieren

Dieser Artikel ist am 07. Mai 2019 bei Orange - dem jungen Portal des Handelsblatts - erschienen.

Jeden Morgen begleitet sie mich in den Tag, jeden Abend in die Nacht: meine Zahnpasta. Seit ich denken kann, steht in meinem Badezimmerschrank die gleiche Sorte, die mir mein Zahnarzt einmal empfohlen hat. Ob es günstigere Alternativen gibt, darüber habe ich nie wirklich nachgedacht. So wie ich verlassen sich offenbar viele auf den Rat ihres Zahnarztes – oder auf die Werbung.

Zahnpasta-Testsieger 2019: Welche Zahnpasta-Marken überzeugen?

Laut einer Umfrage der Verbrauchs- und Medienanalyse kaufen die Deutschen nämlich am liebsten Markenprodukte: Am häufigsten nutzen sie demnach mittelpreisige Zahncremes von Colgate (ab 1,25 Euro pro 100 Milliliter), Blend-a-med (ab 1,59 Euro) und Odol-med3 (ab 1,20 Euro). Unter den Top 10 finden sich aber auch teure Marken wie Elmex und Aronal (jeweils 3,40 Euro) oder Sensodyne (3,25 Euro).

Aber sind Markenprodukte unbedingt besser als die billigeren Alternativen? Zwei aktuelle Studien von Ökotest und der Stiftung Warentest zeigen: Viele günstige Zahncremes glänzen im Test wie das Lächeln in der Zahnpastawerbung. Neben dem Kariesschutz, der zu 50 Prozent in die Endnote einfließt, untersuchte die Stiftung Warentest auch die Wirksamkeit gegen Verfärbungen (25 Prozent), die Verpackung (fünf Prozent) und den Wahrheitsgehalt der Werbeaussagen (20 Prozent).

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    Gut 100 Zahnpasta-Sorten aus den Kategorien „Universalzahnpasten“, „Sensitivzahnpasten“ und „Weißmacherzahnpasten“ wurden so getestet und verglichen. In der Kategorie „Universalzahnpasten“ kürte die Stiftung Warentest mit Dontodent Kräuter (dm) und der Bevola Zahncreme Kräuter (Kaufland) zwei Produkte zum Sieger, die mit nur 36 Cent pro 100 Milliliter zu den billigsten im Test gehören.

    Einige teure Varianten konnten dagegen nicht überzeugen. Die viel beworbene Aronal – mit 4,50 Euro pro 100 Milliliter mehr als zehn Mal so teuer wie die Testsieger – erhielt nur die Note 3,2. Ökotest bewertete das Produkt gar als „ungenügend“. Der Preis scheint also kaum eine Rolle für die Qualität einer Zahnpasta zu spielen. Aber was macht dann den Unterschied?

    „Entscheidend sind die Zusatzstoffe in der Zahnpasta“, sagt der Osnabrücker Zahnarzt Christian Wehmer. Je nachdem, welche Probleme man mit den Zähnen hat, können verschiedene Inhaltsstoffe helfen. Für empfindliche Zähne sei etwa eine calciumhaltige Zahncreme zu empfehlen, zum Beispiel die Logodent Mineralstoff Calcium Zahncreme. Gegen Karies wirke dagegen Fluorid besonders gut, das in den meisten Zahnpastasorten zu finden ist.

    Ist Fluorid in Zahnpasta schädlich für die Gesundheit?

    „Karies wird durch bakterielle Zahnbeläge verursacht“, erklärt Stiftung Warentest im Artikel zur Studie. Diese Plaque-Bakterien bilden Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und letztendlich Karies verursachen. Das Fluorid in der Zahnpasta schützt vor den faulen Stellen, indem es dem Zahn Mineralien zurückgibt und ihn so widerstandsfähiger gegen die aggressiven Säuren macht. Die Wirksamkeit anderer Mittel gegen Karies konnte bisher nicht wissenschaftlich belegt werden.

