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200 Jahre Werner von Siemens Ein Fest für einen Wandlungskünstler

Siemens feiert seinen Gründer und besinnt sich auf dessen Erfindergeist und Fortschrittsglaube. Kanzlerin Angela Merkel gratuliert gerne, denn sie sieht in der Siemens-Ikone ein Vorbild für das Land.
30.11.2016 - 06:58 Uhr 1 Kommentar
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht beim Festakt zum 200. Geburtstag des Industriellen und Erfinders Werner von Siemens (1816-1892) Quelle: dpa
Festakt in Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht beim Festakt zum 200. Geburtstag des Industriellen und Erfinders Werner von Siemens (1816-1892)

(Foto: dpa)

Berlin Es gibt wohl kein Zitat von Werner von Siemens, das seine Lebenshaltung besser beschreiben würde: „Überhaupt habe ich stets in der Zukunft mehr wie in der Gegenwart gelebt.“ Sowohl Siemens-Chef Joe Kaeser als auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) griffen diesen Ausspruch auf beim Festakt zum 200. Geburtstag von Werner von Siemens, dem Gründer und Namensgeber des deutschen Weltkonzerns. Der Satz steht für die Neugierde, für den Erfindergeist, den Werner von Siemens auszeichnete, aber vor allem auch für seine Bereitschaft zum Wandel, seinen Zukunftsoptimismus.

Kaeser zelebriert den 200. Geburtstag des Gründers auch, weil er die 350.000 Beschäftigen des Konzern auf seine Tugenden einschwören will. Er erinnert daran, wie Werner von Siemens 1847 zusammen mit Johann Georg Halske in Berlin die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ gründete. Ein Start-up, so Kaeser, „als Hinterhof-Firma, lange bevor es Garagen im Silicon Valley gab“.

Ein Weltkonzern in stetem Wandel
1847
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Werner von Siemens wurde 13. Dezember 1816 in Niedersachsen geboren. Nach der Konstruktion des Zeigertelegrafen gründet er im Oktober 1847 zusammen mit dem Feinmechaniker Johann Georg Halske die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ in Berlin. Der heutige Siemens-Chef Joe Kaeser betont gern, dass der Konzern in Berlin in einem Hinterhof gegründet wurde, als es im Silicon Valley noch gar keine Garagen gab. Auch Siemens war einmal ein Start-up, soll das heißen.

(Foto: dpa)
1866
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Die Entdeckung des dynamoelektrischen Prinzips im Jahr 1866 legt die Basis für den Einsatz der Starkstromtechnik. Die Elektrifizierung ist bis heute neben der Industrieautomatisierung und der Medizintechnik zentrales Standbein des Technologiekonzerns.

(Foto: )
1879
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Auf der Berliner Gewerbeausstellung 1879 präsentiert Siemens & Halske die erste elektrische Eisenbahn der Welt mit Fremdstromversorgung. Heute macht Siemens mit Hochgeschwindigkeitszügen, U-Bahnen und anderen Zügen Milliardenumsätze. Die Sparte wurde durch den Kauf des Bahngeschäfts des britischen Invensys-Konzerns zudem in der Signal- und Leittechnik gestärkt. Allerdings ist die langfristige Zukunft der Sparte offen, Siemens hatte sich schon öfter nach Partnern umgesehen, um zum Beispiel einen europäischen Bahnchampion nach dem Vorbild von Airbus zu formen. 1903 werden die Starkstromabteilungen von Siemens & Halske mit der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft vorm. Schuckert & Co. zur Siemens-Schuckertwerke GmbH fusioniert.

(Foto: dapd)
1919
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1919 schließen sich die führenden Glühlampenhersteller Deutschlands zur Osram GmbH KG zusammen. Siemens & Halske ist mit 40 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Später wird Siemens Alleineigentümer von Osram – bis sich der Konzern entschied, die Tochter an die Börse zu bringen. Noch hält Siemens 17,5 Prozent an der Osram Licht AG, wird sich aber wohl in absehbarer Zeit auch von dieser Restbeteiligung trennen.

