100 Jahre Bayerische Motoren Werke BMW beschenkt sich mit einem Rekordergebnis

BMW feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Bayerns größtes Unternehmen kann sich im Jubiläumsjahr über überraschend gute Zahlen freuen. An die Aktionäre schüttet der Konzern eine Rekorddividende aus.
Update: 09.03.2016 - 15:44 Uhr

Wahnsinns-Visionen: BMW zeigt beeindruckendes Elektro-Auto

MünchenBMW glänzt im 100. Jahr seines Bestehens mit einem Rekordgewinn und einer Dividende in Spitzenhöhe: 2015 fuhr der Autobauer ein Ergebnis vor Steuern von 9,2 Milliarden Euro ein, das sind fast sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor, wie der Münchner Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn wuchs unterm Strich um zehn Prozent auf knapp 6,4 Milliarden Euro. Auch bei der Rendite in der zentralen Autosparte übertraf BMW die Erwartungen.

An der Spitze stand hatte hier 2015 allerdings Dauer-Rivale Daimler, der den Münchnern auch bei den Verkaufszahlen gefährlich nahe kam. Für 2016 kündigte BMW-Chef Harald Krüger „einen leichten Zuwachs der Auslieferungen auf einen neuen Höchstwert“ an. Politisch und wirtschaftlich bleibe das Umfeld schwankungsanfällig.

Eine Prognose zum Gewinn gab Krüger nicht ab. Details dazu werden nächste Woche bei der Bilanzpressekonferenz erwartet, wo der Vorstandsvorsitzende zudem seine neue Strategie für den Konzern erläutern will. BMW hat sich vorgenommen, auch künftig der führende Oberklasse-Hersteller der Welt zu bleiben.

Die Meilensteine der Konzerngeschichte
7. März 1916
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Die Bayerischen Flugzeugwerke werden in München gegründet.

1922
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Das Unternehmen wird in Bayerische Motorenwerke (BMW) umbenannt. Hier das Werk Milbertshofen in den 1920er-Jahren.

1923
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Das Unternehmen baut sein erstes Motorrad, das R32.

1928/1929
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BMW übernimmt die Fahrzeugwerke in Eisenach und baut sein erstes Auto. Der Dixi entsteht in Lizenz des englischen Autobauers Austin.

1932
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BMW entwickelt den 303 – mit der seither charakteristischen Niere als Kühlergrill.

1944
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BMW baut Motoren für die Luftwaffe und beschäftigt rund 25.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Nach Kriegsende verliert das Unternehmen das Werk Eisenach.

1952
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Erstes Nachkriegsauto ist 1952 der große „Barockengel“ 501, 1955 folgt die winzige Isetta.

Analyst Frank Schwope von der NordLB rechnet damit, dass die Münchner stärker von den Stuttgartern und den Ingolstädtern unter Druck gesetzt werden. Seiner Ansicht nach wird Mercedes 2016 BMW als größten Premiumautobauer ablösen – ein Ziel, das die Schwaben sich erst bis 2020 gesetzt hatten.

BMW will zudem in den kommenden Jahren Branchentrends im Bereich Digitalisierung und Elektrifizierung setzen. Dass die Münchener auch für die Zukunft ihren Führungsanspruch untermauern wollen, haben sie auch am vergangenen Montag auf der Jubiläumsfeier in München bewiesen.

Auch die BMW-Mitarbeiter können sich über eine stattliche Erfolgsprämie freuen. Ein Facharbeiter der Gehaltsgruppe 5 soll für das abgelaufene Jahr eine Erfolgsbeteiligung von 8375 Euro erhalten, wie BMW-Gesamtbetriebsratschef Manfred Schoch am Mittwoch sagte. „Die Kolleginnen und Kollegen haben auch im vergangenen Jahr herausragende Arbeit geleistet“, erklärte Schoch, „damit haben sie sich eine ordentliche Erfolgsbeteiligung verdient.“

Der Zuwachs bei der Prämie fällt allerdings für das vergangene Jahr mager aus. Die 8375 Euro sind lediglich 10 Euro oder 0,1 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, während der BMW-Konzernüberschuss im vergangenen Jahr um 10 Prozent gestiegen war. BMW zahlt nichtsdestotrotz eine vergleichsweise hohe Prämie an seine Mitarbeiter. Beim Stuttgarter Konkurrenten Daimler fließen 5650 Euro als Prämie gleichermaßen an die Tarifbeschäftigten in Deutschland. Bei BMW wird nach Tarifgruppen unterschieden. Den vollen Bonus bekommt bei den Münchnern, wer seit vier Jahren beim Konzern ist. Vorher wird die Prämie anteilig ausgezahlt. Das Geld soll gegen Mitte des Jahres fließen.

Auf der Feier zum 100. Geburtstag der Unternehmensgründung zeigte Vorstandschef Harald Krüger den 2000 Gästen ein futuristisches, bronze- bis goldfarbenes Fahrzeug – den „BMW Vision Next 100“. Es werde autonom fahren und könnte in den nächsten 20 oder 30 Jahren auf den Markt kommen. Den Blick so weit nach vorn zu richten, sei „so reizvoll wie schwierig“, sagte BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk. Das Auto der Zukunft werde zum „digitalen Chauffeur“, ergänzte Krüger. Der Fahrer kann ihm das Steuer überlassen – muss es aber nicht. „Wir wollen jeden Fahrer zu einem besseren Fahrer machen“, sagte Hooydonk.

Die Technik zeigt ihm die Ideallinie und die optimale Geschwindigkeit. Auf der Windschutzscheibe erscheint ein digitales Abbild der Umgebung, das auch im Nebel die Straße zeigt und vor Hindernissen hinter der nächsten Kurve warnt. Auf dem Display erscheinen dagegen nur Informationen, die im Moment wichtig sind – alles andere wird ausgeblendet. Im Stau, im Stop-and-go-Verkehr oder auf der Autobahn kann der Fahrer seine Zeit besser nutzen und das Steuer dem Computer übergeben. In Kalifornien akzeptiert der Gesetzgeber das bereits.

Digitalisierung, Urbanisierung und emissionsfreies Fahren
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