    Bei beiden Tests fallen deshalb alle Produkte durch, die komplett auf Fluorid verzichten. „Optimal ist ein Fluoridgehalt von mindestens 1000 ppm “, heißt es bei Ökotest. Das entspricht 1 Gramm Fluorid pro Kilogramm Zahnpasta. Anders als oft behauptet, gehe von solch kleinen Mengen Fluorid keine Gefahr für die Gesundheit aus, stellt Christian Wehmer klar: „Das ist völlig unproblematisch.“ Mit anderen Worten: nicht gesundheitsschädlich.

    Wie wirksam eine Zahnpasta gegen verfärbte Zähne hilft, hängt laut Stiftung Warentest vor allem mit dem Abrieb zusammen: Durch winzig kleine Teilchen, sogenannte Putzkörper, werden die Zähne sozusagen „geschmirgelt“ und die Verfärbung beseitigt. Für gesunde Zähne ist das kein Problem, bei empfindlichen Zähnen sei aber eher ein niedriger Abrieb empfehlenswert.

    Vor allem die Zahncremes aus der Kategorie „Sensitiv“ zeichnen sich deshalb durch einen geringen Abrieb aus, heißt es im Testbericht. Einige Produkte enthalten zudem Inhaltsstoffe, die Schmerzen beim Essen und Trinken lindern sollen. Die häufigste Ursache für diese Schmerzen sind freiliegende Zahnhälse, durch die Reize (wie etwa „heiß“ oder „kalt“) direkt an den Zahnnerv gelangen.
    Am besten schneiden in dieser Kategorie die Sorten Friscodent Sensitive (Aldi) und Dentalux Complex Sensitive (Lidl) mit der Note 1,7 ab. Beide gehören mit knapp 50 Cent pro 100 Milliliter zu den billigsten Produkten im Test. Besonders schlecht präsentiert sich gegen die erheblich teurere Alternative der Marke Biorepair. Trotz des stolzen Preises von 6,65 Euro pro 100 Milliliter kann sie beim Schutz vor Karies und Verfärbungen nicht überzeugen und erhält das Urteil „mangelhaft“.

    Zahnpasta-Marken: Teure Zahnpasta lohnt sich nicht.

    Auch 14 weitere Zahnpastasorten fallen im Test der Stiftung Warentest durch, bei Ökotest sind es sogar fast die Hälfte der 400 getesteten Produkte. Das liegt daran, dass Ökotest vor allem die Inhaltsstoffe der Zahncremes überprüft. Einige Sorten enthalten zusätzliche Wirkstoffe, die zum Beispiel für besonders viel Schaum sorgen oder Bakterien besser bekämpfen sollen. Laut Ökotest schaden diese Stoffe den Zähnen allerdings mehr, als sie ihnen nützen – die Folge: Punktabzug.

    Deswegen fallen manche Sorten bei Ökotest als „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch, die von der Stiftung Warentest gute Bewertungen bekommen. In einem sind sich beide Testverfahren aber einig: Der Griff zur Weißmacher-Zahnpasta lohnt sich in aller Regel nicht. Normale „Universalpasten“ können demnach Verfärbungen genauso gut entfernen und sind dabei meist günstiger als die Spezialprodukte.

    Das Fazit lautet also: Eine gute Zahnpasta erkenne ich nicht am Preisschild, sondern an den Inhaltsstoffen. „Mit einer preisgünstigen Zahncreme erreicht man meist das Gleiche wie mit einer teuren“, bestätigt Christian Wehmer. Und warum empfehlen Zahnärzte trotzdem oft die Markenprodukte? Das liegt laut des Mediziners daran, dass viele Praxen mit den Markenherstellern zusammenarbeiten.

    Die Unternehmen halten dort Workshops ab und präsentieren ihre neuesten Forschungsergebnisse. Im Gegenzug arbeiten die Zahnärzte mit den Produkten und empfehlen sie den Patienten weiter. Natürlich seien die empfohlenen Zahncremes auch qualitativ hochwertig, betont der Experte. Doch die Studien haben gezeigt: Wer gute Qualität sucht, kann auch getrost zu den billigen Zahnpastasorten greifen.

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