(Foto: dpa)
1932
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1932 gründet Siemens zusammen mit der Erlanger Firma Reiniger, Gebbert & Schall die Siemens-Reiniger-Werke AG. Das Joint Venture entwickelt sich rasch zu einer führenden elektromedizinischen Spezialfirma. Die Medizintechnik gilt heute als Ertragsperle im Konzern. Vorstandschef Joe Kaeser hat angekündigt, sie an die Börse zu bringen. Mit einem Wert von 25 bis 30 Milliarden Euro könnte sie den Einzug in den Dax schaffen. Während des Zweiten Weltkriegs beschäftigt Siemens auch Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in seinen Werken. Zu Kriegsende ist auch Siemens in der Existenz bedroht. Die meisten Gebäude und Werksanlagen sind zerstört, das Vermögen wird konfisziert.

(Foto: Reuters)
1945
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Teile der Unternehmensführung werden noch im Februar 1945 nach München, Mülheim a.d. Ruhr und Hof verlagert. Siemens & Halske bekommt den Hauptsitz in München, die Siemens-Schuckertwerke in Erlangen. Berlin bleibt jeweils zweiter Firmensitz. In diesem Jahr eröffnete Konzernchef Joe Kaeser die neu gebaute Konzernzentrale am Wittelsbacher Platz in München.

(Foto: Siemens)
1966
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Die Unternehmensteile werden zusammengelegt. Zum 1. Oktober 1966 wird die Siemens Aktiengesellschaft gegründet. 1969 gründen Siemens und die AEG die Kraftwerk Union AG. Im Jahr 2001 ging Siemens auch an die US-Börse. 2014 kündigte der Konzern aber den Rückzug von der Wall Street an. Die Kosten für eine US-Notierung sind hoch, der Nutzen aber überschaubar.

(Foto: dpa)

Also lud Kaeser am Dienstagabend in die Mosaikhalle in der Berliner Siemens-Niederlassung, einem alten Industriebau, um mit mehr als 100 prominenten Gästen zu feiern. Die Vorstandsvorsitzenden vieler Dax-Konzerne kamen, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gratulierte. Kein Wunder: Die Kanzlerin sieht in Werner von Siemens nicht nur ein Vorbild für den Münchner Industriekonzern, sondern für die deutsche Wirtschaft insgesamt, ja für das ganze Land.

Auch deshalb erinnerte sie an sein Zitat, dass ihm die Zukunft lieber war als die Gegenwart. Denn die Stimmungslage ist dieser Tage häufig eine andere: Die Menschen fühlen sich in der Gegenwart ganz wohl, die Zukunft allerdings bereitet ihnen Sorgen, sie haben Angst abgehängt zu werden in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung.

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    Deshalb ist Siemens aus ihrer Sicht ein Vorbild, der Beweis, dass steter Wandel den Erfolg sichert. Drei industrielle Revolutionen hat das Unternehmen mitgemacht, nun steht die vierte an, die Digitalisierung. „Werner von Siemens ist gut damit gefahren, Veränderung vor allem als Chance zu sehen“, erinnert Merkel.

    Die Kanzlerin lobt Kaeser dafür, dass er diese Einstellung auch heute wieder im Unternehmen stärken möchte. In seiner „Vision 2020“ fordert er Innovationskraft, technologische Kompetenz und Internationalisierung. Und in der Einheit Next47 hat er alle Start-up-Aktivitäten gebündelt.

    Eine Milliarde Euro sollen dort in den kommenden Jahren investiert werden. Es ist auch die Lehre aus der Vergangenheit, etwa den dramatischen Fehlern in der Kommunikationssparte Com. Hier hatte Siemens Jahre lang den technologischen Wandel verpasst, letztlich blieb nur der Abschied vom Telekommunikationsgeschäft - und damit von Gründungspfeiler, die Werner von Siemens einst baute.

    Um solch dramatische Fehlentwicklungen zu vermeiden, beschwört nun verstärkt den alten Erfindergeist - auch um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bestehen. Werner von Siemens habe ein „unerschütterlicher Optimismus“ ausgezeichnet. „Er gab nicht auf“, so Kaeser, auch nach harten Rückschlägen, etwa bei der Verlegung des Transatlantikkabels.

    Von diesem Willen müsse man sich wieder mehr leiten lassen. „Wenn wir es richtig anstellen, bietet die Digitalisierung enorme Chancen für uns. Sie kann Wachstum und Arbeitsplätze schaffen.“

    Merkel: Werner von Siemens eine „Lichtgestalt“
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