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Zhang Yong Der Nachfolger von Jack Ma will den Handelskonzern Alibaba neu erfinden

Jack Ma war schillernd und berühmt. Zhang Yong ist zurückhaltend und still. An der Spitze von Alibaba will er nun den E-Commerce neu erfinden.
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Peking Den wenigsten Chinesen ist der Name Zhang Yong bekannt. Dabei führt der 47-Jährige, im Westen Daniel Zhang genannt, bereits seit 2015 als Geschäftsführer mit Alibaba den größten E-Commerce-Konzern der Welt. Seit Dienstag steht er nun auch dessen Verwaltungsrat vor und beerbt damit den charismatischen Firmengründer Jack Ma.

Eine Erfindung von Zhang kennt hingegen jeder Chinese: Singles Day, ein gigantisches Online-Shopping-Event am 11. November jeden Jahres. Zhang führte die Verkaufsaktion im Jahr 2009 ein, damals noch als Finanzchef von Tabao, eine Tochter von Alibaba.
Der Junggesellen-Tag wurde ursprünglich in den 1990ern von Studenten erfunden.

Er sollte denjenigen gelten, die keinen Partner haben. Zhang sah eine Geschäftsidee. „Wenn die Menschen noch immer Single sind“, so erklärte Zhang einst die Idee, „dann machen wir ihnen gute Angebote und sie können shoppen, dann fühlen sie sich nicht allein.“ Obwohl zunächst nicht sehr viele Händler bereit waren, spezielle Angebote zu machen, war das Shopping-Event gleich ein großer Erfolg. Beim letzten Singles Day machte Alibaba innerhalb von 24 Stunden 31 Milliarden Dollar Umsatz.

Auch Zhangs Karriere entwickelte sich rasant. Die Nachfolge auf dem Posten des Verwaltungsratschef von Jack Ma ist der bisherige Höhepunkt.

Ma hatte das Unternehmen 1999 gemeinsam mit 17 anderen Mitstreitern gegründet. Inzwischen wird der Konzern auf einen Wert von 460 Milliarden US-Dollar geschätzt und beschäftigt laut eigenen Angaben rund 104 000 Mitarbeiter. Offiziell hatte der 55-jährige Ma bereits vor einem Jahr seinen Rücktritt zum 10. September 2019 damit begründet, dass er sich um Bildungsfragen kümmern wolle. Beim World Economic Forum in Davos sagte er Anfang 2018, dass man in seinem Leben im Alter von 50 bis 60 Jahren junge Leute ausbilden solle.

In Peking hält sich jedoch das Gerücht, dass Jack Mas Rückzug nicht ganz so altruistisch und freiwillig war, wie er es darstellt. Mit seinen markigen Reden und seiner selbstbewussten Art sei er der Führungsriege der Kommunistischen Partei zu prominent aufgetreten ist, so heißt es.

Aus einfachen Verhältnissen

Zhang ist das Gegenteil von Ma. Er ist wesentlich stiller und zurückhaltender als sein Vorgänger auf dem Chefposten des Internetgiganten. Auch sein Werdegang ist weniger überraschend als der von Ma, der einst als Englischlehrer arbeitete und aus einfachen Verhältnissen kommt.

Zhang wurde 1972 in Schanghai geboren, studierte an der dortigen Universität Finanzen und Wirtschaft und arbeitete zunächst als Berater, bevor er digitale Geschäftsmodelle für sich entdeckte. Einer der Hauptaufgaben von ihm bei Alibaba wird es sein, die Internationalisierung des Unternehmens voranzutreiben.

Auch das Cloud-Geschäft des Unternehmens will er weiter ausbauen. Im Interview mit dem TV-Sender CNBC sagte Zhang, dass der Bereich künftig das „Hauptgeschäftsfeld“ werden solle. Zudem will er den Einzelhandel neu erfinden, Ma nannte das in einem Brief an Investoren im Jahr 2017 „New Retail“.

Seitdem wird gerätselt, was damit genau gemeint ist. Die meisten interpretieren es so, dass die Online- und Offline-Welt immer stärker verschmelzen sollen. Ein Beispiel dafür sind die Freshippo-Supermärkte, die Alibaba in China aufbaut. Dort kann man per Smartphone direkt einkaufen, bezahlen und die Lebensmittel mit nach Hause nehmen oder nur online eine Bestellung aufgeben.

„Wenn wir nicht unser altes Selbst töten, dann werden wir von unseren Konkurrenten getötet“, schrieb Zhang einmal in einem Gastbeitrag. Man müsse den Mut haben, sich selbst neu zu erfinden.

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