100 Jahre Titanic Das Geschäft mit dem Untergang

Vor genau 100 Jahren sank die Titanic im Nordatlantik. Bis heute wird der berühmteste Untergang der Menschheit gnadenlos vermarktet. Regisseure, Städte, Restaurants: Wer am meisten Kapital aus der Katastrophe schlägt.
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Der Titanic-Film von James Cameron kehrt zum Jahrestag als 3D-Version in die Kinos zurück.

Der Titanic-Film von James Cameron kehrt zum Jahrestag als 3D-Version in die Kinos zurück.

DüsseldorfAm Wrack der Titanic, 3.745 Meter tief im Nordatlantik, werden Taucher von einem Schild begrüßt: „Jeder der nach uns hierher kommt, möge diesem Schiff seinen Frieden lassen“. Ein frommer Wunsch des amerikanischen Archäologen Robert Ballard, der das Schild 1986 auf einem Tauchgang angebracht hatte. Ihren Frieden hat die Titanic seither trotzdem nicht gefunden. Auch 100 Jahre nach dem Untergang wird die Katastrophe noch offensiv vermarktet.  

Jedes Accessoire wird zu Geld gemacht. Geschäftstüchtige Hersteller verkaufen Seife, Geschirr und sogar die Original-Kohle von der Titanic. Die alte Geschichte vom unsinkbaren Schiff, das an einem Eisberg zerschellt, übt bis heute eine morbide Faszination aus. Dabei wurde kaum eine Tragödie öfter erzählt: In mehr als 3.000 Büchern, mindestens zehn Spielfilmen, unzählbaren Dokumentationen und sogar einer Daily Soap ist der Untergang Kulisse. Seit 100 Jahren sinkt die Titanic immer und immer wieder. 

Und meistens singt dazu Celine Dion. Sie hat den Titelsong zur wohl berühmtesten Verfilmung des Untergangs geschrieben: Der tragischen Geschichte von Rose und Jack, gespielt von Kate Winslet und Leonardo di Caprio. Mit 200 Millionen Dollar war Titanic der damals teuerste Film der Kinogeschichte und trotzdem ein wirtschaftlicher Erfolg für Regisseur James Cameron: 1,8 Milliarden Dollar spielte der Film ein. Auch die Musik zum Film brach alle Rekorde. „My heart will on“ eroberte in mehr als 20 Ländern die Nummer Eins – und ist bis heute die erfolgreichste Single der kanadischen Sängerin. 

Zum Jubiläum ist der Film in die Kinos zurückgekehrt – diesmal als 3D-Version. 18 Millionen Dollar hat allein die Überarbeitung gekostet. Zum Vergleich: Der bisher erfolgreichste Film im Jahr 2012, die französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“, kostete nur 9,5 Millionen Dollar. Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Produzenten.

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9 Kommentare zu "100 Jahre Titanic: Das Geschäft mit dem Untergang"

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  • Die Meinung ist wichtig nicht der Streit das wollen die Menschen.

  • Das Schiff ist noch einige Zeit weitergetrieben. Da war der Eisberg bereits weg. Ein Schiff bleibt ja nicht einfach so stehen.

  • Ist er. Mehr als einmal.

  • Es geht hier nicht um die Titanic und ihre Opfer. Es geht nur um Geschaeft. Da mitzumachen ist eigentlich pervers. Aber je groesser die vermarktete Katastrophe umso groesser scheint der Gewinn zu sein.

    Wir sollten nicht jene unterstuetzen sondern verurteilen, die aus solch menschlichen Katastrophen versuchen Geld zu machen. Solche Menschen haben nur ein Gefuehl - Geld um jeden Preis.

  • Finde ich nicht gut, dass Sie verraten haben, wie der Film ausgeht.

  • Was ich mich frage, ist, warum der Untergang der Wilhelm Gustloff mit schätzungsweise 9000 Opfern in der Vergangenheit nie so thematisiert worden ist.

  • Eisberg != Eisscholle

  • Was ich mich immer frage; warum hat man nicht wenigstens versucht mit den Rettungsbooten einige Passagiere auf dem vermutlich in der Nähe treibenden Eisberg abzusetzen?

    Dann hätte man deutlich mehr Leute retten können.

  • Die Leichenfledderer haben Hochkonjunktur. Erstaunlich das die rechtliche Situation erlaubt den ganzen Krams der geborgen wurde zu versteigern. Das gehoert denen doch gar nicht sondern den rechtlichen Nachfolgern der White Star Lines oder der Passagiere. Weiss jemand mehr darueber?

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