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Zwingen Hersteller uns zum Neukauf? Schrott mit Ansage

Die Garantie ist gerade abgelaufen, da geht der Staubsauger kaputt. Verbraucherschützer sind sich sicher, dass die Hersteller uns damit zum Neukauf zwingen wollen. Doch ein neues Gesetz aus Frankreich macht Hoffnung.
26.10.2014 - 16:28 Uhr Kommentieren
Wenn der Staubsauger den Geist aufgibt, nachdem gerade die Garantie abgelaufen ist, vermuten viele die Industrie dahinter. Diese wehrt sich und betont, dass Qualität wichtiger sei als eine Garantie. Quelle: dpa

Wenn der Staubsauger den Geist aufgibt, nachdem gerade die Garantie abgelaufen ist, vermuten viele die Industrie dahinter. Diese wehrt sich und betont, dass Qualität wichtiger sei als eine Garantie.

(Foto: dpa)

Stuttgart Fast jeder kennt ihn: Den Föhn, der kurz nach Ablauf der Garantie den Geist aufgibt. Oder den Handrührer, der nur noch ein müdes Surren von sich gibt, wenn die Gewährleistung gerade abgelaufen ist. Ist das Zufall – oder Methode der Hersteller?

Zahlreiche Experten und Verbraucherschützer sind sich einig: Der frühzeitige Verschleiß ist von Unternehmen geplant. „Aus Großkonzernsicht muss ein Produkt so hohe Gewinne wie möglich abwerfen“, sagt Christian Kreiß, der an der Hochschule Aalen Wirtschaftsingenieurwesen lehrt. „Wenn ein Drucker doppelt so lange hält, kommt der Kunde doppelt so spät wieder.“

Die Regierung in Frankreich will dem geplanten Produkttod – im Fachjargon auch „geplante Obsoleszenz“ genannt – nun mit einem neuen Gesetz beikommen. Nachgewiesene Fälle sollen dort künftig als Betrug mit bis zu zwei Jahren Haft und 300.000 Euro Geldstrafe geahndet werden können. Dazu muss ein Produkt bewusst so gebaut werden, dass mit dem Ziel, neuen Umsatz zu machen, die Lebensdauer künstlich verkürzt wird.

„Das Gesetz in Frankreich bringt die Diskussion weiter voran“, sagt Betriebswirt Stefan Schridde, der an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin zu dem Thema lehrt. Schridde ist Gründer der bürgerschaftlichen Verbraucherschutzorganisation „Murks? Nein danke!“, die sich für langlebigere Produkte einsetzt. Frankreichs Pläne greifen nach Schriddes Einschätzung aber zu kurz, da es schwer sei, Herstellern einen Vorsatz nachzuweisen. Hilfreicher wäre es ihm zufolge, die Techniken dafür zu verbieten.

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    Beispiele kennen Verbraucherschützer genug: Dazu zählen etwa festverbaute Akkus in Handys, die Kunden nicht selbst austauschen können. Für einen neuen Akku müssen sie dann zum Hersteller – der dadurch wieder Kasse macht. Die Stiftung Warentest moniert zudem etwa einen Fernseher, für den vier Jahre nach Markteinführung keine Ersatzteile mehr verfügbar sind. Als Paradebeispiel nennt sie zudem das 1924 getroffene Abkommen zwischen Glühbirnenherstellern, die Lebensdauer ihrer Birnen zu begrenzen.

    Die Elektroindustrie weist den Vorwurf, vorsätzlich Produkte mit Verfallsdatum zu produzieren, zurück. „Qualität ist ein wichtiges Kaufkriterium“, betont der Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. „Vertrauen in die Marke und Kundenzufriedenheit ist für die Hersteller im Wettbewerb von großer Bedeutung.“

    Schlechte Teile, billige Produktion
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