Zalando Ein Schuhhändler wird erwachsen

Wie erwartet hat der Internet-Modehändler Zalando erstmals einen Jahresgewinn erzielt – zumindest operativ. Auch künftig werde man eher auf langfristige Investitionen als auf die kurzfristige Erhöhung der Marge setzen.
Update: 12.02.2015 - 12:37 Uhr 2 Kommentare
Zalando-Paket: Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen beim Umsatz mit einem Anstieg von 20 bis 25 Prozent. Quelle: dpa

Zalando-Paket: Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen beim Umsatz mit einem Anstieg von 20 bis 25 Prozent.

(Foto: dpa)

DüsseldorfZeitenwende beim Online-Modehändler Zalando: Sechs Jahre nach seiner Firmengründung hat der Börsenneuling erstmals schwarze Zahlen geschrieben. „Wir haben damit bewiesen, dass wir mit unserem Geschäftsmodell Geld verdienen können“, sagte Vorstand Rubin Ritter am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Er betonte aber, dass nicht die Steigerung der Rendite in den kommenden Jahren im Fokus stände, sondern die weitere Expansion. „Wir wollen in Technologien und Produkte investieren, um neue Kunden zu gewinnen“, erläuterte der Manager. Daher werde die Marge im Geschäftsjahr 2015 voraussichtlich sinken.

Gemäß dem Werbeslogan „Schrei vor Glück“, mit dem die Firma seinerzeit als Schuh-Onlinehändler bekannt wurde, jubilierten auch die Anleger. Die im SDax notierten Aktien schnellten in der Spitze um 15 Prozent auf 26,10 Euro. Damit wird das Berliner Jungunternehmen mit 5,5 Milliarden Euro bewertet. „Die Zahlen haben die Erwartungen in jeder Hinsicht übertroffen. Das dürfte den Kritikern des Geschäftsmodells den Wind aus den Segeln nehmen“, kommentierte ein Händler.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Zweifel gegeben, dass der Onlinehändler mit seinen kostenlosen Lieferungen und Rücksendungen die Ertragswende schafft. Vor allem die 50-prozentige Retourenquote gilt als Renditekiller.

Große Nachfrage im Weihnachtsgeschäft
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

2 Kommentare zu "Zalando: Ein Schuhhändler wird erwachsen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das ist so ähnlich wie bei den Griechen.
    Erstmal klotzig Kohle heranscheffeln und dann steigende Gewinne und Kapitalverzinsung der Aktionäre auf die lange Bank schieben.
    Ich hätte da nicht investiert.

  • So, so: "Vor Zinsen, Steuern und Sonderfaktoren" habe man Gewinn gemacht. Liebe Wirtschaftsredakteure: Vor Zinsen und vor "Sonderfaktoren" machen auch Pleite-unternehmen Gewinn., kommt darauf an, wie kreativ man "Sonderfaktoren" ausweist. Handels- und steuerrechtlich dürfte Zarlando mit seinem Geschäftsmodell wohl nie Gewinn machen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%